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stilistik_der_deutschen_gegenwartssprache (1).doc
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Syntax aus stilistischer Sicht

In der Syntax, ebenso wie in der Morphologie, kann jedes Sprachmittel zum Stilmittel werden. Die Hauptgroesse der Syntax ist der Satz. Die Struktur des Satzes ist fuer die Stilkunde von grosser Bedeutung.

Von groesster Bedeutung sind auch die Bindemittel zwischen Saetzen, ihre qualitative Beschaffenheit und ihr quatitativer Gebrauch. Die syntaktischen Mittel aller Art, unterstuetzt von gewissen Wortschatzelementen, spielen eine ausschlaggebende Rolle und verleihen dem Stil eine gewisse Faerbung.

  • Stilistische Aufgabe der Wortfolge

  • Stilistischer Wert der Laenge der Saetze

  • Typen der Saetzverbindungen

  • Stilistische Leistungen der Satztypen

Vorlesung 8: Phonostilistik. Wortbildung aus stilistischer Sicht

Einige Fragen der Phonostilistik

Die Phonetik bildet den geschlossensten Teil der Sprache, deshalb bietet sie eine viel bescheidenere Moeglichkeit fuer die Realisierung stilistischer Besonderheiten. Zu den Lauterscheinungen, die als Stilmerkmale oder Stilmittel gelten koennen, sind die Intonation, Besonderheiten der Aussprache, die Lautmalerei.

  • Intonatorisch-stilistische Fragen: phonetische Stilarten (feierlicher Stil, Stil der alltaeglichen Umgangssprache, offizieller Stil, wissenschaftlich-sachlicher Stil, familiaerer Stil), expressive Rolle der Intonation, Akzente und Pausen, Rhytmus;

  • Stilistisch-bedingte Besonderheiten der Aussprache: Sprechweise in verschiedenen Situationen, Sprachportraets;

  • Lautmalerei und Lautsymbolik: Begriff und Hauptfunktionen.

Wortbildung aus stilistischer Sicht

Wortbildungsprodukte sind komplexe lexikalische Einheiten in Wortstruktur. Die Wortbildung hat nicht nur mit der Bildung von neuen Woertern nach produktiven Modellen zu tun, sondern auch mit den im Wortschatz gespeicherten Wortbildungsprodukten als Vertretern von Wortbildungstypen sowie ihren formalen und semantischen Beziehungen: in Wortbildungsnestern, in Wortbildungsreien, in Wortbildungsgruppen.

  • Stilwert der Transposition: Prozesse der Substantivierung und Verbalisierung der Wortarten und ihre Funktionen;

  • Stilistische Moeglichkeiten der Ableitungen: Ableitungen mit absoluter und partieller Stilfaerbung;

  • Stilistische Moeglichkeiten der Zusammensetzungen: individuelle Komposita in verschiedenen Stilen der Sprache.

Vorlesung 9: Stilfiguren

Mit den Stilfiguren oder rhetorischen Figuren uebernehmen wir ein jahrtausendealtes Erbe der antiken und mittelalterlichen Rhetorik. Es handelt sich dabei um bewusst ein gestyte, zu Lehrzwecken ausgewaehlte und systematisierte sprachliche Gestaltungsmittel und Formulierungsmuster, die der öffentlichen Rede und der Dichtung besondere Wirkungspotenzen verleihen. Durch Stilfiguren soll erreicht werden, dass sich bestimmte Texte und Textsorten durch ihre Gestaltung vom spontanen Sprachgebrauch des Alltags abheben. Ihre Hauptfunktionen sind Ausdrucksvariation und Ausdrucksverstaerkung. Daneben dienen Stilfiguren der Hervorbringung besonderer Wirkungspotenzen von Texten: Hervorhebung, Pointierung, Kontrastierung, Veranschaulichung, Bewertung, ohren- und augenfaellige Gliederung.

Wie bei allen Stilelementen gibt es auch bei den Stilfiguren eine aussenordentliche Vielfalt und Mannigfaltigkeit.

Man unterscheidet z.B. Wortfiguren, die eher eine schmueckende Wirkung ausueben, und Gedankenfiguren, die den Aufbau eines Textes beeinflussen und nicht an spezifische sprachliche Ausdrucksformen gebunden sind.

Es gibt eine Klassifikation nach vier Aenderungskategorien, bei beruecksichtigt wird, das eine sprachliche Aeusserung auf vielerlei Weise veraendert, variiert, umformuliert werden kann:

  1. durch den Ersatz von Konstituenten:

  2. durch Hinzufuegung sprachlicher Elemente;

  3. durch Weglassen syntaktischer Einheiten;

  4. durch Aenderung der Reihenfolge der syntaktischen Einheiten.

  • Figuren des Ersatzes (Tropen): Emphase, Periphrase, Methonymie, Metapher, Ironie, etc.;

  • Figuren der Hinzufuegung: Wiederholung, Epipher, Prolepse, Paronomasie, Parallelismus, Epitheton, etc.;

  • Figuren der Auslassung: Ellipsen, Aposiopese, Zeugma;

  • Figuren der Anordnung und des Platzwechsels: Umstellung, Wiederaufnahme, Einschub, Konstruktionswechsel.

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