- •Vorlesung V, VI
- •1. Die zeitlichen Grenzen der mittelhochdeutschen Periode.
- •2. Gesellschaftliche Verhältnisse.
- •3. Erweiterung des deutschen Sprachraums durch die feudale Ostexpansion.
- •4. Die mittelhochdeutschen Territorialdialekte und ihre Entwicklungstendenzen.
- •Gliederung der mittelhochdeutschen Territorialdialekte.
- •Zwei Tendenzen in der Entwicklung der Territorialdialekte
- •Die Integration der Dialekte und der sprachliche Ausgleich in den Städten
- •6. Die Existenzformen der Sprache in der mittelhochdeutschen Zeit
- •5. Die Literatur des Mittelhochdeutschen.
5. Die Literatur des Mittelhochdeutschen.
In der mittelhochdeutschen Zeit ist eine reiche Literatur geschaffen. Die Hauptgattungen der mittelhochdeutschen Literatur sind: der Heldenepos, der Ritterroman, der Minnesang (ritterliche Lyrik) und der Spielmansepos.
Die Heldenepen stammen aus dem bairisch-österreichischen Sprachraum. Sie knüpfen an die altgermanischen mytischen und historischen Sagen an. Ihre Verfasser sind unbekannt. Das sind 1) das "Nibelungenlied", eines der hervorragendsten mittelalterlichen deutschen Epen, das die altgermanische mythische Sage von Siegfried und die historische Sage vom Untergang des Burgundenreiches vereinigt, 2) " Gudrun " ( nach der Hauptheldin benannt ), ein Epos aus dem Kreis der Wikingersagen, 3) die Epen über Dietrich von Bern (dem ostgotischen König Theodorich) aus dem gotischen Sagenkreis.
Die deutschen Ritterromane sind Nachdichtungen französischer Ritterromane. Besonders bekannt sind darunter a) "Erek", und "Iwein" und die Verslegende "Der arme Heinrich" des schwäbischen Ritters Hartmann von Aue (um 1165-1210), b) der Roman "Tristan und Isolde" des Verfassers Gottfried von Straβburg (gestorben um 1210); c) der Versroman "Parzifal" des Ritters Wolfram von Eschenbach aus Nordbayern (um 1170-1220).
Die ritterliche Lyrik ist auch im Süden reich vertreten. Auβer den Liebesliedern Hartmanns von Aue und Wolframs von Eschenbach sind noch die Werke Rheinmarders Alten und Rheinmars von Hagenau zu nennen. Der gröβte Lyriker jener Zeit aber war Walter von der Vogelweide (um 1160-1227). In seinen lyrischen Gedichten verherrlicht er die Schönheit der Natur, die Liebe. (daher der Minnessänger, die Liebe - die Minne ). Die Spielmannsepen "König Rother" und "Herzog Ernst" setzen die Traditionen der alten epischen Volksdichtung fort. Sie wurden von fahrenden Spielleuten vorgetragen.
Die ritterliche Dichtung, die im XII-XIII Jh. aufblühte, starb bis zum XIV Jh. fast gänzlich aus. An ihre Stelle tritt allmählich die städtische oder bürgerliche Literatur, die die wachsende Aktivität des werdenden Bürgertums verkündet.
Die bürgerliche Literatur des XIII Jh. ist durch folgende Gattungen vertreten: a) Schwänke., d.h. komische Kurzgeschichten, z.B. " Pfaffe Amis " des fahrenden Dichters Stricker - eine Sammlung von Schwänken über den lustigen Pfaffen Amis; b) didaktische Dichtung - gereimte Sprüche mit belehrendem Inhalt, z.B. das Lehrgedicht des fahrenden Dichters Freidank "Bescheidenheit"; c) Versnovellen, z.B. die Verserzähliung "Meier Helmbrecht" des österreichischen Dichters Wernere der Gärtner (um 1275).
6. Die Existenzformen der Sprache in der mittelhochdeutschen Zeit
Die vorherrschende Existenzform der deutschen Sprache blieben auch in der mittelhochdeutschen Zeit die Territorialdialekte. Sie sind die alleinige Sprachform, der sich Bauern, Handwerker, Händler und auch ein großer Teil der in der Hauptmasse noch ungebildeten, schriftunkundigen Adeligen bedienen.
Die Grenzen der einzelnen Territorialdialekte werden durch die politischen Grenzen der Territorien bestimmt, die die Grenzen der Herzogtümer der althochdeutschen Zeit abgelöst hatten, und, wo diese mit den Grenzen der alten Herzogtümer nicht zusammenfallen, allmählich verschoben. Das Kennzeichen der mittelhochdeutschen Sprachperiode ist aber, dass sich neben den Territorialdialekten neue Existenzformen der deutschen Sprache zu entwickeln beginnen. Einen mächtigen Anstoß dazu gibt das Aufblühen der weltlichen Dichtung und die Entwicklung verschiedener Gattungen der Prosa.
Es entsteht ein besonderer literarischer Stil – der Stil der höfischen Dichtung mit einigen Abarten je nach den einzelnen Gattungen der Dichtung.
Die Sprache der höfischen Dichtung ist das Produkt bewusster literarischer Formung der Sprache. Die literarische Formung ist aber zunächst hauptsächlich auf die Herausbildung eines bestimmten Kunststils und noch nicht auf die Normung und Vereinheitlichung der Sprache gerichtet. Die Dichter sind bestrebt, die auffälligsten Dialektismen, d.h. die primären Merkmale einzelner Territorialdialekte zu vermeiden.
Doch weisen die Literaturdenkmäler jener Zeit noch einen großen Einfluss der heimatlichen Mundart des Verfassers auf. Ihre Sprache ist also eine Übergangsform vom Territorialdialekt zur einheitlichen Literatursprache. Sie erhebt sich über den einzelnen Territorialdialekten und hat in diesem Sinne bereits übermundartlichen Charakter. Die landschaftlich bedingten Unterschiede in Lautform, Schreibung, Wortwahl und zum Teil auch in der Formbildung der Dichtungen dieser Zeit kennzeichnen aber die Sprache dieser Dichtungen als landschaftliche (regionale) Literatursprachen. Auch die Sprache der religiösen, rechtlichen, historischen, wissenschaftlichen und Geschäftsprosa streift die primären Merkmale von Territorialdialekten ab und strebt immer mehr dem sprachlichen Ausgleich zu.
Um die Mitte der behandelten Sprachperiode kommt auch ein erster Ansatz zu einer gemeindeutschen Literatursprache auf. Es ist das sog. klassische Mittelhochdeutsch, das sich Ende des 12. Jhs. in Verbindung mit der höfischen Literatur Süd- und Mitteldeutschlands herausbildet und bis ins 14. Jh. hinein fortlebt.
Das klassische Mittelhochdeutsch der höfischen Dichtung lässt sich keiner bestimmten Sprachlandschaft zuordnen. Es weist starke überlandschaftlichen Tendenzen auf. Die Überlandschaftlichen Tendenzen in der klassischen mittelhochdeutschen Dichtersprache werden durch lebhaften Verkehr der Ritter über die landschaftlichen Grenzen hinweg bei Turnieren, Hoffesten und auf Kriegszügen begünstigt.
Das klassische Mittelhochdeutsch entwickelte sich auf hochdeutscher Grundlage. Dass auch viele niederdeutsche Dichter die klassische mittelhochdeutsche Literatursprache nachahmten, verlieh ihr den Charakter einer überlandschaftlichen gemeindeutschen Literatursprache.
Das klassische Mittelhochdeutsch büßte jedoch gegen Mitte des 13. Jhs. seine führende Rolle ein, da die vorherrschende politische und kulturelle Stellung des schwäbisch-fränkischen Südwestens in der Geschichte Deutschlands nur von kurzer Dauer war und bald an die anderen Gebiete Deutschlands überging.
Auch die ritterliche Dichtung, die die klassische mittelhochdeutsche Dichtersprache ins Leben gerufen hatte, war bereits seit der zweiten Hälfte des 13. Jhs. in Niedergang begriffen, und starb bis zum 14. Jh. fast gänzlich aus. An ihre Stelle trat allmählich die städtische oder bürgerliche Literatur, die sich durch eine volkstümlich derbe, stark mundartlich gefärbte Sprache auszeichnete.
Das klassische Mittelhochdeutsch als eine erste gemeindeutsche Sprachform hatte keine Aussichten auf dauerhaftes Fortbestehen, da es als ritterliche Dichtersprache eine Sondersprache mit sehr enger sozialer Basis und nicht weniger engem Bereich des Funktionierens war. In jener Zeit waren auch die Kommunikationsverhältnisse für die Herausbildung einer einheitlichen gemeindeutschen Sprachform noch nicht gereift. Dagegen erwiesen sich jene übermundartlichen regionalen Ausgleichsformen der Sprache, die nicht nur durch die Dichtung des 12. – 13. Jh., sondern auch durch die Entwicklung verschiedener Prosagattungen gefördert waren und somit einen weiteren Bereich des Funktionierens und eine breite soziale Basis hatten, als höchst lebensfähig. Sie müssten auch in mündlicher Form im öffentlichen Leben Anwendung gefunden haben, und nämlich als Vertragssprache der Predigt, als Verkehrssprache bei überregionalen Unternehmen wie Kriegszüge, Turniere, Hoffeste u. a.
Ausgleichstendenzen ergriffen nicht nur die geschriebene Form der Sprache, sondern auch die gesprochene Sprache. Berücksichtigt man die Integrationstendenzen in den kolonialen Territorialdialekten und in den Verkehrssprachen der Städte, so kann man sagen, dass die Integration sich nicht nur in der geschriebenen Sprache, sondern zum Teil auch in ihrer mündlichen Gebrauchsform ankündet.
Parallel mit der Entwicklung neuer Existenzformen der Sprache und mit der Erweiterung ihres Geltungsbereiches vertiefte sich die funktionale und soziale Schichtung der Sprache. Die soziale Schichtung der Sprache, die bereits auch in der althochdeutschen Zeit bestanden hatte, vertieft sich mit der Entwicklung neuer Existenzformen der Sprache, weil die Angehörigen verschiedener Klassen an den einzelnen Existenzformen der Sprache verschiedenen Anteil hatten.
Die Bauern beherrschten nur ihre heimische Mundart und bekamen die übermundartlichen Ausgleichsformen der Sprache nur vom Predigt. Alle anderen Existenzformen der deutschen Sprache, sowie das Latein, das noch immer internationale Sprache von Bildung, Wissenschaft und Recht war, waren ein Monopol der herrschenden Klasse, des geistlichen und des weltlichen Feudaladels, und einer dünnen Oberschicht des Bürgertums.
Маркгра́ф (от нем. Markgraf; фр. Marquis, итал. Marchese, англ. Margrave) — в раннем средневековье в Западной Европе должностное лицо в подчинении короля, наделённое широкими административными, военными и судебными полномочиями в марке.
На своих территориях маркграфы обладали властью уровня герцога за единственным исключением: во время военных походов маркграфы следовали за герцогским знаменем.
Институт маркграфства возник и был введён в правление Карла Великого в начале IX века. На границах своего государства Карл Великий создал: Аварскую,Фриульскую, Саксонскую, Сорбскую и Испанскую марки. На восточной границе Баварии была образована Восточная марка (позже известная как Австрийская марка).
Для защиты Тюрингии и Саксонии от нападений славян императоры Саксонской династии основали Северную марку (нем. Nordmark), позже преобразованную вБранденбургскую, а также Мейссенскую и Датскую марки. После императора Генриха III на границе Каринтии была создана Штирийская марка, а на западе маркграфствоНамюр.
Маркграфы Бранденбурга в 1356 году получили непосредственные полномочия имперских князей — курфюрстов, а маркграфы Австрийские получили титул герцога (а позже эрцгерцога).
После распада племенных герцогств все маркграфы получили статус имперских князей, а «маркграф» остался титулом, который, например, от бранденбургскихГогенцоллернов перешёл к франконским.
В Италии, где императоры также ввели титул маркграфа, а также во Франции, от него произошел дворянский титул Маркиз.
Ливо́ния — историческая область в северной Прибалтике. Названа германскими рыцарями-крестоносцами по имени одного из проживавших в то время на этой территории финно-угорских племён — ливов.
