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Unterrichtseinheit Nr.9 Das Thema: werben für deutsch

Aufgaben zum text

Bestimmen Sie den Kontext folgender Wörter:

eingehen ● der Alltagsdeutsch ● die Chefsekretärin ● sich anpassen ● weltweit ● beständig ● stellen anbieten ● absurd ● Spuren hinterlassen ● die Kontroverse ● der Schein ● der Zusammenhang ● innovativ ● lebenswichtig ● der Zwang ● originell ● mittels ● gedeihen ● vorbildlich ● erfreulich ● das Hörverstehen ● die Internetrecherche ● zusammenhalten ● auf Programm stehen ● gelten ● koordinieren ● das Studienfach ● der Trend ● dichten ● die Betreuung ● ergänzen ● der DAF-Experte ● sich klicken ● sich austauschen ● motivieren

Werben für Deutsch

Warum Deutsch lernen? Das Goethe-Institut antwortet auf diese Frage weltweit mit Humor und im Ernst - auf Veranstaltungen, mit Postern und Broschüren, im Internet.

Ein Gespräch über die Werbung für die deutsche Sprache

Welchen Stellenwert hat Deutsch als Fremdsprache heute?

Es gibt eine ganz aktuelle Statistik der Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache. Die zeigt ganz klar: Das Interesse am Deutschlernen ist unverändert groß. Etwa 20 Millionen Menschen lernen zurzeit im Ausland Deutsch. Allerdings hat es eine Akzentverschiebung gegeben: Deutsch wird heute auch in Mittel- und Osteuropa weniger als erste Fremdsprache gelernt - da steht ganz klar Englisch an erster Stelle - dafür aber verstärkt als zweite Fremdsprache. In Europa und den USA herrscht das größte Interesse. In absoluten Zahlen führt Russland mit 4,6 Millionen derzeit die Statistik der Deutschlerner an, gefolgt von Polen und Frankreich. Die USA stehen auf Rang 10. In Großbritannien lernen auffallend wenige Deutsch, ein negativer Trend, der seit längerem anhält. Auch die Zahl der Deutschschüler in Frankreich geht leider zurück.

Wie reagiert das Goethe-lnstitut auf rücklaufige Zahlen?

In Frankreich haben wir gerade eine große Werbekampagne gestartet, die vor allem auf Emotion setzt. Sie zeigt Fotos von jungen deutsch-französischen Paaren und greift so das Bild vom „couple franco-allemand“ auf. Deutsch bringt euch den Nachbarn näher, heißt die zentrale Aussage. In Großbritannien hatten wir zusammen mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst eine erfolgreiche Plakat-und Postkartenaktion, die mit deutschen Namen und Begriffen spielt. In großen Lettern ist zum Beispiel „Einstein“ zu lesen, dazu der Slogan „Learn German, it's relatively easy“.

Muss für Deutsch mehr geworben werden als für Französisch oder Spanisch?

Nein, das nicht, aber wir leben in einer Gesellschaft, die es gewohnt ist, Angebote zu bekommen - nicht, sie sich zu holen. Heute muss man für jedes Produkt werben. In Mittel- und Osteuropa zum Beispiel war Deutschunterricht früher ein Selbstläufer. Aber jetzt haben wir gerade entschieden, auch dort für Deutsch zu werben. Zum einen, weil die Entwicklung dahin geht, Deutsch nicht mehr als erste Fremdsprache zu lernen. Aber auch, weil Werbung heute auch in diesen Ländern einfach dazugehört.

Wirbt das Goethe-Institut in jedem Land anders?

Unser großes Plus ist, dass wir überall auf der Welt vertreten sind und dadurch ganz gezielt werben können. Zwei Drittel unserer Mittel gehen daher an die Institute im Ausland, die dort Werbeprodukte planen und umsetzen. Ein Drittel wird für zentrale Projekte verwendet, von denen wir denken, dass sie überall gut ankommen. So zum Beispiel unsere Aktion "Tor für Deutschland" zur Fußball Weltmeisterschaft 2006. Viel Interesse weltweit weckt auch die Ausstellung "Herzliche Grüße", die einen spielerischen, originellen Blick auf die deutsche Sprache öffnet.

Worauf kommt es bei der Werbung für eine Sprache an?

Die Erlebnisansprache ist wichtig, das funktioniert besonders gut über Musik oder Sport. Nur einen Bleistift mit dem Goethe-Logo zu produzieren reicht nicht. In den USA organisieren wir seit sieben Jahren ein Fußballturnier für Deutschschülerinnen und - schüler mit Fußballstar Jürgen Klinsmann. Das bringt messbaren Erfolg. Und seit Mitte Oktober haben wir gerade zwei junge Berliner Popmusiker, Maximilian Hecker und Barbara Morgenstern, auf Welttournee geschickt.

Was gibt denn den Ausschlag, eine Sprache zu lernen?

Das ist sehr subjektiv. Aber ein Faktor ist sicher, wie häufig eine Sprache gesprochen wird. Da hat Deutsch gute Karten: In der EU ist Deutsch mit Abstand die meist gesprochene Muttersprache. Die Sprachkursteilnehmer der Goethe-Institute geben am häufigsten an, aus beruflichen Gründen Deutsch zu lernen.

Mal ketzerisch gefragt: Warum sollte man eigentlich Deutsch lernen? Wenn alle Englisch sprächen, können wir doch bestens kommunizieren?

Gerade wir Deutschen sind immer schnell bereit, unsere Sprache aufzugeben und Englisch zu reden. Das hängt sicher mit unserer Vergangenheit zusammen. Die Aufarbeitung des Nationalsozialismus hat dazu geführt, dass wir das Nationale lieber im Hinterrund lassen – und damit auch unsere Sprache. Erst jetzt langen wir wieder an zu sehen, dass eine Sprachenvielfalt in Europa – und in der Welt – auch zu einer Vielfalt von Ideen führt, zu einer Auseinandersetzung im positiven Sinne und auch zu einem besseren Verständnis.

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