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Text 1. Messen in Deutschland
(nach Wikipedia)
Eine Messe ist eine zeitlich begrenzte, wiederkehrende Marketing-Veranstaltung.
Auf einer Messe stellen die Hersteller eine Ware oder eine Dienstleistung zur Schau.
Die Kunden haben auf einer Messe die Möglichkeit, die Angebote verschiedener Hersteller zu vergleichen. Die Unternehmen bekommen finanziellen Gewinn, neue Kontakte, tauschen Informationen aus, ihre Waren werden bekannt.
Die Messen entstanden im Mittelalter. Im Unterschied zum Jahrmarkt hatten die Messen eine überregionale Bedeutung. Die Messen fanden gewöhnlich an kirchlichen Feiertagen und an geographisch günstigen Orten statt. Die Teilnehmer bekamen oft Privilegien: man schützte sie bei ihrer Anreise zum Messeort. Den ersten historischen Beleg für eine Messe liefert eine Schenkung des merowingischen Königs Dagobert I aus dem Jahre 634/635. Die bekanntesten mittelalterlichen Messen fanden in Champagne in Frankreich und in Schweden statt. Die Tradition, die Messen im Frühling und Herbst durchzuführen, ist bis heute geblieben.
Früher handelte es sich um Verkaufsmessen, die dem direkten Verkauf von Waren dienten. Heute dominieren Mustermessen, die Produkte sind als Muster vorhanden, besonders wichtig ist der Informations-austausch. Die Orte, wo die Messen organisiert wurden, hießen Messestädte. Bekannte Beispiele in Deutschland sind Frankfurt-am-Main, Leipzig und Nürnberg. Es gibt Messen, die auf einige Branchen spezialisiert sind – Fachmessen und Mehrbranchenmessen, oder Universalmessen.
Nach der Definition des deutschen Messeverbandes Ausstellungs- und Messe-Ausschusses (AUMA) sollte eine Messe sich vor allem an Fachbesucher wenden (Fachmesse). Wenn sich die Veranstaltung an die breite Bevölkerung richtet, handelt es sich um eine Ausstellung (auch: Publikumsmesse). Ein Beispiel dafür bieten die Spielwarenmessen. Jedes Jahr Anfang Februar findet in Nürnberg die Spielwarenmesse statt, weltgrößte Fachmesse für Spielwaren-Innovationen. Sie dient dem Einkauf der Handelsunternehmen bei den Herstellern und ist ausschließlich Fachbesuchern zugänglich. Dem steht gegenüber die jährlich Mitte Oktober in den Messehallen Essen/Ruhr stattfindende Publikumsmesse SPIEL, platziert vor dem Weihnachtsgeschäft. Diese ist eine Veranstaltung für die am Gesellschaftsspiel Interessierten in der breiten Bevölkerung.
Deutschland ist der international führende Standort für Messen und Ausstellungen.
Die größten Flächen an Ausstellungshallen in Deutschland sind:
Deutsche Messe, Hannover (496.000 m²)
Messe Frankfurt (345.700 m²)
Koelnmesse (284.000 m²)
Messe Düsseldorf (263.888 m²)
Messe München (180.000 m²)
Messe Berlin (160.000 m²)
Aufgaben zum Text
1. Beantworten Sie die Fragen:
1. Was für eine Veranstaltung ist die Messe?
2. Was bringt die Teilnahme an einer Messe den Herstellern und den Kunden? Was ist wichtiger Ihrer Meinung nach: der finanzielle Gewinn oder der Informationsaustausch?
3. Wann entstanden die Messen?
4. Worin bestand der Unterschied zwischen der Messe und dem Jahrmarkt?
5. Wann und wo fanden die Messen im Mittelalter statt?
6. Welche Privilegien hatten die Messeteilnehmer?
7. Welches Dokument liefert den ersten Beleg für eine Messe?
8. Welche Messen gab es früher und welche Messen dominieren heute?
9. Wie hießen Orte, wo die Messen organisiert wurden?
10. Welche Städte Deutschlands sind bekannte Messestädte?
11. Wie unterscheidet sich eine Messe von einer Ausstellung nach der Definition des deutschen Messeverbandes?
12. Was sind die größten Flächen an Ausstellungshallen in Deutschland?
