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2.Тексты для самостоятельного и внеаудиторного изучения Текст№ 1

Vier Holzernteverfahren im praktischen Einsatz

Anhand von vier Holzschlägen wurde den Teilnehmern aufgezeigt, wie mechanisierte Holzernteverfahren in Hanglagen optimal angewendet werden, wie hoch die Kosten liegen und welches die Anforderungen an Planung, Organisation und Durchführung der Einsätze sind.

Für die Wahl eines optimalen Arbeitsverfahrens braucht es einerseits Kenntnisse zur eingesetzten Technik, zum Arbeitsablauf, zum Einsatzspektrum sowie zu den Vor- und Nachteilen der Verfahren. Andererseits wird die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der Holzkette immer wichtiger: Damit steigen die Ansprüche an Kommunikation, Organisation und Qualitätskontrolle. Besonders hervorgehoben wurde auch der Aspekt "Technik im Dienste des Waldbaus": In den vier Holzschlägen wurde aufgezeigt, dass sich die unterschiedlichen waldbaulichen Ziele durchaus unter Einsatz von modernen Holzernteverfahren erreichen lassen.

Potenziale zur Kostensenkung vorhanden

Der Vergleich mit Holzerntekosten aus vergleichbaren Verhältnissen in Süddeutschland und Österreich zeigt, dass in der Schweiz insbesondere die Maschinenstundenkosten wesentlich höher sind. Aufgrund der kleinflächigen Besitzesstrukturen müssen die Maschinen häufig von einem Holzschlag zum nächsten umgesetzt werden. Dies verursacht einerseits Transportkosten, viel bedeutender ist jedoch, dass die jährliche Maschinenauslastung zu gering ist.

Um die Nachteile des kleinflächigen Waldbesitzes zu überwinden, braucht es Massnahmen auf der organisatorischen Ebene: vermehrte Zusammenarbeit der Waldbesitzer, grössere Holzmengen pro Holzschlag oder pro Einsatzort. Den Chancen der Mechanisierung (Kostenvorteile, Zeitvorteile, Arbeitssicherheit, körperliche Belastung der Arbeitskräfte) können bei unzweckmässigem Einsatz der Mittel auch Risiken gegenüberstehen (Schäden an Bestand, Boden und Wurzeln).

Das "Bestverfahren"

In den letzten Jahren ist im Zusammenhang mit Holzernteverfahren vermehrt der Begriff "Bestverfahren" aufgetaucht. Darunter wird häufig das für den Waldbesitzer kostengünstigste Holzernteverfahren verstanden. Die Kosten sind wohl in vielen Fällen ein wichtiger, oft der wichtigste Faktor, jedoch nicht der einzige. Ein "Bestverfahren" kann man auch als optimales Verfahren bezeichnen, das heisst ein Verfahren, das die Ziele unter den herrschenden Rahmenbedingungen am besten erfüllt. Zu diesen Rahmenbedingungen gehören:

  • das Gelände

  • der Boden

  • die Erschliessung

  • der Bestand

  • der geplante Eingriff

  • die einzusetzende Technik

  • der arbeitende Mensch

  • die Risiken für Bestandes- und Bodenschäden

  • die Witterung

Der richtigen Wahl des Arbeitsverfahrens kommt eine grosse Bedeutung zu. 60–80% der Endkosten werden nämlich bereits mit der Verfahrenswahl und der Planung festgelegt. Durch eine gute Arbeitsausführung lassen sich dann nur noch die verbleibenden 20–40% der Kosten beeinflussen. Es ist also entscheidend, in welche Richtung man "einspurt".

Vorgehen bei der Verfahrenswahl

Die Abbildung 5 zeigt eine konkrete Möglichkeit, wie man bei der Wahl eines den Rahmenbedingungen angepassten Arbeitsverfahrens vorgehen kann. Im ersten Schritt wird abgeklärt, welche Holzernteverfahren aufgrund von Gelände, Erschliessung, Bodentragfähigkeit, Bestand und anfallender Holzsortimente und -mengen überhaupt in Frage kommen. Diese aus technischer Sicht machbaren Verfahren werden im zweiten Schritt hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit beurteilt. Die Holzerntekosten werden mittels Vorkalkulation, Offerten oder Erfahrungswerten ermittelt. Der Erlös wird anhand der aktuellen Marktpreise geschätzt.

So ergibt sich der mögliche holzerntekostenfreie Erlös. Das resultierende technisch machbare und kostengünstigste Verfahren muss nun noch bezüglich der nur schwierig in Franken und Rappen zu erfassenden Wirkungen auf Mensch und Umwelt (Boden und Bestand) beurteilt werden. Je nach Situation könnte dann auch ein weniger kostengünstiges Verfahren das optimale sein. Beispielsweise kann bei kritischer Bodentragfähigkeit ein wohl teureres seilgestütztes Verfahren (Prozessorkippmast) insgesamt besser abschneiden als ein bodengestütztes Verfahren (Rad-, Raupen- oder Schreitvollernter) mit dem Risiko grosser Beeinträchtigungen des Bodens.

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