Добавил:
Upload Опубликованный материал нарушает ваши авторские права? Сообщите нам.
Вуз: Предмет: Файл:
Реферат.docx
Скачиваний:
6
Добавлен:
02.02.2015
Размер:
33 Кб
Скачать
☆

2. Daten und Methoden

Bodenchemische Daten

Regionalisierungen wurden in dieser Arbeit auf der Basis der

Daten der BZE I und der auf den Versuchsfl дchen des Projektverbundes

ENFORCHANGE (2007) erhobenen Daten

durchgefьhrt.

In den Jahren 1992–1997 wurde in Sachsen und Sachsen-

Anhalt eine Bodenzustandserhebung im Wald (BZE I) durchgefьhrt

(rAbEn et al. 2000). Als Referenzjahr der BZE I im

Gebiet der Dьbener Heide wird in dieser Arbeit das Jahr

1995 angenommen. Die bei der BZE I angewandten Methoden

der Gelдndeaufnahme und chemischen Analyse erfolgten

streng nach der in den 80er Jahren von den Mitgliedern

der Bund-/Lдnder-Arbeitsgruppe „BZE“ ausgearbeiteten Arbeitsanleitung

(BML 1990), wodurch eine ьberregional vergleichbare

und hochwertige Datenbasis erreicht werden

sollte (rAbEn et al. 2000). Im Rahmen des Projektverbundes

ENFORCHANGE (2007) sind im Jahr 2006 in der Dьbener

Heide Bodenprofi le an zwцlf reprдsentativ ausgewдhlten Versuchsfl

дchen (Kriterien: Substrat, Bestockung, Immissionsgradient;

friTz & mAKEsCHin 2007) bodenchemisch untersucht

worden. Die Probenahme erfolgte tiefenstufenweise nach

Arbeitsanleitung der BZE II (BMELV 2006), die bodenchemische

Analyse nach den Vorgaben des Handbuchs Forstliche

Analytik (BMELV 2005)

Auswahl des Datenkollektivs

Im Zuge der explorativen Datenanalyse wurden zunдchst

Korrelationsanalysen fьr den Gesamt-Datenbestand der

BZE I der Dьbener Heide erstellt (Kern- und AuЯenbereich =

grьne und blaue Inventurpunkte in Abb. 1). So konnte eine

relativ umfangreiche Datenbasis fьr statistische Analysen

einbezogen werden. Ziel dieser Arbeit war aber, speziell

Verдnderungstendenzen im Kerngebiet der Dьbener aufzuzeigen,

und wenn mцglich auch zu regionalisieren. Hierzu

war es nцtig, mit einer eingeengten Stichprobenauswahl

(blaue Inventurpunkte in Abb.1) aus dem engeren Umfeld der

Enforchange-Kernfl дchen der Dьbener Heide (rote Rechtecke

in Abb.1) zu arbeiten. Ein univariater Vergleich von bodenchemischen

ZustandsgrцЯen der BZE I, geplottet gegen

den (logarithmierten) Abstand der BZE-Inventurpunkte von

den nordwestlich gelegenen Hauptemittenten in Zschornewitz

und Bitterfeld, zeigte wesentlich straffere lineare Zusammenhдnge

fьr das Kerngebiet als fьr das erweiterte

Gebiet der Dьbener Heide (Abb. 2). Dies spiegelt die Bodenbelastung

durch Luftschadstoffe in der Vergangenheit im

Industrierevier Halle-Leipzig-Bitterfeld wider, die bis in einer

Entfernung von mindestens 25 km leewдrts von Bitterfeld

im Kerngebiet der Dьbener Heide besonders hoch ausfдllt

(vgl. bArOnius 1992, KOCH et al. 2002 b). Aus sachwissenschaftlichen

Erwдgungen macht es also Sinn, das BZE I

Datenkollektiv auf den engeren Bereich der Dьbener Heide

zu begrenzen. Problematisch ist dabei der geringe Stichprobenumfang

von 17 Beobachtungen, der zu gering zur Erstellung

aussagekrдftiger multipler Regressionsmodelle sein

kann. Im Untersuchungsgebiet der Dьbener Heide erwies er

sich aber als noch vertretbar, d. h. ausreichend hoch, da in

diesem Gebiet im Vergleich zu anderen Regionalisierungsstudien

auЯergewцhnlich starke (hinsichtlich partiellem RІ

und Signifi kanz) und klar interpretierbare Kovariablen (hinsichtlich

mцglicher Kausalitдt) gefunden werden konnten

(siehe Kap. Ergebnisse).

Abb. 1: Lage der Stichprobenpunkte in der Dьbener Heide; rot: Beprobung

in den ENFORCHANGE-Kernversuchsfl дchen im Jahr

2006; cyanblau: BZE I-Flдchen (1995) im engeren Kern der Dьbener

Heide; grьn: BZE I-Flдchen (1995) im AuЯenbereich der

Dьbener Heide.

Fig. 1: Location of the test plots in the region Dьbener Heide; red: soil

samplings from the experimental plots of the ENFORCHANGE

study in 2006; cyan blue: ICP Forest Level I-plots (BZE 1995)

within the central area of the Dьbener Heide; green: ICP Forest

Level I-plots (BZE 1995) on the periphery of the Dьbener

Heide.

pH-H2O 0–5 cm

3.61 – 3.82 4.42 – 5.18 Versuchsfl дchen (2005)

3.82 – 3.99 5.18 – 6.30 BZE-I (~1995, Kernbereich)

3.99 – 4.42 BZE-I (~1995, AuЯenbereich)

Waldцkologie, Landschaftsforschung und Naturschutz 8 (2009) 23

Regionalisierung der bodenchemischen Drift AFSV

Regionalisierungsverfahren

Zentraler Kern einer Regionalisierung ist die Entwicklung

sachlogisch begrьndeter Ьbertragungsregeln (um vom Punkt

zur Flдche gelangen zu kцnnen). Die Ьbertragung von Messdaten

auf die Landschaft ist dann mцglich, wenn es in der

explorativen Datenanalyse gelingt, signifi kante standцrtliche

Einfl ussfaktoren auf der Plotebene zu identifi zieren und diese

Einfl ussfaktoren auf der Landschaftsebene fl дchendeckend

digital vorhanden sind. Zur Beurteilung der Validitдt dieser

Ьbertragungsregeln ist der Einsatz geeigneter statistischer

Verfahren unabdingbar. Diese statistischen Verfahren stellen

im Regionalisierungsprozess aber auch die wesentliche

HilfsgrцЯe dar, um reale empirische Daten in wissenschaftliche

Aussagen (wie Theorien oder Hypothesen) zu ьberfьhren

(vgl. zi rlEWAgEn & vOn WilPErT 2004).

Regionalisierung der bodenchemischen Drift (1995–2006)

Die Modellierung rдumlicher und zeitlicher Einfl ьsse auf bodenchemische

Eigenschaften erfolgte in dieser Arbeit getrennt.

In einem ersten Arbeitsschritt wurde die rдumliche

Variabilitдt von pH und Basensдttigung der BZE I-Daten

analysiert und modelliert (statistische Analyse und Modellbildung

auf der Raumskala, Referenzzeitraum ~1995) und Prognosekarten

im GIS berechnet. Diese Karten wurden dann

mit den 12 Enforchange-Versuchsfl дchen verschnitten und

Korrelationen zwischen den modellierten BZE I-Daten des

Jahres 1995 und den bodenchemischen Messwerten des

Jahres 2006 berechnet. In der explorativen Datenanalyse

wurden die Abweichungen zwischen beiden Datensдtzen

kausalanalytisch und quantitativ analysiert. Im letzten Auswertungsschritt

wurden die bei dieser Residuenanalyse abgeleiteten

Algorithmen zur Regionalisierung bodenchemischer

Daten in der Dьbener Heide fьr das Jahr 2006 verwendet.

Durch Gegenьberstellung der Upscaling-Ergebnisse der

Jahre 1995 und 2006 lieЯ sich die bodenchemische Drift im

Modellgebiet regionalisieren und visualisieren.

Regionalisierung bodenchemischer Daten der BZE I

Zur Regionalisierung bodenchemischer ZustandsgrцЯen der

BZE I in der Dьbener Heide wurden multiple lineare Regressionsmodelle

erstellt, die mцglichst weitgehend die rдumliche

Variation der ZielgrцЯe (Basensдttigung, pH) aufklдren

sollten. Konventionelle Methoden der Geostatistik (Variogrammanalyse)

dienten i.d.R. nur noch der Prьfung der Unabhдngigkeit

und Zufallsverteilung der Residuen (zi rlEWAgEn

2003, zi rlEWAgEn et al. 2006). Ziel war hierbei, nur Prдdiktoren

zuzulassen, die in einem bodenkundlich sinnvollen Zusammenhang

zu der ZielgrцЯe stehen. (zi rlEWAgEn & vOn

WilPErT 2004). Zahl und Art der bei der Modellerstellung

verwendeten Prдdiktoren wurden an die in der zitierten Literatur

verwendeten angelehnt, wurden jedoch im Modellgebiet

individuell bestimmt. Die Optimierung der Gelдndemodelle

und die Modellgьte wurden fьr jedes Regionalisierungsmodell

anhand der statistischen KenngrцЯen Kollinearitдtsindex,

Toleranzindex, RMSE, RІ, partielles RІ der ins

Modell einbezogenen Prдdiktoren sowie anhand der Entwicklung

der statistischen KenngrцЯen wдhrend der schrittweisen

Anpassung des Modells dokumentiert. Ebenso wurden

anhand einschlдgiger statistischer Tests fьr die verwendeten

Prдdiktoren und die ZielgrцЯe (Basensдttigung, pH)

die Voraussetzungen fьr die Bildung multipler linearer Regressionsmodelle

geprьft und ggf. eine entsprechende

Transformation der Daten durchgefьhrt. Die Gьte der Regionalisierungsmodelle

wurde durch eingehende Fehleranalyse

ьberprьft. Dabei wurde auch die Autokorrelation berьcksichtigt.

Die Einhaltung der Voraussetzungen fьr die Anwendung

von Regressionsanalysen wurde ьber grafi sche Auswertungen

zu den Verteilungscharakteristika und Residuen sowohl

fьr die Prдdiktoren als auch das Gesamtmodell geprьft und

dokumentiert.

Abb. 2: pH-H2O-Werte der BZE I in 5 – 10 cm Tiefe im Verhдltnis zum logarithmierten Abstand der BZE-Inventurpunkte von den Hauptemittenten

in Zschornewitz und Bitterfeld fьr das engere Kerngebiet (links) und den erweiterten Einzugsbereich der Dьbener Heide (rechts); zur

Flдchenabgrenzung („Kerngebiet“ vs. „alle Daten“) s. Abb. 1.

Fig. 2: pH-H2O (BZE I-values) at 5– 10 cm depth plotted against the distance from main sources of industrial emissions in Zschornewitz and Bitterfeld;

left: only data from the central area; right: all data, including data from the periphery of the region Dьbener Heide (cf. Fig. 1).

AFSV Regionalisierung der bodenchemischen Drift

Bodenchemische Parameter weisen hдufig nichtsymmetrische,

schiefe Verteilungen auf. In den verschiedenen in dieser

Studie angepassten Modellen konnten durch Log-Transformierungen

schiefe Verteilungen reduziert und eine an die

Normalverteilung besser angepasste Verteilung erzielt werden.

Zur Ьberprьfung wurden deskriptive Statistiken, PP-,

QQ- und Boxplots verwendet. Multikollinearitдt wurde mit der

Korrelationsmatrix, den Toleranzwerten der Regressoren sowie

dem Konditionsindex ьberprьft. Zur Vermeidung der

Ьberparametrisierung wurde die Anzahl Regressoren in allen

Modellen begrenzt. Hierzu diente auch der schrittweise

Aufbau der multiplen Regressionsmodelle im sogenannten

STEPWISE-Verfahren (= schrittweiser Aufbau der Regression

mit Kovariablen, Prozedur REG; SAS Institute 1999).

Die Gьltigkeit von Linearitдt und Varianzgleichheit wurde

durch Residuenanalyse ьberprьft. Diese half zudem, AusreiЯer

auszumachen, die zu verzerrten Regressionsmodellen

fьhren kцnnen. Verfahren der konventionellen Statistik und

Variogrammanalysen wurden mit dem Programmpaket SAS/

STAT durchgefьhrt (SAS Institute 1990, Release 9.1.3).

Die mit SAS berechneten Regressionskoeffizienten wurden

halb automatisch in ArcView-GIS 3.3 eingelesen und zur

Berechnung der Prognosekarten mit Avenue-Skripten verwendet.

Alle Prognosekarten wurden in Form von ArcView-

Grids erzeugt. Dadurch, dass alle wesentlichen Schritte der

Modellerstellung skriptgesteuert erfolgten, konnten alternative

Modelle zur Plausibilitдtskontrolle zeitnah im GIS getestet

bzw. auch im Nachhinein leicht ьberprьft werden. Die

Berechnung der Prognosekarten erfolgte im 20 m-Raster,

der rдumlichen Auflцsung des zur Verfьgung stehenden digitalen

Gelдndemodells.