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LEKTION 3 2013.doc
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Typologie

Früher wurden die Menschen nicht in „Faktoren" zerlegt oder nach Persönlichkeitseigenschaften beschrieben, sondern in Typen eingeteilt.

Die ersten sogenannten Persönlichkeitstheorien lassen sich dadurch kennzeichnen, dass sie den Menschen aufgrund von bestimmten Merkmalen einem Typus von Mensch zuordneten. Diese Einteilung in Typen, Typologien genannt, sind inzwischen zwar veraltet, aber wir sollten ihnen doch etwas Aufmerksamkeit schenken, da sie zum einen die Grundlage für viele der neueren Persönlichkeitstheorien bilden und zum anderen viele ihrer Begriffe in die Alltagssprache eingegangen sind.

Die typologie des hippokrates

Der griechische Arzt Hippokrates (5. Jahrhundert vor Christus) teilte den Menschen in vier Temperamentstypen ein. Er begründete dies mit Unterschieden im Mischverhältnis der folgenden vier Körperflüssigkeiten: Blut (sanguis), Schleim (phlegma), Galle (chole) und schwarze Galle (melas=schwarz + chole=Galle).

Die vier Temperamentstypen, in die Hippokrates einteilte, waren:

der Sanguiniker,

der Phlegmatiker,

der Choleriker,

der Melancholiker.

Der Sanguiniker

Bei dem Sanguiniker überwiegt die Körperflüssigkeit „Blut". Dieser Typus ist meist heiter und fröhlich gestimmt. Er hat eine optimistische Lebenseinstellung, die ihm Schwung gibt und ihn unbekümmert leben läßt.

Der Choleriker

Beim Choleriker überwiegt die Körperflüssigkeit „gelbe Galle". Dieser Typus neigt zu Wut und Zorn, erregt und erhitzt sich sehr rasch und reagiert ohne ersichtlichen Grund in gereizter und aggressiver Form. Energiegeladen stürzt er sich mit Feuereifer auf alles, was ihn interessiert.

Der Phlegmatiker

Beim Phlegmatiker überwiegt die Körperflüssigkeit „Schleim". Dieser Typus spricht auf alle Reize nur schwer an, ist nicht leicht aus seinem Gleichgewicht und seinem „Trott" zu bringen, hat also „die Ruhe weg" - auch wenn andere schon längst die Nerven verloren haben. Seine Schwäche liegt in seiner Schwerfälligkeit.

Der Melancholiker

Beim Melancholiker überwiegt die Körperflüssigkeit „schwarze Galle". Dieser Typus ist sehr empfindsam, aber auch schwermütig und neigt zu Grübelei und Pessimismus. Er meidet die laute Geselligkeit und zieht sich gern in die Stille zurück.

4.7 Die typologie von e. Kretschmer

Körperbau und die Beziehung zum Charakter

Manche Typologien basieren auf den körperlichen Merkmalen, auf dem Körperbau des Menschen. Man geht davon aus, dass es eine Beziehung zwischen Körperbau und Charakter gibt. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Typologie des deutschen Psychiaters E. Kretschmer (1888 - 1964). Kretschmer hat drei Typen von Menschen - je nach Körperbau - beschrieben: den leptosomen, den pyknischen und den athletischen Typus.

Der leptosome Typ

Der leptosome Typ ist mager und groß, die Schultern sind schmal, der Brust­korb ist flach, das Körpergewicht ist eher gering und das Gesicht ist länglich. Kretschmer fand heraus, dass Menschen, die an Schizo­phrenie (dies ist eine ernsthafte Geisteskrankheit, die unter ande­rem mit Wahnideen und Halluzinationen einhergeht) erkrankt waren, einen leptosomen Körperbau haben. Er schloß daraus, dass die Eigenschaften, die beim Schizophrenen - allerdings in extre­mer Ausprägung - zu finden sind, auch beim „durchschnittli­chen", „normalen" Leptosomen vorhanden sein müßten. Dieser Typus neigt demnach dazu, sich vor der Außenwelt zu verschlie­ßen. Sein Innenleben hält er vor seinen Mitmenschen verborgen. Leptosome Menschen haben es manchmal sehr schwer mit sich selbst und sind auch nicht einfach im Umgang mit anderen. Sie sind verlegen und scheu.

Der pyknische Typ

Der pyknische Typ ist stämmig, korpulent, hat eine mittlere Körper­größe und neigt zu einer geröteten Gesichtsfarbe. Oft hat der Pykniker weiches und dünnes Haar. Einen pyknischen Körperbau fand Kretschmer bei Patienten, die unter „manisch-depressiven Psycho­sen" litten (dies ist eine Geisteskrankheit, die gekennzeichnet ist durch starke Stimmungsschwankungen - von „Himmel-hoch-jauch-zend" bis „zu Tode betrübt"). Der „durchschnittliche", „normale" Pykniker liebt die Gemütlichkeit, ist ein Genießer und findet schnell Kontakt zu anderen Menschen. Seine Stimmung kann aber schnell zwischen fröhlich und traurig wechseln.

Der athletische Typ

Der athletische Typ zeichnet sich durch eine starke Entwicklung Skeletts und der Muskulatur aus, durch breit ausladende Schultern und eine starke Brust. Der Rumpf wird zum Becken hin schmaler, so dass ein trapezförmiger Umriß entsteht. Zumeist handelt es sich um große bis mittelgroße Gestalten. Der Kopf ist knochig derb und weist eine Eiform auf. Dieser Typus ist bei Menschen zu finden, die unter Schizophrenie oder Epilepsie leiden.

Der durchschnittliche athletische Typus zeichnet sich aus durch unerschütterliche Ruhe und Gelassenheit. Er ist sehr belastbar und zäh, neigt aber auch zu explosionsartigen Wutausbrüchen.

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