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[Wolfgang_J._Kox,_Claudia_D._Spies]_Check-up_Ans(BookFi.org)

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☆

Anästhesie

372 A-15.6 · Endoskopie

A-15.6 Endoskopie

Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP), Ösophagogastroduodenoskopie (OGD), Koloskopie

Checkliste

Stand by,

PVK 16 G/18 G

 

 

 

Analgosedierung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dauer des Eingriffs: ca. 30 bis 60 min und länger

Prämedikation: nach Standard

Besonderheiten

Anästhesieleistungen sind bei diesen Endoskopien nur dann notwendig, wenn die Patienten sehr ängstlich sind oder wenn vorangegangene Untersuchungen wegen starker Schmerzen abgebrochen werden mussten

Allgemeinanästhesie nur in Ausnahmefällen in Absprache mit dem Untersucher

Vorbereitung im OP

 

Material

 

 

 

Medikamente

 

 

 

 

 

 

 

Periphervenöser Zugang (18 G)

 

 

 

NaCl 0,9% 10 ml

 

 

Sauerstoffnasensonde

 

 

 

Atropin 0,5 mg/ml

 

 

 

 

 

 

Midazolam 1 mg/ml oder Propofol 100 mg/10 ml

 

 

 

 

 

 

 

Alfentanil 0,5 mg/ml

 

 

 

 

 

 

 

Vollelektrolytlösung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

373 A-15.6

A-15 · Anästhesieleistungen bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen

Monitoring

Standardmonitoring

Beginn der Überwachung

Anschluss des Monitorings

Periphervenöser Zugang

Infusionsbeginn

Sauerstoffinsufflation über Nasensonde (3 l/min)

Analgosedierung (bei Bedarf )

Midazolam (1-mg-Boli) oder Propofol (20-mg-Boli), titriert nach Wirkung

Alfentanil (0,5-mg-Boli), titriert nach Wirkung

Lagerung

Seitenlage

Postoperatives Management

Nach problemloser Endoskopie Verlegung des Patienten auf die Station möglich bzw. Anwendung der Standards für ambulante Anästhesie

Anästhesie

374 A-15.7 · Psychiatrie

A-15.7 Psychiatrie

Elektrokrampftherapie (EKT)

Checkliste

Maskennarkose PVK 16 G/18 G

Dauer des Eingriffs: ca. 10 min

Besonderheiten

Prämedikation: nach Standard

Es handelt sich hauptsächlich um Patienten mit thera-

 

 

pierefraktären Depressionen, die wiederholt mit einer

 

EKT behandelt werden müssen.

Vorbereitung im OP

 

Material

 

 

 

Medikamente

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Periphervenöser Zugang (18 G)

 

 

 

NaCl 0,9% 10 ml

 

 

Beatmungsmaske

 

 

 

Atropin 0,5 mg/ml

 

 

 

 

 

 

 

Propofol 200 mg/10 ml

 

 

 

 

 

 

 

Succinylcholin 100 mg/5 ml

 

 

 

 

 

 

 

Vollelektrolytlösung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

375 A-15.7

A-15 · Anästhesieleistungen bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen

Monitoring

Standardmonitoring

Narkoseeinleitung

Anschluss des Monitorings

Periphervenöser Zugang

Infusionsbeginn

Einleitung

Propofol 2 mg/kgKG

Aufpumpen einer manuellen Blutdruckmanschette am Arm kontralateral zum venösen Zugang sicher über den arteriellen Blutduck. Hier können auch nach Relaxation die Konvulsionen beobachtet werden

Succinylcholin 1–1,5 mg/kgKG

Lagerung

Rückenlage

Narkoseführung

Beatmung

Beatmung über Maske, ggf. Spontanatmung

FIO2: 1,0

Narkose

Meist Initialdosis des Narkotikums ausreichend

Postoperatives Management

Nach problemloser Kurznarkose Verlegung des Patienten auf die Station möglich bzw. Anwendung der Standards für ambulante Anästhesie

B

Intensivmedizin

B-1

Allgemeine Standards

 

 

 

 

bei postoperativen Patienten

379

B-2

Besonderheiten bei der Behandlung

 

nach Fachgebieten

395

 

 

B-3

Zentrales Nervensystem

421

 

 

B-4

Herz-Kreislauf-System 453

 

 

B-5

Volumenund Blutkomponententherapie

 

in der Intensivmedizin

461

 

 

B-6

Respiratorisches System

471

 

 

B-7

Gastrointestinaltrakt

485

 

 

B-8

Ernährung des Intensivpatienten

495

B-9

Störungen der Nierenfunktion –

 

 

Prophylaxe und Therapie

 

 

 

des akuten Nierenversagens (ANV)

501

B-10

Antimikrobielle Therapie

 

 

 

 

bei ausgewählten Infektionen

507

B-11

Monitoring und Scores

 

 

 

 

in der Intensivmedizin

535

 

 

B-1

Allgemeine Standards

bei postoperativen Patienten

B-1.1

Dokumentation medizinischer und administrativer

 

Daten von Intensivpatienten

380

 

B-1.2

Patientenübergabe und -transport

382

B-1.3

Aufnahme auf die Intensivstation

383

B-1.4

Sedierung von postoperativen Patienten 384

B-1.5

Beatmung und Extubation 384

 

B-1.6

Analgesie: postoperativ (intensiv)

385

B-1.7

Flüssigkeitstherapie: postoperativ

386

B-1.8

Begleitmaßnahmen 388

 

 

B-1.9

Physiotherapie/Mobilisierung

391

 

Intensivmedizin

380 B-1.1 · Dokumentation medizinischer und administrativer Daten von Intensivpatienten

B-1.1 Dokumentation medizinischer und administrativer Daten von Intensivpatienten

D. Krausch

Die Dokumentation von Patientendaten erfolgt papierlos mit PDMS (»patient data management system«) als Mastersystem:

Dokumentation von medizinischen Daten für die digitalisierte Krankenakte mit COPRA (»computer organized patient report assistant«)

Dokumentation von Qualitätssicherungsdaten in COPRA

Dokumentation von administrativen Daten für die Verwaltung in COPRA

Dokumentation von medizinischen Daten für die Krankenakte (COPRA)

Bei Aufnahme

Aufnahmeblatt anlegen (Blatt 13)

Alle für die intensivmedizinische Behandlung relevanten anamnestischen Daten aus der Krankenakte übernehmen und dort dokumentieren

Aufnahmestatus erheben und auf Blatt 13 fixieren

Unbedingt ausfüllen: Aufnahme von Hausarzt, Telefonnr. Angehörige

Verlaufsdokumentation

Vom behandelnden Arzt in jeder Schicht zu erstellen:

Kurzer Status praesens mit Verlaufsbericht, wesentlichen Befundänderungen, Ergebnissen der Diagnostik und deren therapeutische Konsequenzen. Der Eintrag erfolgt auf Blatt 3 in den Feldern für Organsysteme, ggf. unter Einbeziehung der

Seiten 2 und 3

Kurze Tageszusammenfassung des Verlaufes mit für den Gesamtverlauf wichtigen Ereignissen, konzeptionellen Überlegungen und Vorschlägen für das weitere Vorgehen. Der Eintrag erfolgt auf Blatt 3 im Feld »Verlauf/Bewertung«. Er soll so formuliert werden, dass die Übernahme in die Epikrise ohne größere Veränderungen möglich ist

Scoredaten werden nach Mitternacht für den abgelaufenen Kalendertag vom Nachtdienst (Arzt + Pflege) eingegeben, entsprechend den Leitlinien unserer Klinik

Auf Blatt II, 1 werden unter »bedingte Verordnungen« strategische (für längere Zeiträume gültige) Festlegungen notiert, weil sie automatisch fortgeschrieben werden (z. B. DNR)

Bei Beendigung des ITS-Aufenthaltes

Verlegungen:

Der Arzt aus dem Nachtdienst erstellt den Verlegungsbrief aus der Zusammenfassung/Korrektur der Felder »Verlauf/Bewertung« (Blatt 3)

Tod:

Die Krankenakte ist innerhalb von 3 Arbeitstagen mit einer Epikrise auf der Grundlage der Verlaufsberichte abzuschließen, abzufassen durch den Arzt, bei dem der Patient gestorben ist. Die Epikrise wird aus Datenschutzgründen ausschließlich in Medvision geschrieben

Alle medizinischen Verordnungen erfolgen schriftlich auf Blatt 2, nur im Notfall als Nachtrag. Die Regulierung von Plasmaglukoseund Kaliumspiegel erfolgt durch das Pflegepersonal zeitnah anhand der Befunde aus dem Stationslabor.

Dokumentation von Qualitätssicherungsdaten (Kerndatensatz)

Siehe COPRA.

Dokumentation von administrativen Daten für die Verwaltung

Die Dokumentation von administrativen Daten für die Verwaltung ist Aufgabe der MDA (medizinische Dokumentationsassistentin). Kerndatenerfassung teilen sich Arzt und Pflege.

Aufnahmen

Primäre ITS-Aufnahmen:

Erfolgt durch die MDA; außerhalb ihrer Dienstzeit provisorisch durch die Pflegekräfte als Kurzaufnahme, wird dann von der MDA korrigiert. »Unabweisbarkeitsbescheinigung« ausfüllen; Originale an Patientenaufnahme, Kopien in die Krankenakte, die von der MDA angelegt wird

Übernahme von anderen Stationen des Hauses: Ummeldung durch die verlegenden Einrichtungen; bei Verzögerungen Datenübernahme durch die MDA

381 B-1.1

B-1 · Allgemeine Standards für die Aufnahme von Patienten auf die Intensivstation

Verlegungen

Hauptund Nebendiagnosen in vollem Umfang erfassen, nach ICD 10 verschlüsseln

Zusätzlich die Zutrittsdiagnosen während des ITS-Aufenthaltes

Daneben werden alle auf der ITS durchgeführten Prozeduren nach OPS-301 verschlüsselt

Gestorbene oder in andere Einrichtungen verlegte Patienten müssen über PC mit »Entlassung« der Krankenverwaltung angezeigt werden

Dienstzeiten

Die tägliche Arbeitszeit beträgt 8 h 30 min, darin enthalten eine Pause von 30 min. Dienstbeginn ist:

Im Normaldienst: 7.00 Uhr

Im Schichtdienst: 7.00 Uhr, 15.00 Uhr, 23.00 Uhr

Verantwortlichkeiten

Kollegiale Leitung durch 2 Oberärzte, unterstützt durch einen Stationsarzt

Eine Schichtdienstgruppe, bestehend aus 6 Assistenzärzten, möglichst ab 3. Jahr der FA-Ausbildung

Eine Spätdienstgruppe, bestehend aus 6 Fachärzten oder Assistenzärzten am Ende der FA-Ausbildung. Zu dieser Gruppe gehört der Stationsarzt

Während seiner Spätdienstwoche, bei Krankheit, Dienstreisen u. ä. und im Urlaub wird der Stationsarzt im Frühdienst durch einen Arzt/Ärztin aus der Spätdienstgruppe ersetzt. Damit ergibt sich folgende ärztliche Besetzung der Station von Montag bis Freitag:

Frühdienst: ein Oberarzt (bedingt durch die Einbindung der Oberärzte in Forschung, Lehre, Studien, Kommissionen, administrative Aufgaben, Bereitschaftsdienst sowie Dienstreisen und Urlaub), der Stationsarzt bzw. seine Vertretung sowie ein oder zwei Schichtdienstärzte

Spätdienst: ein Arzt aus der Spät-, einer aus der Schichtdienstgruppe

Nachtdienst: ein Arzt der Schichtdienstgruppe

Zur Kompensation von Ausnahmesituationen bleibt der Spätdienst nachts in Rufbereitschaft. Seine Aktivierung erfolgt in Abstimmung mit dem diensthabenden Oberarzt der Klinik

An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen sind die Dienste verändert: Der Dienst wird tagsüber als 12-h-Bereitschaftsdienst tageweise alternierend durch Ärzte der Spätdienstgruppe mit anschließen-

der Rufbereitschaft geleistet bei unverändertem Dienst der Ärzte aus der Schichtdienstgruppe. Diese Dienstform für einen Arzt der Spätdienstgruppe an 2 aufeinanderfolgenden Tagen ist nicht gestattet, sodass ein Wochenende immer durch zwei Ärzte abgesichert werden muss. In der Regel wird ein Arzt dieser Gruppe von Montag bis Freitag im Spätdienst und am Sonntag im Bereitschaftsdienst arbeiten, ein zweiter den Samstagdienst besetzen.

Die Ärzte der Spätdienstgruppe sind denen der Schichtdienstgruppe weisungsberechtigt und für den Dienstablauf in ihrer Schicht verantwortlich

Einbeziehung des diensthabenden OA in wesentliche akute Entscheidungen

Fragen der Behandlungsstrategie sind durch die ärztliche Stationsleitung im Tagesdienst schriftlich festzulegen und sollten ohne zwingenden Grund weder von den Ärzten der ITS noch vom diensthabenden OA verändert werden

Tagesablauf

Visiten

Sie erfolgen immer zum Schichtwechsel

7.00 Uhr: Oberarztvisite

15.00 Uhr: Oberarztvisite

23.00 Uhr: Visite der Schichtdienstärzte

Zur Vermeidung von Überstunden erfolgen die Visiten als Übergabevisiten und sind auf 30 min zu beschränken. Um den Informationsverlust gering zu halten, erfolgt unter Beteiligung der Oberärzte einmal wöchentlich (in der Regel Mittwochs) im Anschluss an die Übergabevisite bei den Langliegern eine große Visite unter Einbeziehung von Pflegepersonal und Physiotherapeuten.

Arbeitsaufgaben in den einzelnen Schichten

Hauptaufgabe ist die intensivmedizinische Behandlung der Patienten.

Frühdienst:

Sichtung der eingetroffenen Befunde, Eintragung COPRA, ggf. Therapieänderung, Abheftung in die Akte erfolgt durch die MDA. Patientenvisiten, Verlegungen, Aufnahme neuer Patienten, Anforderung von diagnostischen Maßnahmen, Konsiliarien; Röntgendemonstration, Mikrobiologiebesprechung

Spätdienst:

Aufnahme weiterer Patienten; Erledigung noch offener Aufgaben aus dem Frühdienst

Intensivmedizin

382 B-1.2 · Patientenübergabe und -transport

Nachtdienst:

Vorbereitung Verlegungsbriefe, Röntgenscheine vorbereiten (Anmeldung für Patienten, die am Vormittag verlegt werden sollen, erfolgt bis 8.00 Uhr in der Regel durch die MDA), Qualitätssicherungsdaten in klinikinterne Zusatzprogramme von Verlegungspatienten; Scoredaten in COPRA erfassen

Dienstübergaben

Vorstellung der Patienten erfolgt um 15.00 Uhr durch den jeweils behandelnden Arzt, um 23.00 und 7.00 Uhr durch den Schichtdienst, mit Namen, Alter, Diagnosen, Kurzanamnese, durchgeführter Operation, Berichten nach Organsystemen.

Aufgaben des diensthabenden Arztes der Spätdienstgruppe

Betreuung von Problempatienten und die Arbeit des Schichtdienstes kontrollieren

Er trägt die Verantwortung für alle in seiner Dienstzeit eingetretenen Ereignisse und bestimmt den Umfang diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen. Er hat zu organisieren, dass der 2. Schichtdienst ihn über alle wesentlichen Ereignisse zeitnah informiert. Art und Umfang ist dabei vom Ausbildungsstand des 2. Schichtdienstes abhängig

Durchführung der 23-Uhr-Visite

Konsultation des diensthabenden OA bei besonderen Ereignissen

Begleitung von Operateuren und Konsiliarien und Vorstellung der Patienten

Verfassen von Epikrisen der während seiner Dienstzeit gestorbenen Patienten; Ausfüllen von Leichenschauschein und Autopsieantrag; Information der Angehörigen

Regeln im Umgang mit Patienten und Angehörigen

Umgangston: freundlich, höflich-bestimmt

Ruhe, Ruhezeiten: möglichst normalen Schlaf- Wach-Rhythmus fördern

Besuchszeitenregelung großzügig, in der Regel jederzeit außerhalb der Nachtruhe

Auskunft für Angehörige ausschließlich durch Ärzte. Bei Patienten mit kompliziertem und/oder langem Krankheitsverlauf auf der ITS sollten möglichst wenige Kollegen (OÄ, Stationsarzt,

1. Schichtdienste) Auskunft geben; Inhalt der

Information sowie auffällige Beobachtungen festhalten (in COPRA)

Fixation von Patienten nur nach ärztlicher Anweisung

Bettgitter sind bei allen frischoperierten, desorientierten und vigilanzgeminderten Patienten anzubringen

B-1.2 Patientenübergabe und -transport

D. Krausch

Die Patienten werden (ausnahmsweise) entweder in der Schleuse des Operationstraktes durch Arzt und Schwester der Intensivstation übernommen oder von Anästhesist und Operateur auf die Intensivstation gebracht.

Fragen an den Operateur

Art des Eingriffs (geplante Maßnahmen erweitert, abgebrochen?)

Besonderheiten, Schwierigkeiten, Komplikationen bei der Operation

Geschätzter Blutverlust

Antibiotika: Art und Dauer der gewünschten Prophylaxe oder Therapie

Drainagen: Lokalisationen

Nierentransplantation: Urinkatheter zuordnen! Drainagen aktiv?

Gewünschte Antikoagulation, Thromboseprophylaxe

Spezielle Wünsche, z. B. spezielle Lagerungsmaßnahmen etc.

Fragen an den Anästhesisten

Präoperativer klinischer AZ

Vorerkrankungen

Langzeitund Prämedikation

Besonderheiten, Schwierigkeiten, Komplikationen bei der Einleitung (Periduralkatheter!), bei der Operation, während der Ausleitung oder des Transports

Blutund Volumenumsatz; intraoperative Diurese

Operationsverlauf aus anästhesiologischer Sicht

ZVK-Kontrolle, sonstiges anästhesiologisches Equipment (Arterie, Periduralkatheter)

Kontrolle der Vitalfunktionen (Vigilanz, Atmung, Kreislauf, Blutung?) vor dem Transport

Instabile Patienten werden erst nach Stabilisierung im OP transportiert.

383 B-1.3

B-1 · Allgemeine Standards für die Aufnahme von Patienten auf die Intensivstation

B-1.3 Aufnahme auf die Intensivstation

D. Krausch

Beatmung fortführen

Beatmungsgerät rechtzeitig vorbereiten; Funktionskontrolle durch den Arzt

Einstellung der intraoperativ verwendeten Beatmungsparameter

Anschluss des Patienten an das Beatmungsgerät; optische Kontrolle der Beatmung, Auskultation; Kontrolle der Beatmungsparameter

Bei jeder Unsicherheit ist ein erfahrener Arzt zu rufen, ggf. wird die Beatmung vorerst mit dem Oxylog fortgeführt

Anschluss an den EKG-Monitor

Anbringen der Klebeelektroden und Anschluss an den Monitor durch das Pflegepersonal

Sorgfältige Dokumentation aller Untersuchungsbefunde auf Blatt 13.

Labordiagnostik bei Aufnahme

Abnahme von in der Regel arteriellem Blut in Monovetten durch Pflegepersonal nach Anschluss des Patienten an den Monitor und ggf. stabilisierenden Maßnahmen

Folgende Parameter werden routinemäßig im Laborautomaten der Station bestimmt:

–Arterielle BGA

–Elektrolyte (Na+, K+, Ca2+)

–Blutzucker, Laktat, Hb, Hkt

Zentrallabor: Die Bestimmungen erfolgen bedarfsabhängig und werden individuell festgelegt. Nach herzchirurgischen Operationen werden CK, CK-MB und bei Dynamik Troponin bestimmt

Kontrolle der Kreislaufsituation

Anschluss der arteriellen Leine an den Druckwandler bzw. erste nichtinvasive Blutdruckmessung durch Pflegepersonal

Kontrolle der Perfusoren und Infusionen

Anschluss von Perfusoren und Infusionen durch Pflegepersonal

Kontrolle der Anschlüsse und Dosierungen erfolgt durch den übernehmenden Arzt

Erstuntersuchung

Neurologie: Beurteilung der Vigilanz und Reaktivität, Motilität, Pupillomotorik, Reflexstatus

Pulmo: Auskultation und Perkussion? Messung der SaO2; Kontrolle der BGA

Cor: Auskultation; Beurteilung des EKG (Monitorbild, bei kardiochirurgischen Patienten 12-Kanal-EKG), Herzfrequenz und -rhythmus?

Kreislauf: Blutdruck, HZV, SvO2, Widerstände

Abdomen: Palpation, Auskultation

Nieren: Beurteilung der Diurese (Menge und Aussehen des Urins), Inspektion der Genitalien

Drainagen: Füllung und Sog kontrollieren, mit Uhrzeit versehen (Pflegepersonal!); Dokumentation der Lage der Drainagen

Lokaler Aspekt: Inspektion der Verbände

Verordnungen

Alle ärztlichen Anordnungen erfolgen auf Blatt 2 und werden danach ausgeführt

In Notsituationen auf Zuruf erteilte Anordnungen sind zeitnah nachzutragen

Festgelegt werden die bis zum nächsten Tag zu applizierenden Medikamente (Bestätigung für den nächsten Tag erfolgt bei der Morgenvisite), durchzuführende Untersuchungen, Anordnungen bezüglich Nahrungskarenz, Mobilisation sowie die notwendigen Laborkontrollen

Bei Ordination von Medikamenten mittels Injektionspumpe ist die je Zeiteinheit (und ggf. je kg Körpergewicht) zu applizierende Menge anzugeben

Das Pflegepersonal bestätigt die Gabe nach erfolgter Applikation zur entsprechenden Zeit

Abgesetzte Medikamente sind zu löschen (betr.: kontinuierliche Gabe)

Indikationen für Röntgenuntersuchungen

ZVK grundsätzlich präoperativ durch EKG-Ablei- tung über Katheter kontrollieren. Dokumentation über korrekte Position schriftlich und durch kurzen Monitorausdruck des EKG

Pneumothoraxrisiko nach Punktion der V. jugularis bzw. subclavia: klinische Überwachung

Bei kurzfristiger Verlegung schriftliche Kontrollempfehlung an weiterbehandelnden Arzt