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Theoretische Grammatik.doc
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Das Paradigma

In der deutschen Sprache gibt es keine einheitliche Auffassung des Terminus und des Begriffs grammatischer Kategorie. Aber die Wissenschaftler sind darin einig, dass die grammatische Kategorie in Form des Paradigmas existiert.

In der Morphologie spricht man über 3 Arten des Paradigmas:

  1. Paradigma der Wortart;

  2. Paradigma des Wortes;

  3. Paradigma der grammatischen Kategorie.

Es gibt verschiedene Definitionen des morphologischen Paradigmas. Sie werden aber streng in Anlehnung an morphologische Formen, d.h. als Gesamtheit von Satzformen gegeben.

O.I.Moskalskaja schreibt: Unter Paradigma einer Wortart versteht man die Gesamtheit der Wortformen, die den Wörtern der betreffenden Wortart eigen sind. Das Paradigma hat eine Systemcharakter. Alle Wortformen im Paradigma sind aufeinander abgestimmt und stehen einander als Gegenglieder einer Opposition gegenüber:

  1. ich rufe, du rufst, er ruft (nach der Person);

  2. ich rufe, wir rufen (nach der Zahl);

  3. ich rufe, ich rief (nach der Zeit);

  4. ich rufe, ich riefe, ich würde rufen (nach dem Genus).

Die Gegenüberstellung der Glieder ist in unserem Fall möglich, weil ihnen eine oder mehrere grammatische Bedeutungen gemeinsam sind und weil sie zugleich im Rahmen einer dieser grammatischen Bedeutungen einander gegenüber stehen, d.h. eine Opposition bilden. In unserem Beispiel ich rufe, du rufst, er ruft sind die Wortformen dadurch vereint, dass sie alle a) finite Formen (Personalformen); b) Formen des Präsens; c) Formen des Singulars sind. Im Rahmen der ersten grammatischen Bedeutung aber sind sie einander gegenübergestellt als Formen der 1./2./3. Person.

Die Paradigmen haben konjugierbare/deklinierbare Wortarten: Substantive, Adjektive, Zahlwörter, Verben, Pronomen.

Wenn irgendwelche Formen im Paradigma fehlen, dann spricht man von den lückenhaften Paradigmen: es schneit, es donnert, es gibt. Sie haben nur eine Form.

Das Paradigma bildet man gewöhnlich von deklinierbaren Wörtern - von der Ausgangsform, die in Wörterbüchern fixiert ist.

Die Formen werden im Deutschen synthetisch und analytisch gebildet. Synthetische Formenbildung der Wörter ist in dem Fall möglich oder zu verzeichnen, wenn innerhalb eines Lexems die grammatische Form angegeben wird, z.B.: Brüdern (¨-, -n) → Synthese. Wenn irgendwelche grammatische Bedeutungen durch einige Lexeme angegeben werden, geht es um eine analytische Formenbildung. Analytische Formen bestehen aus einigen Lexemen, z.B. zusammengesetzte Formen des Verbs: Konditionalis I und II, Infinitiv II, Passiv; bei Substantiven: das Geschlecht (Artikel); bei Adjektiven: Superlative, z.B.: am besten. Je nach dem, welche Formen bei der Bildung der Wörter beteiligt sind, werden die Sprachen in synthetische, analytische oder synthetisch-analytische eingeteilt. Die deutsche Sprache ist synthetisch-analytische Sprache. Was die Bildung der Formen im Deutschen angeht, so nimmt diese Sprache eine mittlere Stellung zwischen dem Englischen und dem Russischen ein.

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