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Fragen zum Selbstbearbeiten

  1. Welche Erscheinungsformen des Deutschen gibt es?

  2. Wodurch unterscheidet sich die Umgangssprache von der Mundart?

Lektion№ 4.

Wortbildung

Plan:

1. Grundbegriffe der Wortbildung

2. Ableitung (Derivation)

2.1. Suffigierung

2.2. Präfigierung

2.3. Präfixal-suffixale Ableitung

2.4. Affixlose Ableitung (implizite Ableitung)

3. Zusammensetzung (Komposita)

3.1. Determinative Komposita

3.2. Nichtdeterminative Komposita

4. Zusammenbildungen

5. Abkürzungen

6. Wortbildungskonstruktionen als Okkasionalismen

Lernziel: Vermittlung der Wortbildungsmethoden der modernen deutschen Sprache.

Literatur

  1. Розен Е.В. Лексика немецкого языка сегодня. – М.: Высшая школа, 1976.

  2. Розен Е.В. Новые слова и словосочетания в немецком языке на пороге 21 века. – М.: Издательство «Менеджер», 2000

  3. Словарь словообразовательных элементов немецкого языка / А.Н.Зуев, И.Д.Молчанова, Р.З.Мурясов и др.; Под ред. М.Д.Степановой. – 2-е изд., стереотипное. – М.: Русский язык, 2000.

  4. Степанова М.Д., Фляйшер В. Теоретические основы словообразования в немецком языке. – М.: Высшая школа, 1984.

  5. Филичева Н.И. Немецкий литературный язык. – М.: Высшая школа, 1992

Vorlesung

1. Bei der Analyse des Wortes sind folgende Begriffe von Bedeutung: Wortwurzeln und Wortstämme, Wortbildungsmittel, Wortbildungsart, Wortbildungstyp, Wortbildungskonstruktion, Wortbildungsmodell, Wortbildungsbedeutung, Wortmotivation, Wortbildungsnest, Wortbildungsmethode.

Als Wortbildungsmittel dienen verschiedene Affixe (Suffixe und Präfixe), sogenannte „innere Flexion“ (historischer Lautwechsel, Ablaut, Umlaut, Brechung), Konsonantenwechsel (sehr selten). Die wortbildenden Suffixe und Präfixe sind Bausteine, die zur Wortbildung gebraucht werden. Im Vergleich zu den Wurzeln und Stämmen haben die Affixe keine selbständige Bedeutung. Die kleinsten bedeutungstragenden Bestandteile eines komplexen Wortzeichens nennt man Morpheme.

2. Das Wort Ableitung gebraucht man in der Lexikologie in zweifacher Bedeutung. Es bedeutet erstens den Prozeß der Bildung eines abgeleiteten Wortes und zweitens das Resultat dieses Vorganges, das abgeleitete Wort selbst (Derivatum). Die Ableitung geschieht in der deutschen Sprache durch:

  1. Anhängen von Affixen (Präfixen und Suffixen) – explizite Derivation;

  2. Suffixloses Verfahren, dazu gehört: Wortartwechsel (Konversion), manchmal begleitet von Veränderung der Wortwurzel durch innere Flexion (Umlaut, Brechung, Ablaut). Suffixloses Verfahren nennt man auch implizite Derivation. Das erste Verfahren (explizite) besteht aus Suffigierung und Präfigierung.

2.1.Die Suffigierung ist eng mit der Morphologie verbunden.Suffixe der Substantive:

  1. das männliche Geschlecht: -bold (Witzbold), -er, -el, -er (-ler, -ner, -aner, -ianer, -enser, -iker), -icht, -ing, - ling, -rich, -sel; entlehnte: -al, -an, -ant, -är, -at, -ent, -et, -eur (-ieur), -ler, -ismus, -ist, -it, -on, -or, -euse (Balletteuse), -ian (Grobian);

  2. das weibliche Geschlecht: -e, -ei (-erei, -elei), -de, -heit (-keit, -igkeit), -icht, -in (-erin, -nerin), -nis, -sal, -schaft, -t, -ung; entlehnte: -ade, -age, -el, -enz (-anz), -esse, -isse, -ide, -ie (-erie), -iere, -ik, -ion (-ation), -ose, -tät, -ur;

  3. das sächliche Geschlecht: -chen, -el, -lein, -nis, -sal (-sel), -tum; entlehnte: -al, -ament (-ement), -at (-iat), -är, -ent, -et, -eur, -ler.

Suffixe der Adjektive: -bar, -en (-ein), -er, -haft, -ig (-artig, -förmig, -haltig, -malig, - mäßig), -isch, - lich, - sam; entlehnte: -abel, -al, -ant, -ell, -est, -iv, -os (-ös).

Suffixe der Verben: -el(n), -enz(en), -er(n), -ig(en), -itz(en), -ch(en), -s(en), -sch(en), -tsch(en), -z(en); entlehnte: -ier(en), -ch.

Suffixe der Numeralien: -zig (-ßig), -t, -st, -tel, -(stel), -erlei, -malig, -fach, -ens, -faltig.

Suffixe der Adverbien: -lich, -sam, wärts, -lei (-erlei), -s (-dings, -lings), -st.

2.2.Das Präfix, das dem Wort zugefügt wird, verändert dessen lexikalische Bedeutung. Die Zahl der Präfixe im Deutschen ist verhältnismäßig gering.

Präfixe der Substantive: deutsche und vollständig verdeutschte: erz-, ge-, miß-, un-, ur-; entlehnte: a-, anti-, auto-, ex-, extra-, hyper-, in-, inter-, ko- (kon-), makro-, mini-, mono-, poly-, pseudo-, re-, super-, ultra-, vize-.

Präfixe der Adjektive: deutsche und vollständig verdeutschte: erz-, ge-, miß-, un-; entlehnte: a-, anti-, extra-, hyper-, in-, inter-, makro-, mikro-, mono-, poly-, super-.

Präfixe der Verben: be-, ent-, er-, ge-, miß-, ver-, zer-; entlehnte: de-, dis-, ex-, ko-, re-.

2.3.Die Derivata solcher Art lassen sich folgenderweise zerlegen: Präfix + primärer Stamm + Suffix, oder: primärer Stamm mit einer diskoninuierlichen gebundenen unmittelbaren Konstituente (ge...t, be...en, ge...e), die sich weiter in Präfix und Suffix teilen läßt.

Präfixal-suffixale Substantive sind deverbative und denominative Strukturen mit dem Präfix ge- und meist mit dem Suffix –e: Gebäude, Gebirge, Gelaufe.

Präfixal-suffixale Adjektive werden nach dem Modell der Partizipialformen der schwachen Verben gebildet: gestiefelt, befrakt, entmenscht, das heißt mit Hilfe des Suffixes –t und des Präfixes ge-.

Präfixal-suffixale Verben: beerdigen, befriediegen (be...en).

2.4. Die affixlose Ableitung (Derivation) wird auch Konversion genannt und besteht in Überführung eines Stammwortes ohne jede formale Änderung in eine andere Wortart: 1) Die Substantivierung (Übertritt eines Wortes in die Wortart Substantiv: das Lernen, das Lachen, das Werden, das Denken, der Abgeordnete, der Gefangene, der Gelehrte. 2) Die Adjektivierung:

a) ernst, schade, schuld, wert, laut, Münchner Bier (von Substantiven abgeleitet);

b) zufriedene Stimme, seltene Gabe, strafweise Vorsetzung (von den Adverbien abgeleitet);

c) eine ausgezeichnete Leistung, die ausgestellte Ware ( von den Partizipien abgeleitet).

3) Verbalisierung ist sehr produktiv und geschieht durch ein Anhängen des formbildenden Infinitivsuffixes –en an das Substantiv oder Adjektiv: filmen, landen, hämmern, salzen, roten, wärmen, kürzen, platten.

Es muß betont werden, daß bei allen ihrer Arten die Ableitung mit oder ohne Veränderung des Wurzelmorphems geschehen kann: a) ohne Veränderung: kaufen – der Kauf, Trommel – trommeln, achten – Achtung; b) mit Veränderung: krank – kränken, treiben – der Trieb, Garten – Gärtner, Holz – Gehölz.

3. Das Wort „Zusammensetzung“ wird in der Wortbildungslehre in zwei Bedeutungen gebraucht:

3.1.Bei der determinativen Komposition wird das Grundwort von der vorangehenden Komponente (von dem Bestimmungswort) näher bestimmt oder ergänzt. Man ubterscheidet echte (eigentliche) und unechte (uneigentliche) Komposita. Die UK der echten Komposita verbinden sich unmitellbar (ohne Fugenelement): Tischtuch, wasserdicht, dunkelblau. Die unechten Komposita sind solche, deren Komponenten miteinander durch ein Fugenelement (-e-, -s-, -n-, -er-) verbunden sind: Augenblick, hilfsbereit, mausetot, Hundewetter, Tageslicht, Kinderleicht.

Als erste Komponente der substantivischen determinativen Zusammensetzungen können auftreten:

1) Substantiv: Ackerbau, Tischlampe, Völkerrecht;

2) Adjektiv: Hochschule, Feinmechanik, Schwerstarbeit, Warmwasser;

3) Verbstamm: Sprühregen, Schlafzimmer, Schweigepflicht;

4) Numerale: Viereck, Dreikampf, Einbaum;

5) Adverb: Außentemperatur, Aufwärtsdampfer;

6) Pronomen: Ichform, Selbstverteidigung; Mehrzahl;

7) Partikeln: Jastimme, Fürwort;

8) Eigennamen: Berlinreise, Herdermadaille;

9) Präposition: Vorabend, Nachmittag, Gegenmaßname.

3.2.Die nichtdeterminativen Komposita können mehr als zwei UK einschließen. Dazu gehören:

1. Kopulative Zusammensetzungen, deren UK anreihend miteinander verbunden sind (wie Glieder einer syntaktischen Wortreihe): deutsch-englisch-französisch, Strichpunkt, taubstumm, fünfzehn, Reinland – Pfalz, Nordrhein – Westfalen;

2. Imperativnamen: das Tischleindeckdich, das Vergißmeinnicht;

3. substantivierte präpositionale Gruppen: der Ohnebart;

4. zusammengesetzte Adverbien: bergauf, bergab, geradeaus;

5. Verschmelzungen von Lexemen, die im Satz nebeneinander stehen: eine Handvoll, das Vaterunser.

Sehr produktiv ist die erste Gruppe.

4.Die Zusammenbildungen sind Wortgebilde, die den Zusammensetzungen sehr ähnlich sind. Sie entstehen aber durch Zusammensetzung und Ableitung (Suffigierung und Substantivierung): rotwängig (rote Wangen), Freilassung (frei lassen), Besserwisser (besser wissen), Stubenhocker (in der Stube hocken), Eisbrecher (Eis brechen), frühmorgentlich (früher Morgen), Außerachtlassung (außer Acht lassen); das Abschiednehmen, das Alleinsein, das Türöffnen, das An-den-Türen-Kleben (Substantivierungen ganzer Wortfügungen).

5. Zu den Abkürzungen werden sowohl die Initialwörter (bestehen aus aneinander gereihten Großbuchstaben, die Anfangslaute der Vollform bezeichnen), als auch verschiedene Arten von Kurzwörtern gezählt. Die Abkürzungen entstehen aus sprachökonomischen Gründen.

Die Initialwörter werden als Benennung von Buchstaben (BRD, FDP, CDU, CSU, SPD) oder als einheitliche Lautkomplexe ausgesprochen (Iga„Internationale Gartenbau-Ausstellung“, NATO, UNO, WOK „Wäsche ohne kochen“).

Man unterscheidet auch Initial – Vollwörter: S-Bahn, U-Boot, PEN-Club, UKW-Antenne. Diese Art bildenen Lexeme, die aus einem Wortteil und einem Wortstamm bestehen.

Man unterscheidet auch solche Arten von Abkurzüngen, wie Kopfwörter, Schwanzwörter, Klammerwörter.

Bei den „Kopfwörtern“ wird das Wortende (Lok - Lokomotive, Foto -Fotigraphie, Limo - Limonade, Labor - Laboratorium, Uni - Universität), bei den „Schwanzwörtern“ umgekehrt der Anfang des Wortes (Cello - Violoncello, Bahn -Eisenbahn, Schirm - Regenschirm) gekürzt. Bei den „Klammerwörtern“ wird die Mitte gekürzt (Obus – Oberleitungsbus, Motel - Motorhotel). Man unterscheidet auch „Silbenwörter“: Spowa (Sportwarenhaus).

Fast alle Abkürzungen kann man zu der peripheren Schicht der Wurzelwörter zählen, denn sie lassen sich in keine Morpheme zerlegen.

6. Unter den Okkasionalismen werden einmalige Bildungen verstanden. Meistens sind sie in der schönen Literatur zu finden. Einmalige Bildungen werden von vielen Schriftstellern gebildet, um einen mehr oder weniger greifbaren stilistischen Effekt im Text zu verursachen.

Die Okkasionalismen von E. Strittmatter: Kleinleute-Zeiten, Zweizentnerengel, Gedankenflugzeug, Feuerbiß, Hühnermusik, Wortpeitsche, Bürokratentag, Wutzittern, Gedankengeschwätz, Vertrauenshase, Siegesgeheul, Freßmaschine, Neugiernase, Halbmensch, Eissturmtote, Immersäüfer, Fischmensch, Herumfragen, Hühnermutter, Allesmacher, blumentoll, schweinsblond, schneebetäubt, schweißdurchtränkt, sonnenverträumt, dummgut, neugirigzitternd, glasaügig, gelbgeärgert, millionenfenstrig, naßerdig.

Okkasionalismen von W. Borchert: Lippenfaulheit, Gemüseleute, Ziegenbockmensch, Klarinettschrei, Ziegenmecker, Hoffnungsgrünerfindermann, Märchenbuchliebergott, meermüde, sternüberstrickt, pflastermüde, meerhungrig, zigarettenfingerig, tintenblütig, karpfenmäulig, violettwüttig, Winterbeine, Grünpulvermann, mundharmonikablechüberzittert.