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Лекція 1 Соціонім.docx
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Beobachten und Verstehen

Angenommen, die eben erwähnte Einzelbeziehungen zwischen dem Arbeitnehmer A und seinem Vorgesetzten V wird Gegenstand einer soziologischen Untersuchung:

1. Der Soziologe S beobachtet die Beziehung R. er sieht, wie A und V miteinander umgehen, entdeckt bestimmte wiederkehrende Verhaltensmuster (z.B. A wird ständig von V kontrolliert und kritisiert).

2. A und V haben selbst eine Meinung über ihre Beziehung R. Sie verbinden sie mit einem Sinn. Die Auffassungen über den Sinn und die Bedeutung der Beziehungen drücken sich auch in der Art des Umgangs miteinander aus.

3. Um das Handeln von A und V verstehen zu können, muss der Soziologie wissen, welche Meinung diese selbst von ihrer Beziehung haben. Er sucht also etwas über 2 herauszufinden.

Um das Verhalten der im Alltag beobachteten Menschen richtig einordnen und beurteilen zu können, ist es für Soziologen wichtig, etwas über die Motive, Meinungen und Sinndeutungen der Untersuchen zu erfahren. Die Selbstdeutungen der Menschen bilden das Material der soziologischen Deutungen. Die Deutungen der Soziologie als „verstehender“ Wissenschaft sind letztlich immer Deutungen von Deutungen, also Deutungen zweiten Grades.

Unbeabsichtigte Folgen menschlichen Handelns

Die Behauptung, Soziologen müssten die Motive, Absichten und Ideen der von ihnen untersuchten Menschen in Erfahrung bringen, um ihr Handeln richtig einordnen zu können, besagt keineswegs, die Vorgänge in der sozialen Welt erklären sich vollständig aus den Zielen und Motiven der Beteiligten.

Für den soziologischen Klassiker Max Weber (1864-1921), den Begründer der verstehenden Soziolologie, war es geradezu ein Merkmal des Sozialen, dass sich Handlungsziele und Handlungsfolgen in aller Regel sehr deutlich voneinander unterscheiden. Menschen handeln, so Max Weber, aufgrund eines subjektiv gemeinten Sinns, den sie verfolgen. Gleichzeitig verselbständigen sich die Handlungsfolgen in aller Regel sehr rasch von den ursprünglichen Absichten und Ideen. So konnte Weber in einer berühmten Studie nachweisen, dass einen extrem weltverneinende und wirtschaftsfremde religiöse Gesinnung, die Prädestinationslehre des Calvinismus, paradoxerweise zum entscheidenden Motor für die Durchsetzung des Kapitalismus wurde. Ein anderes Beispiel für die Paradoxie menschlichen Handelns in Geschichte und Gesellschaft sind die großen historischen Revolutionen, die allesamt zu sozialen Veränderungen geführt haben.

Zum Begriff Soziologie: Lückentext

Für die neutrale Beschreibungsart menschlichen Handelns und ____________ verwendete zum ersten Mal (____________) der französische Sozialphilosoph Auguste Comte (1798-1857) den Namen „Soziologie“.

Comte selbst war mit diesem seiner Ansicht nach uneleganten lateinisch-griechischen Wort nicht ____________. Denn eigentlich wollte er sein neu geschaffenes wissenschaftliches System „____________“ nennen. Doch sein akademischer Gegenspieler, der belgische Statistiker Adolphe Queteler veröffentlichte kurz zuvor eine Untersuchung unter diesem Titel. Die Bezeichnung „Soziologie“ als die „Lehre vom Sozialen“ oder als die „Wissenschaft vom gesellschaftlichen Zusammenleben“ ____________sich jedoch in der Folgezeit ____________, zumal dann auch Herbert Spencer 1873 diesen Begriff aufnahm und „Sociology“ in die englischsprachige Literatur ____________.

Als „Lehre vom Sozialen“ ____________ Soziologie das menschliche Zusammenleben bzw. das zwischenmenschliche ____________, beschäftigt sich mit der Gesellschaft und mit den in ihr lebenden Menschen. Diesen ____________ teilt sich die Soziologie allerdings auch mit anderen Sozialwissenschaften, wie etwa der Sozialpsychologie, der Kulturanthropologie und Ethnologie, der Demographie, der ____________, der Politologie, der Erziehungswissenschaft, der Jurisprudenz und der Geschichtswissenschaft, neuerdings auch mit der Kommunikationswissenschaft. Der deutsche Soziologe Alfred Vierkandt (1867-1953) spricht dabei von einer „soziologischen ____________, die alle menschlichen Tätigkeiten und Erzeugnisse in Beziehung setzt zu der menschlichen Gesellschaft, der ihre Träger angehören und sie unter dem Gesichtspunkt ihrer Abhängigkeit von dieser auffasst“. Das zentrale Bemühen dieser Versuche ist es, analytisch den „____________“ zu ____________und von der Zurückführung „sozialer Tatsachen“ auf irgend etwas Nichtsoziales ____________, d.h. – wie der berühmte französische Soziologe Emile Durkheim (1858-1917) es ausdrückt – „Soziales nur durch Soziales zu ____________“.

Die Beziehungen sozial soziologisch werden oft ____________. Etwa wenn ein Politiker von der „soziologischen“ Struktur einer Gemeinde spricht oder von einem Journalisten in einem Pressebericht über Arbeitslosigkeit vermutet wird, dass hier „soziologische“ Faktoren im Spiel seien.

  • Ein soziales oder gesellschaftliche Problem liegt meist dann vor, wenn ein Diskrepanz (____________) zwischen den gesellschaftlichen Normen und Zielvorstellungen und dem tatsächlichen Verhalten der Menschen besteht (z.B. im Falle von Devianz und Kriminalität) oder wenn eine unvorhergesehene oder unvorhersehbare Situation eintritt, die in der Gesellschaftsordnung (noch) nicht geregelt ist (wie beispielsweise ____________in Deutschland und gleichzeitige ____________von Arbeitsplätzen durch inländische Unternehmen in Billiglohnländer).

  • Eine soziologische Fragestellung liegt dagegen erst dann vor, wenn bestimmte gesellschaftliche Problemlagen, Zustände und Prozesse erklärt werden sollen. Wenn ein Soziologe also ein soziales Problem bearbeiten soll, muss er es zunächst in eine soziologische Frage „____________“; erst dann kann er mit seinem Handwerkszeug, d.h. mit seinen ____________, ____________und Untersuchungsmethoden, das Problem ____________, beschreiben und zu erklären suchen.