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Stilistika.doc
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7. Die semantisch-expressive Stilfärbung als stilistische Kategorie

Die lexikalischen Einheiten des stilistisch-differenzierten Wortschatzes sind auch nach der semantisch-expressiven Stilfärbung nicht einheitlich. So bilden sie einige Stilschichten im Sprachsystem, denn sie können nach ihrer Semantik entweder gehoben oder dichterisch oder umgangssprachlich oder salopp oder derb sein. Sie haben also außer der denotativen Information noch eine konnotative Information und können Nebensinne und verschiedene Gefühle ausdrücken. Deshalb wird die Verwendung der Wörter in der Rede wegen ihrer Stilfärbung bestimmt beschränkt. Das Wissen über die normative Stilfärbung ist entscheidend für die Wortwahl, die jede kommunikative Situation diktiert. Solche Möglichkeit der Wahl bietet das System der Sprache in Form von synonymischen Elementen an: wenn ein neutrales Wort hat noch einige über neutrale und unter neutrale Synonyme.

Um das Verhältnisse der stilistischen Synonyme auszudrücken und die Wörter aus der Sicht der emotionalen Höhenlage zu charakterisieren, werden einige Schemen ausgearbeitet, die bekannteste ist die Rieselsche Skala. Dieses Schema wird auf dem Verhältnis der Stilschichten zur normativen (literarischen) Norm ausgebaut. Riesel gebraucht folgende Termini für die Bezeichnung der Stilschichten: einfach-literarische Stilfärbung (0-Stufe); gewählte (+1), poetische (+2), literarish-umgangssprachliche (-1), familiär-umgangssprachliche (-2), grob umgangssprachliche Stilfärbung (-3).

Es gibt noch eine dreiteilige Klassifikation von Ludwig:

  • die „neutrale“ Ebene — die Lexik, die in jeder Situation und jeder Textsorte zu verwenden sind;

  • die „über neutrale“ Ebene — der Sprecher hebt sich bewusst die Lexeme vom neutralen Ausdruck ab;

  • die „unter neutrale“ Ebene — Lexeme dieser Ebene werden in ungezwungener (nicht offizieller) Kommunikation verwendet.

8. Die gehobene Schicht des Wortbestandes (+1, +2 Stufe)

Nach der Rieselschen Skala unterscheidet man einige Stilschichten nach dem Verhältnis zur literarischen Norm. Die 0-Stufe bezeichnet die normalsprachliche Lexik: normalsprachliche Wörter sind in objektiv sachlichen Mitteilungen anzutreffen. Sie bilden Basis aller sprachlichen Produktion (Gesicht, Pferd, sterben).

Die nächste Stufe heißt +1-Stufe; dazu gehört die gehoben Lexik: Lexeme dieser Tonalität sind zum Ausdruck hoher Gefühle angebracht, die mit solchen Begriffen verbunden sind wie Tod, Geburt, Vaterland, Liebe. Sie sind zu Hause in Toasten, Grabreden, Todesanzeigen usw. (Angesicht, Ross, ableben, versterben).

Die nächste Stufe heißt +2-Stufe; dazu gehört die dichterisch-erhabene Lexik: ihre Domäne sind Poesie, künstlerische Werke verschiedenster Texttypen (Antlitz, entschlummern).

9. Die gesenkte Stilfärbung des Wortes (-1, -2, -3 Stufe)

Nach der Rieselschen Skala unterscheidet man einige Stilschichten nach dem Verhältnis zur literarischen Norm. Die 0-Stufe bezeichnet die normalsprachliche Lexik: normalsprachliche Wörter sind in objektiv sachlichen Mitteilungen anzutreffen. Sie bilden Basis aller sprachlichen Produktion (Gesicht, Pferd, sterben). Die gesenkte Stilfärbung charakterisieren drei Stilschichten. Die erste Stufe ist -1-Stufe; dazu gehört die umgangssprachliche Lexik; solche Lexeme sind mit dem Gefühl des Ungezwungenen verbunden. Ihr Verwendungsbereich ist Alltag, Freunde- und Kollegenkreis (Visage, Hafermotor, ein Sterbchen machen). Die zweite Stufe ist -2-Stufe; das ist saloppe Lexik, die für den offiziellen Stil anstößig ist. Der Gefühlston dieser Lexik ist nachlässig und burschikos (Fratze, Mähre, abkratzen, ins Gras beißen). Zur -3- Stufe gehört die derbe Lexik: das sind grob umgangssprachliche Wörter, die als Ausdruck von Zorn, Unzufriedenheit, Zynismus, Verachtung usw. verwendet werden (Fresse, Schnauze, krepieren). Die gesenkten Stilschichten drücken verschiedene Gefühle aus und bereichern den Wortbestand.

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