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Internationale Entwicklung Im Historischen Kont...docx
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19. Juni 2012, Walter Schicho:

Entwicklung und Kolonialismus

  • Entwicklung: (im Kolonialismus) fremd gesteuerte gesellschaftliche und v. a. wirtschaftliche Planung → koloniale Planwirtschaft, Entscheidungen werden von Oben herab getroffen, Inwertsetzung d. Kolonien (mise en valeur);

  • zwei Dimensionen von Entwicklung: die eigene u. die Konstruktion der „Dritten Welt“, nach der Kolonialismus hört die Abhängigkeit nicht auf → Neokolonialismus;

  • Wendepunkt nach dem Zweiten Weltkrieg: Veränderung der Beziehungen zwischen den westl. Mächten untereinander (Hegemonie der USA u. der UdSSR);

  • the Atlantic Charter: Grundsätze der internationalen Politik von d. USA u. GB, 1941, Lösung soll herbeigeführt werden, die nicht auf Kolonialismus beruht;

  • Umgestaltung d. Beziehungen d. Nordens zu Afrika, drei Phasen:

    • Entkolonialisierung/Neokolonialisierung

    • Kalte Krieg, Phase des labilen Gleichgewichts (Afrika u. andere Länder des globalen Südens gewinnen Macht, indem sie die zwei Großmächte (USA u. UdSSR) gegeneinander ausspielen können;

    • Dritte Kolonialisierung („Kolonialisierung der Gehirne“) durch d. internationalen Finanzinstitutionen u. d. US-Kapitalismus

    • Phasen sind nicht klar voneinander abtrennbar!

  • Gegenbewegung zur Neokolonialisierung:

    • Internationale Organisationen

    • Vereinigung der Blockfreien Staaten (wollen Konflikt zw. d. USA u. UdSSR für eigene Zwecke nutzen)

    • Panafrikanische Kongresse (Vereinigung befreiter afrikanischer Staaten, wollen sich durch Zusammenschlüsse mehr Gewicht auf dem internationalen Parkett verleihen, mit wechselhaftem Erfolg), Bemühung mit kolonialen Einflüssen zu brechen, politische, ökonomische u. kulturelle Kooperation;

    • neue Internationale Weltwirtschaftsordnung

    • Wirtschafts- u. Handelsboykott

  • Vom Kolonialismus zum Neokolonialismus:

    • koloniale Entwicklungsfonds (FIDES, Fonds d'Investissement et de Développement Economique et Social)

    • Marketing Boards (Profite von Cash Crops wurden gehortet und dann laut Entwicklungsplänen mehr oder weniger willkürlich investiert, Profite wurden den Produzenten weggenommen und haben oft nicht direkt profitieren können);

    • Währungsgemeinschaften (aber wenn, dann mit den ehemaligen Kolonialländern, nicht untereinander!, z.B. CFA, Communauté Financiére Africaine)

    • Verschuldung (Gradmesser für wirtschaftliche Abhängigkeit, an die internationalen Finanzinstitutionen weisungsgebunden, starke Verschuldung Afrikas beginnt erst in den späten 1960er Jahren → Preisverfall von Rohstoffen)

  • Demokratie u. Entwicklung:

    • autoritäre politische Systeme, „failed states“ u. steigende wirtschaftl. u. politische Abhängigkeit;

    • Entwicklung u. Wohlfahrt: Ruhigstellen d. kritischen Potentials (anfangs im Interesse d. kolonialen Verwaltung, später in dem der ihr nachfolgenden einheimischen Staatsklasse u. des globalen Kapitals);

    • Entwicklung geht vor Demokratie! → Umkehrung d. Devise nach dem Kalten Krieg: Demokratie vor Entwicklung;

  • Dritte Kolonialisierung:

    • „westliche“ Einstellungen sind schon so in den Köpfen von afrikanischen Entscheidungsträger_innen verankert, dass sie sich schon selbst im Sinne von fremden Einflüssen entscheiden;

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