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Вариант 2

Die Selbstreinigung der Gewässer

Flüsse, Bäche und Seen sind oberirdische Gewässer. Werden in sie gereinigte oder ungereinigte Abwässer eingeleitet, nennt man sie Vorfluter. In den verschiedenen Zonen dieser Vorfluter findet man Lebewesen, die in der Lage sind, die jeweils angebotenen Nährstoffe zu verwerten. Die natürliche Selbstreinigung der Gewässer durch den Abbau fäulnisfähiger Stoffe nach einer bestimmten Fließzeit und Fließstrecke des Vorfluters, ist diesen Lebewesen zu verdanken. Unter günstigen Bedingungen werden dadurch die Verunreinigungen weitgehend beseitigt, so daß der ursprüngliche Reinheitszustand wenigstens annähernd wieder erreicht wird.

Die Selbstreinigungsvorgänge beruhen meist auf biologischen Vorgängen (Selbstreinigung durch Organismen) oder chemischen Prozessen (v. a. Oxidations- und Reduktionsvorgänge), deren Wirksamkeit durch physikalische Faktoren wie Fließgeschwindigkeit, Gestalt des Flußbettes, Mischungsverhältnis von Schmutz- und Frischwasser, Wassertemperatur, Wassertiefe, Intensität und Dauer der Sonneneinstrahlung und Feinheit der Abfallstoffe unterstützt wird. Die Hauptlast der Selbstreinigung fällt den biologischen Vorgängen zu.

Die Organismen, die bei der Selbstreinigung mitwirken, sind Pilze, Algen, Bakterien, Protozoen, Krebse, Muscheln, Würmer, Insektenlarven, Schnecken, Fische, größere räuberische Tiere und Wasservögel. Die bei den letzteren stellen das Endglied der biologischen Selbstreinigungskette im Wasser dar.

Bakterien, Algen und Pilze nehmen im Wasser bzw. Abwasser gelöste oder feinverteilte organische bzw. anorganische Komponenten auf Im Stoffwechsel der Organismen werden diese Stoffe in die körpereigene Substanz eingebaut oder zur Energiegewinnung letztlich zu Wasser und Kohlendioxid abgebaut. Zur Aufrechterhaltung dieser Prozesse wird aus dem Wasser gelöster Sauerstoff entnommen. Die Algen sind durch ihre Ernährungsweise in der Lage, bei Tag den so aufgezehrten Sauerstoff nachzuliefern. Wird das Gewässer mit Pflanzennährstoffen wie Stickstoff oder Phosphor belastet, so kommt es zur Eutrophierung. Die Folgen sind vielfältig: z. B. starke Algenentwicklung und Verkräutung; vor allem mit zunehmender Wassertiefe abnehmender Sauerstoffgehalt; Änderungen bei Flora und Fauna; Faulschlammbildung; schlechter Geruch und Ungenießbarkeit des Wassers. Wenn der Sauerstoff ganz verbraucht ist, geht der weitere Abbau in Fäulnis über, es kommt zum Umkippen des Gewässers.

Die Protozoen, die Bakterien und Algen als Nahrung aufnehmen, können z. T. auch gelöste organische Substanzen verwerten. Krebse, Nesseltiere, Schnecken und Wünner ernähren sich von ungelösten, abgesetzten oder suspendierten Stoffen. Außerdem ernähren sie sich von Protozoen. Größere Krebse und Insektenlarven nehmen ihrerseits Kleinkrebse, Wünner, auch Protozoen auf. Fische und Wasservögel, die selbst wiederum räuberischen Tieren zum Opfer fallen, ernähren sich vielfach von Krebsen und Wünnern. '

Für die Intensität der Selbstreinigung ist nicht nur ein optimales Funktionieren der Lebensgemeinschaften maßgebend, sondern auch die Gestaltung des Flußbettes. In natürlich geformten Flußbetten, also in Gewässern mit großer Oberfläche und starken Turbulenzen (unregelmäßige, starke Wasserströmungen mit Wirbelbildung), sind die Lebensbedingungen für die Organismen auf Grund des besseren Sauerstoffeintrags günstiger als in korrigierten oder gestauten Flußläufen.