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§2.Die Wortgruppen und ihre Abarten dem Kernwort nach.

Die Wortgruppen werden nach bestimmten grammatischen und intonatorischen Regeln gebildet. Das grammatische Verhältnis in den Wortfügungen ist die Unterordnung.In Wortgruppen gibt es ein grammatisch führendes Wort, das Kernwort, und ein oder mehrere vom Kernwort abhängige Wörter.

Die Wortgruppen werden in beigeordnete ( kopulative, lockere ) und untergeordnete ( enge ) eingeteilt.

Die beigeordneten Wortgruppen bestehen aus zwei oder mehreren syntaktisch gleichwertigen Wörtern meistens derselben Wortart, die mit Hilfe von beiordnenden Konjunktionen miteinander verbunden sind: Vater und Mutter, frisch und munter, zu Wasser und zu Lande, laut oder leise. Die Zahl der Wörter in einer beigeordneten Wortgruppe ist nicht begrenzt: weder Hut, noch Mantel, noch Schal.

In den untergeodneten Wortgruppen bildet immer ein Wort den Kern, von dem die anderen Wörter grammatisch abhängig sind: eine schwere Tasche, langsam schreiben, sehr gut.

Je nach der Art des Kernwortes werden die Wortgruppen in substantivische, verbale, adjektivische, adverbiale, pronominale Wortgruppen und Wortgruppen mit einem Numerale als Kernwort eingeteilt.

Besonders große Bedeutung für den Satzbau haben im Deutschen die substantivischen und die verbalen Wortgruppen.

Die substantivischen Wortgruppen umfassen ein Substantiv und seine näheren Bestimmungen ( Attribute ): Adjektive, weitere Substantive, Pronomen, Numeralien, Partizipien, Adverbien, Infinitive: ein schönes Kleid, die Briefe des Vaters, die Bücher im Schrank, deine Fortschritte, fünf Kinder, der lesende Schüler, der angekommene Zug, der Himmel oben, der Wunsch zu verreisen.

Die verbalen Wortgruppen umfassen ein Verb und seine näheren Bestimmungen ( Objekte, Adverbialbestimmungen, prädikative Attribute ): Ich erinnere mich an den Sommer. Wir lernen fleißig. Er kam gesund an.

Viele Wortgruppen, beigeordnete und untergeordnete, sind zu stehenden Wendungen geworden. Sie treten inhaltlich als eine unteilbare Einheit auf und kommen dadurch einem Wort nahe. Im Satz erfüllen sie die Funktion eines einzigen Satzgliedes: auf Schritt und Tritt, weder Fisch noch Fleisch, kurz und bündig, Platz nehmen, Abschied nehmen.

§3. Der zusammengesetzte Satz.

Der zusammengesetzte Satz besteht nach traditioneller Auffassung aus zwei oder mehreren Hauptsätzen bzw. Sätzen gleichen Grades (die Satzreihe, die Parataxe, die Satzverbindung, die Koordination) oder einem Hauptsatz und einem Nebensatz oder mehreren Nebensätzen, also Sätzen unterschiedlichen Grades (das Satzgefüge, die Hypotaxe).

Die Satzreihe besteht aus zwei oder mehreren Hauptsätzen (Teilsätzen) gleichen Grades, die meist lose miteinander verbunden sind und damit relativ selbständig sind. Die Hauptsätze werden ohne Konjunktionen (asyndetisch) oder durch koordinierende (nebenordnende) Konjunktionen (syndetisch) miteinander verbunden. Die syndetische Satzverbindung teilt sich in monosyndetische (eine Konjunktion) und polysyndetische (mehrere Konjunktionen).

Die koordinierenden Konjunktionen und Adverbien verbinden die Hauptsätze zu einfachen und mehrfachen semantischen Satzverbindungen.

Das sind:

- kopulative (Reihung) – und, auch, dann, sodann, dabei, sogar, sowohl ... als auch, nicht nur ... sondern auch, erstens ... zweitens u.a.

- adversative (Gegensatz) – aber, doch, allein, dagegen, dennoch, sonst, oder, freilich, zwar, allerdings, entweder ... oder. u.a.

- kausale (Grund) – denn, doch, ja, nömlich, darum, deswegen, deshalb u.a.

- konsekutive (Folge) – also, daher, dadurch, damit, darum, dementsprechend, demgemäß, deshalb, deswegen, folglich, infolgedessen u.a.

- konzessive (Einräumung) – trotzdem, gleichwohl, nichtsdestoweniger u.a.

- restriktive (Einschränkung) – aber, allein, jedoch, nur, zwar, zwar ... aber, u.a.

- disjunktive (Ausschließung) – oder, entweder ... oder, andernfalls, ansonsten, sonst, im anderen Falle u.a.

- temporale (Zeitangabe) – da, danach, daraufhin, daher u.a.

Ein Satzgefüge (die Hypotaxe) besteht aus einem Hauptsatz und einem oder mehreren Nebensätzen, also Sätzen unterschiedlichen Grades. Der Nebensatz (der abhängige Satz, der eingebetteter Satz) hängt vom Hauptsatz ab. In diesem Fall entstehen zwischen dem Hauptsatz und dem Nebensatz subordinierende (unterordnende) Verhältnisse.

Der syntaktischen Funktion nach unterscheidet man folgende Arten der Nebensätze:

- Subjektsätze (dass, ob, wer, was);

- Prädikativsätze (was, dass);

- Attributsätze ( der, die, das, dass, wie, wann, wo);

- Objektsätze (dass,ob);

- Adverbialsätze.

Adverbialsätze gliedern sich in:

- Adverbialsätze des Ortes (Lokalsätze) – wo; wohin; woher; von wo aus;

- Adverbialsätze der Zeit (Temporalsätze) – wenn; als; nachdem; sobald; seit(dem); bevor; ehe; während; bis u.a.;

- Adverbialsätze der Art und Weise (Modalsätze) – indem; dadurch, dass; ohne dass; ohne zu; (an)statt dass; (an)statt zu u.a.;

- Vergleichssätze (Komparativsätze) – je ... desto; je ... umso; wie; als;

- Folgesätze (Konsekutivsätze) - ... so dass; so..., dass;

- Adverbialsätze des Grundes (Kausalsätze) – weil, da, zumal;

- Adverbialsätze des Zieles (Finalsätze) – damit; um ... zu;

- Bedingungssätze (Konditionalsätze) – wenn; falls; es sei denn; sofern; im Falle, dass; vorausgesetzt, dass;

- Einschränkungssätze (Konzessivsätze) – obwohl; obgleich;

Die Satzperiode ( der komplexe Satz) ist eine Häufung von Satzreihen und Satzgefügen. In der Antike als eine der höchsten Formen der Redekunst (Rhetorik) gerühmt, zeichnete sich vor allem der römische Redner und Geschichtsschreiber Cicero darin aus (ciceronische Satzperioden). Im 20. Jahrhundert war Thomas Mann ihm ebenbürdig (gleichwertig).