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Ist ihre Partei denn eigentlich bereits zugelassen für die Wahl?

"Wir nehmen gerade die allerletzte Hürde, das muss jede Partei machen, wir treten erst mal auch nur in Nordrhein-Westfalen an und haben die 2.000 Unterstützungsunterschriften zusammen. Jetzt warten wir auf den 26. Juli, da werden für alle Parteien, die neu antreten bei dieser Wahl, vom Bundeswahlleiter die Genehmigungen erteilt."

Na, dann drücken wir Ihnen die Daumen. Was fehlt Ihnen denn in den Programmen der anderen Parteien oder interessiert Sie das nicht?

"Ich würde gar nicht sagen, was fehlt, sondern was realistisch ist. Natürlich interessiert uns das Programm der anderen Parteien auch, aber die Vielfalt, auf die sich die anderen Parteien heute notgedrungen einlassen müssen, verhindert, an die Ursache des Übels zu gehen. Und von daher sagen wir ganz eindeutig: wir wollen nicht mehr, als das Parteiensystem wieder zu erfrischen, wir wollen erst mal nur die demokratischen Wurzeln wieder benetzen."

Sie hatten es erwähnt: fast 30 Prozent Nichtwähler in Deutschland, da könnten Sie ja theoretisch, wenn Sie alle für sich gewinnen, Koalitionspartner in einer Regierung werden. Aber das wollen Sie gar nicht, oder?

"Wir haben natürlich noch eine kleine Überraschung, wir wollen dann, wenn wir zugelassen werden sollten, und das kann auch durchaus erst bei der nächsten Bundestagswahl, bei der Europawahl, bei der Landtagswahl passieren, dass der Bürger ins Parlament kommt. Das geht ganz einfach, man kann sich vorher bei uns auf eine Liste eintragen lassen, nehmen wir mal an 5.000 Leute sagen, ich bin bereit, einen Platz im Parlament zu übernehmen. Dann bekommt die Partei der Nichtwähler beispielsweise 80 Sitze im Parlament. Dann werden diese von uns wie bei einem Schöffengericht ausgelost. Und dann kann es passieren, dass Sie als Bürger im Parlament sitzen. Mit all den Rechten und Pflichten eines Parlamentariers, nur dass Sie keine Partei hinter sich haben. Das heißt, niemand kann Sie zwingen, etwas zu tun, was gegen Ihren gesunden Menschenverstand, gegen Ihr Gewissen verstößt."

Haben Sie denn eigentlich Mitglieder oder ist so etwas bei Ihnen gar nicht aktuell?

"Wir haben um die 500 Mitglieder, und es werden wirklich rasant mehr, das ist für uns ein großes Zeichen dafür, dass die Leute wirklich auch politisch bewusst sind. Wer uns jetzt zum Beispiel in Berlin nicht wählen kann, der kann eine kreative Stimmabgabe machen, indem er Mitglied wird, und dann sofort wieder austritt. Das kostet nichts, zeigt aber, dass diese Stimme gezählt werden möchte."

Herr Neufert, Sie waren damals auch mit Christoph Schlingensief bei der Partei Chance 2000. Ist die Partei der Nichtwähler auch wieder ein Kunstprojekt?

"Auf keinen Fall. Das, was Christoph damals gemacht hat, war ja, die Theatralik der Politik zu zeigen, klarzumachen, dass das alles ein riesiges Drama ist, eine Komödie, eine Farce, was auch immer. Und er hat damit versucht die Politik mit der Kunst zu verbinden, wobei dann die Kunst gewinnen sollte. Die Partei der Nichtwähler geht einen anderen Weg. Wir sind realistisch. Wir wollen die Wirklichkeit des politischen Parteiensystems ändern." Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/2013_09_20/Nichtwahler-auf-dem-Stimmzettel-2553/

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