Ab 1500 n. Chr - Neuzeit
Urmenschen — Funde und Fundorte aus der Vorgeschichte
Nicht immer haben die Menschen über die Kunst des Schreibens verfügt. Schriftliche Berichte liegen uns über die ersten Menschen, ihr Aussehen, über ihre Lebensweise und ihre Lebensbedingungen nicht vor.
Dennoch wissen wir heute eine ganze Menge von unseren frühen Vorfahren. Knochen, Tonscherben, Werkzeuge, Häuserreste oder Gräber sind Spuren, die sie hinterlassen haben. Sie liegen tief im Erdbereich, in versteckten Höhlen oder auf dem Grund eines Sees verborgen.
Solche Funde werden sorgfältig untersucht. Im Jahre 1856 fanden Arbeiter in einem Steinbruch in Neandertal bei Düsseldorf Knochenreste. Die Untersuchungen an der Universität von Bonn stellten fest: es handelte sich um die Gebeine eines Menschen, der vor etwa 150 000 Jahren gelebt haben mußte. Bald war er auf der ganzen Welt als der Neandertaler bekannt.
In Deutschland wurden später noch Überreste von weiteren Urmenschen gefunden. Sie stammten aus noch früherer Zeit als der Neandeltaler. Der Urmensch von Heidelberg (Heidelberger) lebte vor mehr als 500 000 Jahren. Am Bodensee fanden sich die Reste von jungsteinzeitlichen Siedlungen, die vor etwa 8 000 Jahren zum Schutz vor Tieren und Feinden auf Pfählen im Wasser angelegt worden waren. In der Lüneburger Heide sind noch heute die riesigen Steingräber zu sehen, die Hünengräber genannt werden, denn man glaubte, nur Hünen (Riesen) könnten solche riesigen Steine bewegt haben.
Germanen.
Der indogermanische Stamm der Germanen bildete sich im 2. Jahrtausend vor Christus aus verschiedenen nordeuropäischen Stämmen heraus, wobei er teilweise auch jungsteinzeitliche Bauervölker in sich aufnahm. Der Name "Germanen" stammt vermutlich aus dem Keltischen, bedeutete "Nachbarn" und bezog sich zunächst nur auf den germanischen Stamm der Tongern. Erst später dehnten die Römer die Bezeichnung auf alle germanischen Stämme aus. Die Heimat der Germanen ist Südskandinavien und Norddeutschland zwischen unterer Weser, Odermündung, Ostsee und Nordharz, wo bereits seit der Jungsteinzeit germanische Siedlungen mit einer friedlichen Bauernkultur entstanden.
Die letzten Jahrhunderte vor Christus brachten einen sozialen Umschwung. Durch Klimaverschlechterungen aus ihrer nordischen Heimat verdrängt zogen die Germanen auf breiter Front nach Süden und Südwesten und suchten neue Siedlungsgebiete. 168 v.Chr. stießen die Germanen zum ersten Mal mit den Römern zusammen und am Oberrhein und in Süddeutschland vermischten sie sich mit den Kelten.
Kelten.
Um etwa 800-400 v. Chr. existierte eine mitteleuropäische Kultur, die Latenkultur, getragen von Kelten, deren Herkunft im Dunkel liegt, wahrscheinlich war ihre Urheimat nördlich der Alpen. Die Kelten ließen sich im heutigen Spanien, Italien und Frankreich nieder und setzten mit ihren Schiffen nach England über. Sie legten die Städte an, die von den Römern oppida genannt wurden.
Die Stämme der Kelten waren meinst sehr kriegerisch. Meister in der Metallverarbeitung hatten sie Streitwagen erfunden, um deren Räder die Schmiede glühendheiße Metallreifen zogen. Mit diesen stabilen, schnellen, von zwei Pferden gezogenen Streitwagen fuhren sie mitten ins Kampfsgetümmel, sprangen ab und kämpften.
Bis zur Mitte des ersten Jahrhunderts vor Christus drangen die Germanen gegen keltisches Gebiet nach Süden vor. Vielfach verschmolzten germanische und keltische Stämme zu Mischvölkern. Die Römer versuchten ebenfalls, ihre Grenze nach Osten zum Rhein und der Donau vorzuschieben. In kurzer Zeit gehörte das gesamte keltische Siedlungsgebiet zum römischen Imperium, die Kelten waren romanisiert und die Germanen wurden die direkten Nachbarn der Römer.
