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2. Pluralbildung der Substantive

Im Althochdeutschen drückte die Flexion der Substantive die Zahl und den Kasus aus.

Im Althochdeutschen

Im Mittelhochdeutschen

N: Taga

Pl. N:Tage

Pl. G: Tago

Pl. G:Tage

D: Tagum

Pl. D:Tagen

A: Taga

Pl. A: Tage

In den deutschen Dialekten hat der Umlaut bei der Pluralbildung eine größere Anwendung als in der Literatursprache gefunden.

3. Wortbildende Suffixe im Althochdeutschen

Zur Ableitung von Substantiven dienten folgende Suffixe:

al fogal

o boto

il griffil

a flioga

î: wîti

in friuntin

unga wirkunga

nissi vierstandnissi

ida reinida

ilin (heute – lein)

-voll

In der modernen Sprache

-los

-frei

-mässig


Durch M. Luther kam das Suffix –chen in die Literatur. Im Althochdeutschen entstanden einige neuen Suffixe mit abstrakter Bedeutung aus ursprünglich selbstständigen Wörtern. Das waren die heutigen Siffixe -schaft, -tum, -heit.

Das althochdeutsche Substantiv tuom bedeutete „Stand“, „Lage“. Das Wort schaft besaß die Bedeutung von Beschaffenheit, Zustand (z.B. nâchbûtschaft). Das Substantiv heit bedeutete „Lage“, „Art“ (z.B. frîheit). Im heutigen Deutschen: man, vogel, werk, zeug.

Zur Ableitung der Adjektive dienten folgende Suffixe:

-ig

kreftig

-isk

heimisk

-în

humonrîn

Einige Suffikse der Adjektive gehen auf ursprünglich selbständige Wörter zurück.

z.B. -lich ← lih = Körper

-bari ← beran = tragen

-haft

-sam

4. Entlehnte Suffixe

Die entlehnten Suffixe gelangen in die deutsche Sprache zusammen mit Wörtern aus anderen Sprachen, wurden dann hier abgelöst und auch an deutsche Wörter angehängt. Die wichtigsten entlehnte Suffixe sind:

1) lat. –ārius → deut. –er

z.B. molinārius – Müller

fiscārius – Fischer

2) griech. –istēs → deut. –ist (Sozialist)

3) franz. –īe → deut. –ei oder –ie (Melodei, Melodie)

4) franz. –ier → deut. –ier (konjugieren, stolzieren)

5) altfranz. –ley → deut. –lei (Mancherlei)

(Art und Weise)

6) griech. –ismus

7) lat. –alis → deut. –al (sozial)

5. Steigerung der Adjektive

Die Steigerungsformen der Adjektive wurden im Althochdeutschen mit Hilfe der Suffixe –ir oder –ôr im Komparativ und –ist oder –ôst im Superlativ. Im Mittelhochdeutschen: im Komparativ –er, im Superlativ –est.

z.B. Ahd: skôni – skônir – skônist

hôh – hôhir/ hôhôr – hôhist/ hôhôst

Die Suffixe –ir und –ist riefen im Althochdeutschen den Umlaut des kurzen a hervor:

z.B. alt – ẹltir – ẹltist

lang – lėngir – lėngist

Die Adjektive, die auf i ausgingen, bekamen immer die Suffixe –ir, -ist. Die anderen einsilbigen Adjektiven konnten sowohl –ir, -ist, als auch –ôr, -ôst anfügen. Den mehrsilbigen Adjektiven bekamen immer die Suffixe –ôr und –ôst.

z.B. mahtig – mahtigôr – mahtigôst

Der Komparativ und der Superlativ der Adjektive wurden im Althochdeutschen immer schwach dekliniert. Im Mittelhochdeutschen wurden die Vokale i, o in den Suffixen reduziert und die Suffixe bekamen die Klangform –er und –est. Der Umlaut, den die Suffixe ahd –ir, -ist bewirkten, verbreitete sich auf die meisten umlautsfähigen einsilbigen Adjektive und wurde zum Kennzeichen der Steigerungsformen.

z.B. gesund – gesunder/gesünder, d.h. dass diese Adjektive früher ihre Steigerungsformen sowohl mit –ir, -ist, als auch mit –ôr und –ôst bildeten.

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