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6. Die Difftonge.

Es gab im Althochdeutschen folgende Difftonge: ei, ia, io, iu, ou, uo (ai, au, ea, ie, eo, ua).

7. Die Konsonanten.

Es gab den Halbvokal [u] (w, uu, u, nach Vokalen in der Schrift).

Stimmlose Konsonanten: [p], [t], [k], [f], [s], [s/ƒ] (шепелявое) (in der Schrift „s“), [θ]

Hauchlaut: [h]

Achlaut: [ch]

Ichlaut: [Q]

Stimmhafte Konsonanten: [b], [d], [g], [j], [ð]

Sonore: [m], [n], [l], [r].

Affrikaten: [ts] (z, c), [pf], [kx] (kch)

Folgende Konsonanten gab es noch nicht: [v], [z], [з], [ƒ], [t ƒ], [ŋ].

Im Althochdeutschen waren nicht nur die Vokale, sondern auch die Konsonanten kurz und lang. Die langen Konsonanten wurden in den Handschriften durch die Verdoppelung des Buchstabens bezeichnet. z. B kunnan

Thema 8. Das Lautsystem im Mittelhochdeutschen

In der mittelhochdeutschen Periode unterscheidet man dieselben hochdeutschen Dialekte, die es auch schon im Ahd. gab: Mittelfränkische, Rheinfränkisch, Südfränkisch, Ostfränkische, Alemannisch, Bayerische.

Außer diesen Dialekten waren folgende ostmitteldeutschen Dialekte im Entstehen begriffen: Thüringisch, Obersächsisch, Schlesisch.

Diese Dialekte entstanden auf den Ländereien, die die deutschen Feudalen während ihrer Feldzüge gegen die Slawen im 12 Jh. Und später eroberten.

1. Der Umlaut im Mittelhochdeutschen

Mhd

Ahd

wähset

mägede

wachsit

Im Mittelhochdeutschen entstand der Sekundärumlaut. Das war der Umlaut vom kurzen „a“ in den 3 Fällen, in denen das kurze „a“ im Althochdeutschen nicht umgelautet worden war. Der Sekundärumlaut durch „a“ bezeichnet. z. B.

Außer dem Sekundärumlaut gab es im Mittelhochdeutschen schon den Umlaut vom langen a→æ, vom langen o→œ, vom langen u→iu [y:], vom kurzen o→ö, vom kurzen u→ü und vom Difftong uo→üe, ou→öu.

2. Die Vokale im Mittelhochdeutschen

Im Mittelhochdeutschen gab es folgende Vokale:

- kurze- -9;

- lange- -8;

- Difftonge- ei, ie (←ia+io), ou, öu, uo, üe (←uo) – 6.

3. Die Reduktion

Die Reduktion war zu Ende der ahdt. Periode im Wesentlichen abgeschlossen. Im Mittelhochdeutschen kommt nur noch eine Endung, die nicht reduziert worden ist. Das ist die Endung –iu [y:] bei den Adjektiven und Pronomen.

z. B. mînin (meine)

Nicht reduziert blieben die Vokale in den sogenannten schweren Suffixen.

  1. Die Konsonanten im Mittelhochdeutschen

Stimmlose: p, t, k, f, s, s/ƒ, ƒ, h, x, ς

Stimmhafte: b, d, g, j

Sonore: m, n, l, r + Halbvokal u

Affrikaten: pf, ts, t ƒ

Im Mittelhochdeutschen kamen die Konsonanten θ und ð nicht nach vor.

Es gab noch nicht v, z, з, ŋ.

Die stimmlose Aussprache der stimmhaften Konsonanten im Wortauslaut wurde in die Orthographie entsprechend wiedergegeben. z. B. tac (heute – Tag)

Man hing sich an das phonetische Prinzip bei der Schreibung.

Thema 9. Das Lautsystem des Neuhochdeutschen (selbständig)!

1. Veränderungen im Lautsystem beim Übergang vom Mhd. Zum Nhd.

Es gab qualitative und quantitative Vokalveränderungen.

Qualitative Vokalveränderungen:

1. die Diphthongierung der landen Vokale der hohen Zungenhebung

î, û, îû

↓ ↓ ↓

ei, au, eu

z.B. mîn→mein, îs→Eis

fûl→faul, hûs→Haus

hîûte→heute, lîûte→Leute

2. Die Monophthongierenden der geschlossenen Difftonge

ie, uo, üe

↓ ↓ ↓

ie [i:], [u:], [y:]

z. B. brief→Brief

ie [i:]

bluome→Blume

güete→Güte, müede→müde

3. Die Erweiterung der geschlossenen Difftonge

ei, uo, öe

↓ ↓ ↓

[ai], [au], [oø]

ei au eu,äu

z. B. kleit→Kleid

boum→Baum

böume→Bäume

Für den Übergang vom Mhd. Zum Nhd. sind noch einige Prozesse im Vokalsystem charakteristisch, die aber keine allgemeine Geltung haben:

1) Der Ersatz von „u“ und „ü“ vor den Nasallauten „m“, „n“ durch „o“ und „ö“

z. B. sumer→Sommer

kumen→kommen

künec→König

2) Der Ersatz vom langen â in manchen Wörtern durch das lange [o:]

z. B. âne→ohne

mânet→Monat

mân→Mohn

3) Die Labialisierung der Vokale „e“ und „i“ (e→ö, i→ü)

z. B. swem→schwömen

flistern→flüstern

4) Die Delabialisierung der Vokale (ü→i)

z. B. würken→wirken

Quantitative Veränderungen:

1. Die Denung des kurzen Vokals in offenen Silben

z. B. sagen→sagen

[a] [a:]

(Im Ahd. Und Mhd. spielte die Art der Silbe keine Rolle für die Länge bzw. des Vokals)

In isolierten einsilbigen Wörtern, die nur aus einer geschlossenen Silbe besteht, wurde der Vokal vor sonoren Konsonanten gedehnt.

z. B. wer→wer

[ε] [e:]

In manchen Wörtern wurde der kurze Vokal vor –rd-, -rt- gedehnt (z. B. die Erde).

Vor Gruppen von Konsonanten und vor verdoppelten Konsonanten blieben die kurzen Vokale ungedehnt.

In der modernen Sprache dient die Verdoppelung der Konsonanten nicht mehr zur Bezeichnung der Länge der Konsonanten wie im Ahd. und Mhd., sondern zur Bezeichnung der Kürze des vorhergehenden Vokals.

2. Die Kürzung des langen Vokals in geschlossenen Silben

z. B. hêrre→Herr

Die Apokope – der Schwund des Vokals am Wortende.

Die Synkope – der Schwund des Vokals in der Mitte des Wortes.

In einigen Wörtern entstand durch das Ausfallen eines Vokals eine geschlossene Silbe, der Vokal blieb aber lang.

z. B. magen – Magd

obeз – Obst

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