К онтрольная работа № 2
В а р и а н т 4
1. |
Вместо точек поставьте один из недостающих парных союзов. |
weder-noch, entweder-oder, nicht nur-sondern auch, je-desto, bald-bald
1. … kommt der Fuchs zum Storch, … ist der Storch bei ihm zu Gast. 2. … kommt er selbst noch heute zu uns, … wir besuchen ihn morgen Abend. 3. … regnet es, … beginnt es zu schneien. 4. … musst du deine Arbeit umschreiben, … du wirst die Prüfung nicht ablegen können. 5. Gestern hat es … geregnet, … hat die Sonne geschienen. 6. … sicherer die Daten sind, … sicherer ist unsere Prognose. 7. Ich trinke Kaffee … … am Morgen, … … am Abend. 8. Er sagt … ja, … nein. 9. … stärker der Kaffee ist, … besser schmeckt er mir. 10. Ich habe … den Film gesehen, … das Buch gelesen. 11. … fleiβiger die Schüler sind, … mehr Freude bringt dem Lehrer seine Arbeit. 12. Es gibt … … Schülerbücher, … … Materialpakete für den Lehrer. 13. An seinem Wohnort durfte sich … eine Universität … ein Gymnasium befinden.
2. |
Вместо модальных глаголов употребите глагол haben с инфинитивом. |
1. Seine Schwester muss im Juni schon Abitur machen. 2. Der Arzt muss den Kranken untersuchen. 3. Du musst den Artikel kürzen. 4. Ihr sollt das Gedicht auswendig lernen. 5. Nach der Arbeit muss Monika noch etwas zum Abendbrot kaufen. 6. Er soll das Wörterbuch morgen zurückgeben. 7. Ich muss dir viel erzählen. 8. Was soll ich damit tun? 9. Bis morgen muss man noch vieles tun. 10. Wir müssen diesen deutschen Artikel ins Russische übertragen. 11. Wir dürfen keine Zeit verlieren.
3. |
Вместо модальных глаголов употребите глагол sein с инфинитивом. |
1. Nicht alle Fragen kann man gleich beantworten. 2. Diesen Text kann man leicht übersetzen. 3. Das kann man nirgends finden. 4. Dieses Buch kann man überall kaufen. 5. Nicht jeder Wunsch des Kindes muss man sofort erfüllen. 6. Mit ihm darf man nicht spaβen. 7. Das kann man mit Geld gar nicht bezahlen. 8. Die Blumen muss man regelmäβig gieβen. 9. Die Rechnung muss man genau prüfen. 10. Man muss die Führung übernehmen. 11. In jedem Fall kann man die beste Lösung finden. 12. Die Gründe dafür kann man leicht verstehen.
4. |
Поставьте вместо точек необходимое по смыслу местоименное наречие. |
1. … handelt es sich im Text? 2. Berichten Sie kurz … ! 3. … erkennt man, dass es dieser Text aus dem 19.Jahrhundert ist? 4. … unterscheiden sich die beiden Teile des Textes? 5. Sprechen Sie mit Ihrem Nachbar … ! 6. Wer kann … antworten? 7. Schreiben Sie einen kurzen Informationstext … ! 8. Sind Sie … einverstanden? 9. … beschäftigen sich die Studenten gern? 10. … interessieren sie sich? 11. Frage mich … nicht! 12. Bitte mich nicht … !
5. |
От глаголов, данных справа, образуйте Partizip II, выступающий в качестве определения к существительному. |
Die … Aufgabe |
stellen |
Die … Tage |
vergehen |
Die … Texte |
hören |
Der … Roman |
verfilmen |
Die … Demonstration |
planen |
Die … Ode |
vertonen |
Die … Resolution |
verbreiten |
Die … Rekonstrution |
anfangen |
Die … Meldungen |
auswählen |
Der … Weihnachtsbaum |
schmücken |
Die … Bücher |
bestellen |
Das … Jahrhundert |
vergehen |
Die … Information |
wünschen |
Die … Hinweise |
geben |
Die … Diagramme |
verwenden |
Die … Geschenke |
wünschen |
Die … Auswahl |
begrenzen |
6. |
От глаголов, данных справа, образуйте Partizip I, выступающий в качестве определения к существительному. |
Das … Kind |
singen |
Die … Schülerin |
schreiben |
Der … Student |
lesen |
Der … Sportler |
laufen |
Die … Frau |
lächeln |
Die … Melodie |
bezaubern |
Das … Paar |
tanzen |
Der … Vogel |
fliegen |
Das … Schiff |
brennen |
Die schwer … alte Frau |
atmen |
Die … Wirkung |
stimulieren |
Die … Mutter |
werden |
Das … Benehmen |
abstoβen |
Die … Frau |
schweigen |
7. |
Составьте предложения, поставив данные глаголы в Präsens Passiv. |
1. der Text, ins Deutsche, übersetzen. 2. Obst und Gemüse, billig, verkaufen. 3. der Kuchen, am Sonntag, backen. 4. die Winterjacke, zur Reinigung, bringen. 5. das Rentealter, verlängern. 6. das Zentrum der Stadt, sanieren. 7. diese Feier, wie feiern? 8. in dem Interview, wonach, fragen? 9. in diesem Kapitel, welches Thema, behandeln? 10. dieses Wort, heutzutage, so oft, warum, benutzen? 11. an diesem Problem, in der ganzen Welt, arbeiten. 12. gegenwärtig, an neuen Konstruktionen, arbeiten. 13. das Hörverstehen, systematisch, schulen. 14. dabei, verschiedene Themen, diskutieren. 15. Früher musste ich darauf achten, dass, alles aufessen. 16. Heute achte ich darauf, dass, zu viel, nicht, essen.
8. |
Глаголы, стоящие справа, поставьте в Präteritum Passiv. |
1. Die Stadt St. Petersburg ... 1703 ... . |
gründen |
2. Rom ... nicht in einem Tag ... . |
bauen |
3. Der Kranke ... täglich vom Arzt ... . |
untersuchen |
4. Ich ... von meiner Schwester ... . |
wecken |
5. Das ganze Dorf ... durch den Brand ... . |
vernichten |
6. Der ursprüngliche Plan ... dreimal ... . |
ändern |
7. Hier ... verschiedene Traditionen miteinander ... . |
kombinieren |
8. Viele Gebäude der Stadt ... ... . |
renovieren |
9. Alles Geld ... aus der Tasche ... . |
ziehen |
10. Wir ... auch zum Gespräch ... . |
einladen |
11. Über diese Versuche ... von Faradey ... |
berichten |
12. Es ... zweimal ... . |
messen |
9. |
Ответьте на вопросы по данному образцу. |
Muster: Wer hat das Gedicht ins Russische übertragen? (ein bekannter Dichter) – Das Gedicht ist von einem bekannten Dichter ins Russische übertragen worden.
1. Hat jemand die Flugtickets schon bestellt? (ich) 2. Wer hat die alte Wanduhr repariert? (mein Vater) 3. Wer hat dir diese Tropfen empfohlen? (unser Hausarzt) 4. Weißt du, wer mich kürlich besucht hat? (mein Schwager) 5. Wer hat dir diese Stelle angeboten? (der Arbeitsamt) 6. Wer hat das Dynamit erfunden? (Alfred Nobel) 7. Wer hat das Gesetz von der Erhaltung der Energie entdeckt? (M.W. Lomonossow) 8. Wer hat die erste historisch vergleichende Grammatik germanischen Sprache geschrieben (Jakob Grimm)
10. |
Глаголы, указанные справа, поставьте в Plusquamperfekt Passiv. |
1. Die ganze Gruppe besuchte die Ausstellung im Puppenmuseum. Sie ... vor einigen Tagen ... ... . |
eröffnen |
2. Im Schulkonzert trug ich ein Gedicht von H. Heine vor. Es ... von dem berühmten Dichter während seiner Italienreise ... ... . |
schaffen |
3. Meine Mutter hatte einen schönen Ring. Dieser Ring ... noch meiner Groβmutter ... ... . |
schenken |
4. Nachdem der Roman der jungen österreichischen Schriftstellerin ins Russische ... ... ..., wurde sie auch in unserem Lande bekannt. |
übertragen |
5. Einige Jahre nachdem das Radium ... ... ..., wurden die biologischen Wirkungen seiner Strahlung gefunden. |
entdecken |
11. |
Поставьте в Futurum Passiv глаголы, данные справа. |
1. Die Tür ... abends um 9 Uhr ... ... . |
abschlieβen |
2. Morgen ... ich vom Arzt ... ... . |
untersuchen |
3. Ich ... zu einem Festessen ... ... . |
einladen |
4. Die Konferenz ... nächste Woche ... ... . |
durchführen |
5. Seine Unschuld ... im weiteren ... ... |
beweisen |
6. Unsere Interessen ... in der Zukunft ... ... . |
berücksichtigen |
7. Diese Frage ... im nächsten Kapitel ... ... . |
behandeln |
8. Das Problem ... ... ... . |
untersuchen |
9. Die Ursachen ... ... ... . |
beseitigen |
10. An der Verbesserung unserer Methoden ... auch weiter ... ... . |
arbeiten |
11. Über weitere Untersuchungen ... später ... ... . |
berichten |
12. |
Закончите предложения, поставив глагол, данный справа, в Infinitiv Passiv. Подчеркните модальные глаголы. |
1. Die Kranken müssen von der Krankenschwester ... ... . |
beruhigen |
2. In diesem Fall sollen alle Möglichkeiten ... ... . |
nutzen |
3. Die Übung muss von dem Schüler unbedingt ... ... . |
umschreiben |
4. Radioaktiver Müll darf in der Erde nicht ... ... . |
vergraben |
5. Der Hörsaal soll ... ... . |
lüften |
6. Mit Zahlen kann das ... ... . |
beweisen |
7. Der Plan kann leicht ... ... . |
realisieren |
8. Viel Neues muss ... ... . |
berichten |
9. Die Liebe zur Poesie muss ... ... . |
pflegen |
10. Seine Handschrift kann kaum ... ... . |
lesen |
11. Alle wichtigen Aufgaben müssen rechtzeitig ... ... . |
erfüllen |
12. Warum soll denn jetzt alles ... ... . |
verändern |
Т ЕКСТЫ ДЛЯ ПЕРЕВОДА
К КОНТРОЛЬНОЙ РАБОТЕ № 2
Text 1. ZUR ENTSTEHUNGSGESCHICHTE
DER DEUTSCHEN STAATSFLAGGE
Am 24. Februar 1848 kam die Nachricht aus Paris, dort war der König gestürzt worden. Es begann die Groβe Französische Revolution, es hatte Barrikaden und revolutionäre Martyrer gegeben. Die Unruhen weiteten sich auf den gröβten Teil Europas aus, griffen zunächst auf südwestliche, dann aber auch auf zentraldeutsche Staaten über und gipfelten in den Berliner Barrikadenkämpfen. Allenthalben überkreuzten sich nationale, soziale und liberale Tendenzen, gerichtet allesamt gegen die antinationale und freiheitsfeindliche Friedensordnung, die von dem Wiener Kongress 1815 nach der Zerschlagung Napoleons von den Siegermächten geschaffen worden war. In fast allen deutschen Residenzen kam es zu Straβentumulten. In Deutschland ging es vor allem um die revolutionäre Beseitigung der verhängnisvollen deutschen Kleinstaaterei, die dem Entstehen eines einheitlichen deutschen Nationalstaates jahrhundertelang im Wege gestanden und politische, ökonomische sowie geistige Entwicklung des Landes gehemmt hatte. Es herrschte nationale Frühlingsstimmung. In den Märztagen von 1848 flatterten in fast ganz Deutschland zum ersten Mal die Fahnen der Nationalbewegung: Swarz-Rot-Gold, die ihren Inhalt und Charakter versinnbilden mussten.
Der bürgerlich-demokratische Dichter der 48er Revolution Ferdinand Freiligrath, den eine Reihe seiner um jene Zeit entstandenen Gedichte zum Sänger der Revolution, zum Kämpfer für Freiheit und Recht werden lieβ, hatte in dem Gedicht „Schwarz-Rot-Gold" diese Farben auf eigene Weise gedeutet: „Pulver ist schwarz, Blut ist rot und golden flackert die Flamme..." Es mussten also die Farben des revolutionären Kampfes sein mit Gewehrschüssen und Opfern, die Hochburgen des feudalen Despotismus sollten im Feuer der Revolution niederbrennen.
In Wirklichkeit hat das „Schwarz-Rot-Gold" eine andere Herkunft und ist auf eine andere historische Tatsache zurückzuführen. Im Oktober 1817 lenkte die am nordwestlichen Zipfen des Thüringer Waldes, hoch über der Stadt Eisenach auf steilem Fels sich erhebende Burg Wartburg die Aufmerksamkeit ganz Deutschlands auf sich, als dreizehn protestantische deutsche Universitäten zur Feier der dreihundertsten Wiederkehr des Beginns der Reformation und des Sieges in der Schlacht bei Leipzig über Napoleon eingeladen hatten, um ihre Stimme für nationale Freiheit und für die Einheit ihres Vaterlandes zu erheben. An jenen, damals vor einhundert Jahren stattgefundenen Befreiungskämpfen war das Freikorps unter dem Befehl Lutzows beteiligt gewesen, in dem viele Studenten gegen fremdländische Eroberer gezogen waren. Ihre Uniformfarben waren: schwarz der Rock, rot die Beschläge, golden die Knöpfe. Die Versammelten machten diese Farben zu den Farben ihrer Fahne. Aber diese Aktion der Studenten hatte keine praktischen Folgen, weil die politischen Bedingungen für die Verwirklichung ihrer Forderungen damals nicht ausgereift waren.
1871 wurde Deutschland durch Bismarck unter preuβischer Ägide „mit Blut und Eisen“ vereinigt, aber die offizielle deutsche Staatsflagge wurde die schwarz-rot-goldene Fahne erst in der Weimarer Republik, deren politische Kräfte an die Ideen und Lösungen der Freiheitskämpfer der Vergangenheit knüpften. Sie tauchte wieder auf nach dem Sturz des faschistischen Dritten Reiches und wurde von beiden deutschen Staaten, sowohl BRD als auch DDR, übernommen, nur mit dem Unterschied, dass die DDR-Flagge noch ein aus Hammer und Zirkel bestehendes Wappen trug. (Beide Staaten hatten sich zu einem einheitlichen und demokratischen Deutschland bekannt.)
Nun lieβ sich dieses Ziel nach der Vereinigung Deutschlands verwirklichen. Nach dem Ausdruck des bekannten deutschen Politikers der Nachkriegszeit Willy Brandt, der dieses historische Ereignis noch miterlebt hatte: „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört.“
Text 2. BERLINER CHRONIK
B
erlin,
an der Spree gelegen, entstand aus zwei Ortschaften, Berlin und
Colin. Beide Orte erhielten unter der Regierung der Markgrafen Johann
l. und Otto III. im Jahre 1237 Stadtrechte.
1442 baute der Hohenzoller Friedrich П., genannt der Eiserne, ein Schloss; damit verlor die Stadt ihre Selbständigkeit. Seit i486 war Berlin nun ständig Regierungssitz der brandenburgischen Kurfürsten. Im Dreiβigjährigen Krieg sank die Einwohnerzahl der Stadt auf 6000.
Groβen Aufschwung nahm Berlin unter dem Groβen Kurfürsten, der 1685 die Hugenotten in die Stadt rief. Friedrich Wilhelm I. und Friedrich der Groβe machten Berlin zur führenden Industriestadt Preuβens, und so zahlte Berlin 1786 147000 Einwohner.
1810 wurde die Berliner Universität eröffnet. Nach den Freiheitskriegen wuchs die Stadt 1861 auf eine halbe Million Einwohner. Nachdem Berlin 1871 unter Kaiser Wilhelm I. Reichshauptstadt geworden war, entwickelte sie sich nun rasch zur Millionenstadt.
Nach dem 1. Weltkrieg Abdankung der Hohenzollern.
1920 entstand durch Eingemeindung Groβ-Berlin, und schon 1939 hatte die Stadt 4,3 Millionen Einwohner.
Durch den Zusammenbruch 1945 wurde Berlin Viersektorenstadt.
1961 Bau der Mauer in Berlin.
1989 Fall der Mauer.
1990 Wiedervereinigung der Stadt.
1991 Beschluss des Bundestages: Berlin bleibt deutsche Hauptstadt und wird Regierungssitz.
Text 3. NIKOLSKOE
Als „Nikolsköh" kennt fast jedes Kind in Berlin und Umgebung den auf den Havelhöhen gelegenen Ausflugsort, die Gaststätte im Blockhausstil mit der großen Terrasse davor und die benachbarte Kirche. Aber wer weiβ schon, dass der Ort eigentlich „Nikolskoje" genannt werden müsste, dass das russisch ist und bedeutet: Dem Nikolaus gehörig?
Nikolskoe ist ein Überbleibsel der deutsch-russischen Freundschaft aus der Zeit nach den Napoleonischen Kriegen. 1817 hatte der preuβische König Friedrich Wilhelm III. seine Tocher Charlotte mit dem russischen Thronfolger, dem Groβfürsten Nikolaus verheiratet. Als Tribut an ihre neue russische Heimat lieβ der König 1819 auf einer Anhöhe oberhalb der Havel, gegenüber der Pfaueninsel, nach russischen Plänen ein Blockhaus bauen. Das Geschenk an Charlotte, das schlieβlich nach ihrem Mann benannt wurde, geriet durch seine großen Ausmaße und den Geschmack der Zeit zu einer architektonisch-kunsthandwerklichen Mischung aus einer russischen Bauernkate und einem stolzen Schweizer Berghof. Die Wände wurden aus massiven, an den Ecken gekreuzten Balken zusammengesetzt; Fenster, Türen und Balkons sind durch reiches Schnitzwerk in teils barocken Formen verziert.
Erste ständige Bewohner des Blockhauses waren die russischen Leibkutscher des Königs. Einer von ihnen, Iwan Bockow, kam auf die Idee, an die frühen Ausflügler Erfrischungen zu verkaufen und begründete so den Gastronomiebetrieb in Nikolskoe. Die Gaststätte „Blockhaus Nikolskoe“ ging 1984 nach einer Brandstiftung in Flammen auf, wurde aber originalgetreu wiederaufgebaut. Das Restaurant (mit Cafebetrieb) hat heute gutbürgerliche deutsche Küche, arrangiert aber auf Bestellung für gröβere Gesellschaften „Russenabende" mit typisch russischen Menues.
Am Entwurf der benachbarten evangelisch-lutherischen Kirche „Peter und Paul“ wirkte Kronprinz Nikolaus, der spätere Zar Nikolaus I., mit. Die Kirche wurde nach seinen, von Karl Friedrich Schinkel überarbeiteten Skizzen gebaut. Baumeister waren August Stüler und Albert Dietrich Schadow. So entstand ein zugleich an die Vorstadtkirchen Schinkels und - durch eine blattverzierte Zwiebelkuppel - an russisch-orthodoxe Kirchen erinnerndes Gotteshaus für die Bewohner Klein-Glienickes. Getauft wurde die Kirche nach der „Peter-und-Pauls-Kathedrale“ in St. Petersburg.
Text 4. ZARIN VON RUSSLAND
Förderverein “Katharina II” will die Erinnerung an Zerbsts berühmteste Tochter wachhalten.
Mit der russischen Geschichte werden vor allem zwei markante Persönlichkeiten assoziiert: Peter I. und Katharina II. Beide gingen in die Historie als die “Groβen” ein. Aber es ist nicht nur das, was diese beiden Zaren verbindet. Der russische Historiker P.N.Krasnow fasst ihr Lebenswerk in folgende Worte: “Peter der Groβe öffnete das Fenster nach Europa, Katharina die Groβe das Tor”.
Auch in Anhalt-Zerbst haben sich seit dem Mauerfall Türen und Tore weit geöffnet. Und hat Katharina die Groβe (1729-96) auch in Zerbst Fürsprecher und Gegner, so erwähnt doch jeder Zerbster andernorts mit Stolz die Prinzessin Sophie Auguste Friderike als gröβte Tochter der anhaltinischen Stadt.
Der internationale Förderverein “Katharina II.” hat sich seit seiner Gründung im Jahre 1992 mit Unterstützung der Stadt und des Landkreises Zerbst mit allen Kräften darum bemüht, Katharina die Groβe als gebürtige Prinzessin von Anhalt-Zerbst würdig zu ehren. Der Verein machte mit Pressepublikationen und einem Straβentheater auf die Zarin aufmerksam. Zum Verein gehören 110 Personen aus Deutschland, Russland, der Ukraine und der Schweiz, aus Polen, Groβbritanien und Lichtenstein.
Der Förderverein plant im Rahmen seiner Arbeit die Herausgabe einer vierteljährlichen internen Zeitung.
Auf imposante Weise wurde im Januar 1994 die 250 Wiederkehr der Abreise des erst 14-jährigen Prinzessin von Anhalt-Zerbst nach Russland nachgestellt.
Das wichtigste anstehende Ziel des Fördervereins ist jedoch die Errichtung eines Denkmals zu Ehren Katharinas der Groβen in ihrem Herkunftsort Anhalt-Zerbst zu ihrem 270. Geburtstag am 2. Mai 1999.
Das Denkmal wird einer Frau gewidmet sein, die unter den Mächtigen ihrer Zeit als Kaiserin von Russland die Mächtigste war. Dr. Claus Scharf stellte in seinem letztjährigen Festvortrag fest, dass sie noch heute Millionen Leser und Leserinnen mit ihrer Autobiographie begeistert: “Diese Frau faszinierte nicht nur die Menschen, die ihr begegneten oder die mit ihr Briefe wechselten. Ihre Persönlichkeit, ihr einzigartiger Lebensweg, ihre Zielstrebigkeit, ihre Arbeitskraft, ihre natürliche Art des Umgangs, ihre unverblümten Selbstbeschreibungen, ihr Witz, ihre schier grenzlosen intellektuellen Interessen können uns vielmehr auch heute noch in ihren Bahn ziehen.”
Das fünf Meter hohe Bronzendenkmal wird zur Zeit in Moskau von der bekannten Bildhauer Prof. Michail Perejaslawzew geschaffen.
Text 5. SACHSEN-ANHALT
Landschaft und Geographie von Sachsen-Anhalt bieten kaum Superlative. Das Bild der Landwirtschaft beherrscht der Harz. Von den Höhen der Harzberge geht der Blick weit über fruchtbares Land, über Städte und kleine Gemeinden in die Ebene hinaus.
Tannen an Weihnachten - das gibt es überall. Aber mitten im Sommer? Das findet man nur im Harz. Dort werden sie zu Johannis (24. Juni) auf den Marktplätzen aufgestellt, allerdings ohne Silberschmuck. Dafür aber mit einem etwas verspäteten Maigrün, mit Eierschalengirlanden, Blumen und Flieder. Das ganze Dorf oder Städtchen, selbst der gestrenge Herr Pastor und Lehrer, tanzt um den Baum und singt alte Lieder. In die Sonnwendfeuer wirft man das duftende, goldgelbe Johanniskraut.
Sachsen-Anhalt ist ein städtereiches Land. Hauptstadt des Landes Sachsen-Anhalt war Halle an der Saale. Die jetzige Hauptstadt ist Magdeburg. Für alle Zeiten bleibt die Stadt Wittenberg mit dem Namen eines der gröβten Deutschen, Martin Luther (1483-1546) verbunden. Er wurde in Eisleben geboren, aber Wittenberg wurde zum Schauplatz seiner revolutionierenden Tat.
An den Turnvater Jahn erinnert Freyburg. Wer kennt nicht Wernigerode? Hermann Löns besang es als “bunte Stadt am Harz”. Das gotische, schiefergedeckte Rathaus war einst ein Tanzhaus und über dessen Tür steht ein an tiefem Sinn reicher Spruch: “Einer acht’s, der Andere verlacht’s, der Dritte betracht’s: Was macht’s?”
Im Osten des Landes liegt die schöne und reiche Stadt Dessau, die alljährlich mit Festspielwochen das Andenken an Richard Wagner feiert.
Das Renaissanceschloss Hartenfels in Torgau war einst Residenz der sächsischen Kurfürsten. In der Marienkirche ist Luthers Frau Katharina beigesetzt.
Das farbige Bild der Städte bietet eine kaum zu erschöpfende Fülle von Erscheinungen und Lebensformen.
Das anhaltinische Rothenburg, wie sich Zerbst nennen darf, bietet ein gut erhaltenes mittelalterliches Stadtbild. Ein Wehrgang, von Türmen und Toren unterbrochen, umgibt den alten Stadtkern. Sankt Nikolai war eine der gröβten Kirchen des norddeutschen Raumes.
Sachsen-Anhalt darf sich stolz preisen, viele bedeutende Männer der Geschichte und des Geistes hervorgebracht zu haben.
Thomas Münzer (1490-1525), aus Stolberg stammend, wird als Pädelsführer der aufständischen Bauern bei Mühlhausen hingerichtet.
Friedrich von Hardenberg, weit berühmt unter seinem Dichternamen Novalis (1772-1801), hat in der Zeit seines kurzen Lebens mit dem Roman “Heinrich von Offendingen” und den “Hymnen an die Nacht” zwei groβartige Werke der deutschen Literatur geschaffen.
Der Dichter Gottfried August Bürger (1747-1794) und der Komponist Karl Loewe (1796-1869) sind beide Meister der deutschen Ballade.
Die Lieder “Am Brunnen vor dem Tore”, “Das Wandern ist des Müllers Lust” kennt noch heute jeder. Ihren Dichter jedoch nur wenige. Es ist der Dessauer Wilhelm Müller (1797-1830).
Das Jahr 1685 schenkte dem Land einen überragenden Musiker, Georg Friedrich Händel aus Halle. Oratorien und eine Reihe von Opern haben sein Werk unsterblich gemacht.
Die Fülle groβer Persönlichkeiten zwingt zum Maβhalten. Namen müssen genügen um die Erinnerung an ihre unvergänglichen Leistungen wachzurufen: Leopold von Ranke (1795-1886), einer der universellsten Historiker, Samuel Schwabe (1789-1875), Entdecker der Periodizität der Sonnenflecken, Friedrich König (1774-1833) aus Eisleben erfindet die Schnellpresse, Fritz Hoffmann (1866) den künstlichen Kautschuk, Wilhelm Weber (1804-1891), der mit Gauβ zusammen neue Wege der Physik, so den elektro-magnetischen Telegraphen, fand, Friedrich Gottlieb Klopstock(1724-1803) hat als Dichter des “Messias” und zahlreicher Oden die Gemüter seiner Zeit nachhaltig beeindruckt.
Text 6. DAS SCHWABISCHE IST ANSTECKEND
Wer weiβ schon heute noch, dass es einstmals vor mehr als sieben Jahrhunderten ein “Herzogtum Schwaben” gab, das von Main bis zum Sankt Gotthard reichte, das Elsaβ, das südliche Baden, das heutige Württemberg und das heute bayerische Schwaben mit dem Bodensee als Mittelpunkt umfasste. Damals gab es keinen stolzeren Namen in der deutschen Welt als “Schwabe”. Wie es dann kam, dass kaum zwei Jahrhunderte später dieses Wort zum Schimpf- und Spottwort bei allen deutschen Stämmen geworden ist, bleibt für Volkskundler und Historiker ein seltsames Rätsel. Da geht beispielsweise in einem mittelalterlichen Schwänklein der Herrgott an einem schönen Maientag durch die Felder spazieren und begegnet einem Bauer, der lauthals heult. Was ihm fehlte, will der Herrgott wissen. Der Bauer schüttelt den Kopf: Ihm könnte niemand helfen, nicht einmal der Herrgott selber, er sei nämlich ein Schwob (Schwabe). Worauf der Herrgott sich traurig wegwandte und ebenfalls zu weinen begann.
Seit dem 16. Jahrhundert wurde der Schwabe zum Sündenbock für alles, was im Reich lächerlich schien. Das Fegfeuer des Spotts, durch das die Schwaben hindurch mussten, hat sie auch geläutert. Der ursprünglich so aggressive und streitlustige Stammescharakter hat sich gewandelt.
Die Schwaben misstrauen denen, die bombastisch und stur die hochmütige “Entweder - oder” als ihre Maxime verkünden. Ihre Weltanschauung ist, wofür Schiller und Hegel die klassische philosophische Begründung geben, das “Sowohl als - auch”, nämlich die Toleranz gegen Andersdenkende, Andersgläubige, Andershandelnde. Hochmütige, protzige, angeberische Leute werden nicht ernst genommen.
Allmählich ist den anderen die Lust, Schwaben zu verspotten, vergangen. Aber in der Selbstverspottung sind die Schwaben die unbestrittenen Meister. Andere deutsche Stämme können zwar auch lachen, aber nicht so frei und herzlich wie die Schwaben.
Was dem Nicht-Schwaben, wenn er in dieses Land kommt, zuerst am meisten auffällt, ist die “Schaffigkeit” der hier ansässigen Menschen. “Schaffe, spare, Häusle (Häuser) baue”, ist seit alters die Devise der Schwaben. Das Schwabische ist ansteckend. Auch ein bequemer oder gar fauler Einwanderer wird hier so schaffig, so ehrgeizig und so pflichteifrig wie die Einheimischen.
Den groβen Ruhm haben viele Schwaben gefunden. Nennen wir Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, dessen “abenteurlicher Simplizissimus” längst Vokabelsitz geworden ist, Christoph Martin Wieland einen der merkwürdigsten Schwaben aller Zeiten, den unvergleichlichen und unglückseligen Friedrich Hölderlin, den talentvollen Wilhelm Hauff, Johann Kepler, den Fürsten der Sternkunde, und den Schöpfer der Relativitätstheorie Albert Einstein. Man darf hier noch eines groβen Schwaben gedenken, der für jeden Deutschen mit dem geheiligten Namen Weimar zusammenhängt: Friedrich Schiller, der Deutschland und der Welt gehört.
Text 7. EHEPAAR UND EIN STUHL
Einer der merkwürdigsten Schwaben aller Zeiten war der protestanische Pfarrerssohn, der, nach Goethes schönem Wort, dem gesamten südlichen Deutschland seine eigentliche poetische und prosaische Literatur geschaffen hat. Christoph Martin Wieland (1733-1813) wurde in dem alten Reichsstädtchen Biberach an der Riβ geboren. Auf dem Marktplatz standen zu seiner Zeit noch zwei Galgen und der Pranger für die Übeltäter.
Originell, probat und witzig war die Strafprozessordnung in der alten Reichsstadt. Zwei Galgen, ausnahmsweise nicht nach den Konfessionen, sondern nach den Ständen geschieden, und ein Pranger “Lastersaul” genannt, standen in einem Winkel des noch heute mit stattlichen, hochgieblichen Patrizierhäusern umstandenen Marktplatzes. Raubmörder wurden zum Unterschied von anderen Sündern in eine Kuhhaut eingenäht, aus der nur der Kopf und die Arme herausschauten, und so vom Büttel zur Richtstätte geschleift. Pasquillanten wurden an den Pranger gestellt, wo der Scharfrichter das Pasquill in ihrer Hand öffentlich verbrannte.
Zänkische Eheleute wurden so lange nur mit einem Stuhl, einem Bett, einem Löffel, einem Teller und einem Krug in den Turm gesperrt, bis sie sich wieder zu vertragen gelobten. Streitsüchtige Weiber wurden miteinander öffentlich zur Schau gestellt, wobei sie sich aus nächster Nähe begaffen, beschimpfen und begeifern, aber nicht tätlich erreichen konnten. Ehebrecher bekamen im Turm vier Wochen lang nichts als ungesalzenen Brei vorgesetzt, damit ihre Lüste abgetötet und ihr Appetit auf die eigene Frau oder den eigenen Mann wieder geweckt würden.
Dem üblen Nachredner wurde am Pranger ein langer eiserner Schnabel vor den Mund geschnallt, an dem eine kleine Glocke bei jeder Bewegung klingelte. Felddiebe wurden in einem käfigartigen Korb am Rathaus hochgezogen, damit jeder sie genau betrachten konnte.
Text 8. VOM “PATENTIERKNECHT” ZUM SCHÖPFER DER RELATIVITÄTSTHEORIE
Als Albert Einstein von den Nazis aus Deutschland vertrieben und aus der Preuβischen Akademie der Wissenschaften hinausgejagt worden war, sagte der Nestor der deutschen Physiker Max Planck am 11. Mai 1933 vor diesem Gremium: “Herr Einstein ist nicht nur einer unter vielen hervorragenden Physikern, sondern Herr Einstein ist der Physiker, durch dessen in unserer Akademie veröffentlichten Arbeiten die physikalische Erkenntnis in unserem Jahrhundert eine Vertiefung erfahren hat, deren Bedeutung nur an den Leistungen Johannes Keplers und Isaac Newtons gemessen werden kann.”
Albert Einstein wurde am 14. März 1879 in Ulm geboren und starb am 18. April 1955 in USA. Sein Vater hatte eine kleine Fabrik, wo man ellektrische Geräte reparierte. Seine Mutter war sehr musikalisch und spielte oft Klavier. Schon seit einer frühen Kindheit war auch Albert für Musik begeistert, und als er sieben Jahre alt wurde, schenkte ihm seine Mutter eine Violine. Von dieser Zeit an konnte er sich von ihr nicht trennen. Er spielte nach dem Gehör, besonders oft Mozarts Werke.
Albert Einstein war ein schüchternes, wenig geselliges Kind, der nicht durch besondere Begabung auffiel. Niemand konnte glauben, dass hier ein Genie heranwuchs. Doch sehr früh beobachtete er die Phänomene der Natur. Er erzählte oft, welchen tiefen Eindruck auf ihn eine Magnetnadel machte, die ihm sein Vater zum Spielen gab. Etwas später begann er auch, sich auβerhalb des Schulunterrichts mit Mathematik zu beschäftigen und fand groβe Befriedigung in der Lösung von mathematischen Aufgaben. Nach Abschluss seiner Studien an der Technischen Hochschule Zürich im Jahre 1900 musste der junge Einstein für seinen Lebensunterhalt sorgen. Da er keine gute Anstellung finden konnte, so lebte er recht kümmerlich als Hauslehrer, bis er auf Empfehlung eines Freundes eine Anstellung als Hilfsgutachter am Patentamt in Bern erhielt. Er nannte sich spöttisch “Patentierknecht”.
Jetzt hatte er wenigstens Zeit, sein Physikstudium an der Universität Bern fortzusetzen und es im Jahre 1905 mit dem Doktor abzuschlieβen. Nach dreijährigem Wirken als Professor in Prag und Zürich wurde er nach Berlin berufen, wo er sich bis 1933 aufhielt.
Als Hitler zur Macht kam, wurden seine Bücher öffentlich verbrannt. Er emigrierte in die USA, wo er bis zu seinem Tode wissenschaftlich tätig war.
Er ist der weltberühmte Schöpfer der speziellen Relativitätstheorie, die er im Jahre 1916 zur allgemeinen Relativitätstheorie erweiterte, in die gleichzeitig eine neue Theorie der Gravitation eingeschlossen ist. Im Jahre 1921 wurde A.Einstein für diese wissenschaftliche Tat und für die Weiterentwicklung der Quantentheorie mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Auβerdem schenkte er der Welt eine Reihe weiterer bahnbrechender Erkenntnisse auf dem Gebiete der Physik.
Text 9. DER VATER DER PROTESTANISCHEN KIRCHE
Am 18. Februar 1546 starb Martin Luther an einem Herzinfarkt. Bei seinem Tode war Luther 63 Jahre alt und hatte doch in seinem kurzen Leben die gesamte christliche Welt erschüttert.
Martin Luther zählt zu den gröβten Deutschen. Der Reformator ist zwar im Jahre 1483 in Eisleben geboren. Aber er ist ein echter Thüringer. Nach den Jahren der Kindheit wurde Martin Luther erst nach Magdeburg und dann, 1499, zur Schule nach Eisenach geschickt, wo er sich sein Brot oft durch Betteln verdienen musste, bis ihm Frau Ursula Gotta ein Heim bot. Als er zwei Jahre später die Universität Erfurt bezog, sollte er eigentlich Rechtswissenschaft studieren. Zur Überraschung seiner Freunde trat er am 17. Juli 1505 in das Erfurter Augustinerkloster ein. Der junge Mönch machte rasch Karriere. 1508 findet man ihn an der Universität von Wittenberg, 1515 als Doktor der Theologie. Am 31. Oktober 1517, am Vorabend der Wittenberger Krimes, heftete er seine 95 Thesen an die Türe der dortigen Schlosskirche. Der Erfolg dieser Schrift überraschte Luther wohl selbst am meisten. In seinen 95 Thesen kritisierte Luther die Kirche vor allem für den Ablassmissbrauch, diese unwürdige Form der Bereicherung.
Aus dem zuvor treuen Diener der Kirche war der Reformator geworden. Der 31. Oktober wird in evangelischen Gemeinden bis heute als Reformationsfest gefeiert. Martin Luther verfolgte die einfache These, dass jeder Christ sich ausschlieβlich von den Worten der Heiligen Schrift, der Bibel, leiten lassen müsse. Er weigerte sich, den Papst als Vertreter Gottes auf Erden anzuerkennen. Der Papst ist heute deshalb nur das Oberhaupt der katholischen Kirche, nicht aber der vielen protestanischen Kirchen der Welt.
Der katholische Gottesdienst, in lateinischer Sprache gehalten, sei für die einfachen Bürger unverständlich, meinte er. Deshalb übersetzte er als erster die Bibel aus dem Lateinischen ins Deutsche. Die sogenannte “Lutherbibel” ist heute noch in Gebrauch. Ihre Sprache, das “Lutherdeutsch” hat die Entwicklung der hochdeutschen Sprache stark geprägt.
Die Verehrung von Heiligen und Reliquien (körperlichen Überresten von Heiligen), die in der katholischen Kirche üblich ist, wurde von der Reformation kritisiert. Heiligenbilder und Reliquien gibt es daher in evangelischen Kirchen nicht. Nur der Altar, das Kreuz und das Taufbecken sind aus der katholischen Tradition über-nommen. Die Institution der Ehe wertete Luther auf. Er selbst trat 1524 aus dem Augustinenorden aus und heiratete kurze Zeit später die ehmalige Nonne Katharina von Bora. Mit ihr wurde ihm 1526 der Sohn Hans geboren. Seinem Vorbild entsprechend können die evangelischen Pfarrer, im Gegensatz zu den katholischen Geistlichen heiraten.
Mit seiner Lehre provozierte Martin Luther das bestehende Gesellschaftssystem so sehr, dass er 1521 für vogelfrei erklärt wurde. Der Kampf währte bis zu seinem Tode. Am 18. Februar 1546 starb Martin Luther in seinem Geburtsort mit dem festen “Ja” zu seiner Lehre auf den Lippen.
Text 10. PFINGSTFEST
Frühling, Frühjahr, Lenz sind alles Namen für eine wunderschöne Jahreszeit, wobei der Name Lenz heute nicht mehr gebräuchlich ist. Das Frühjahr beginnt am 20./21. März und dauert bis 20.Juni. Am 21.Juni ist dann Sommeranfang. In die Zeit von März bis Juni fallen auch Ostern und das Pfingstfest.
Die Luft wird mild, die Tage werden länger, und überall erwacht die Natur aus ihrem Winterschlaf. Es ist die Zeit der Verliebten, die Zeit des Werdens und Wachsens in der Natur. Das Pfingsfest ist das fröhlichste Fest und wird seit dem 3. Jahrhundert gefeiert. Pfingsten, der 50. Tag nach Ostern - ein christliches Fest -, ist mit vielen alten Bräuchen verknüpft.
Am Pfingstsonntag - das ist 6 Wochen nach Ostern - wählten die Schulmädchen eine “Pfingstkönigin”. Ein kleines Mädchen wurde mit bunten Seidentüchern, Bändern und einem Brautkranz geschmückt und ging, begleitet von einem langen Zug gröβerer, weiβgekleideter Mädchen in Zweierreihen in den Nachmittagsdienst. Anschlieβend sangen sie auf dem Pfarrhof, beim Bürgermeister und sonstiger Prominenz des Dorfes. Dann gingen sie von Haus zu Haus, um mit dem “Ansingenlied” Geld und Eier zu erbitten. Bekamen sie keine Gaben, hingen sie einen Spottvers für den Geizhals an ihr jeweiliges Lied. Schlieβlich wurde aus den Eiern ein Festmahl im Hause der “Pfingstkönigin” bereitet.
In allen Frühlingsbräuchen kann man erkennen, wie das erste sprossende Junggrün, das man als Symbol des Wiedererwachsens der Natur im Walde holen geht, zum Singen, Tanzen, und Fröhlichsein anregt. Solche Bräuche sind in letzter Zeit wieder vermehrt anzutreffen, denn altes gewachsenes Brauchtum wird wieder gepflegt und an die nächste Generation weitergegeben.
Text 11. FRAGEN – ANTWORTEN
Eishockey
1. Wer gehört zu einer Mannschaft, und wie lange wird gespielt?
Die Mannschaft besteht aus dem Torwart, zwei Verteidigern und drei Stürmern. Da das Spiel sehr viel Kraft und Ausdauer verlangt, werden die Spieler ständig ausgewechselt. In einem Spiel dürfen 18 Spieler eingesetzt werden. Gespielt wird 3mal 20 Minuten. Gerechnet wird aber die tatsächliche Spielzeit. Bei Unterbrechungen steht auch die Spieluhr still.
2. Was gehört zur Kleidung der Spieler?
Alle Spieler tragen Schutzausrüstung: gepolsterte Hosen, Schienbein-Knie-Schützer, Tiefschutz, Ellenbogenschutz, sowie Schutzhelme und gepolsterte Handschuhe. Der Torwart trägt einen starken Brustpanzer, Spezialhandschuhe und eine Gesichtsmaske.
3. Wie groβ ist das Streitobjekt, der Puck?
Der Puck ist eine Scheibe aus Hartgummi. Er ist 25,4 mm dick, hat einen Durchmesser von 7.62 cm und wiegt etwa 160g.
Bahnradsport
1. Wann fand das erste Bahnrennen statt?
Das war vor mehr als 100 Jahren 1868 in England.
2. Wie sahen damals die Bahnen aus?
Es waren flache, ovale Erdbahnen. Meist fehlte jegliche Kurvenerhöhung, wie ihr sie zum Beispiel von der Berliner Winterbahn kennt.
3. Seit wann ist der Radsport eine olympische Sportart?
Seit den I. Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen. Sechs Goldmedaillen wurden in den sechs Disziplinen vergeben.
4. Wie schwer ist ein Bahnrennrad?
Etwa 5 Kilogramm, also wesentlich leichter als ein Straβenrennrad. Das wiegt ungefähr 8,5 Kilogramm.
Schieβen
1. Was bedeutet Freie Pistole?
Freie Pistole ist eine Schieβdisziplin, die auf dem Programm der Olympischen Spiele steht. Das Kaliber der Waffe darf höchstens 5,6 Millimeter betragen. Sie muss ein offenes Visier haben. Alle anderen Abmessungen können vom Schützen gewählt werden.
2. Wie läuft ein Wettkampf ab?
Der Schütze hat 60 Schuss und 15 Probeschüsse. Die Entfernung zur Zehnerringscheibe beträgt 50 Meter. In zweienhalb Stunden müssen alle Schüsse abgefeuert sein.
3. Warum tragen Sportschützen immer dicke Lederjacken?
Die Lederjacken sorgen für eine stabile, sichere Lage des Körpers und damit auch der Waffe beim Schieβen. Auβerdem überträgt sich der Pulsschlag des Schützen weniger auf die Waffe.
4. Was ist für Sportschützen wichtig?
Sie brauchen Ruhe, Ausdauer und auch Kraft.
