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Internationale Entwicklung Im Historischen Kont...docx
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12. Juni 2012, Ingeborg Grau:

Koloniale Machtergreifung und gesellschaftlicher Wandel in Afrika

  • scramble for Africa (ca. 1880-1900):

    • Gezerre um Afrika (Christoph Marx), Wettlauf um Afrika

    • vor dem Scramble: nur im Nord-West (Ägypten, Algerienl, Tunesien, Lybien), Westküste (Senegal, Gamba, Sierra Leone, Gold Coast...), Südafrika (Cape Colony, Mozambique) Einfluss von westlichen Kolonialherren, geringe territoriale Präsenz Europas;

    • nach dem Scramble: nur Äthopien bleibt unkolonialisiert, Liberia wurde von einer amerikanischen Handelsgesellschaft kontrolliert, obwohl am Papier unabhängig;

    • 1876: Internationale geographische Konferenz in Brüssel: belgischer Herrscher (Leopold II) ist kolonialer „Pionier“, mit offiziellem Ziel, Afrika vom Sklavenhandel zu befreien;

    • 1878: Berliner Kongress: innereuropäische Konflikte sollten gelöst werden, um zu verhindern, dass in Afrika Stellvertreterkriege geführt werden;

    • 1884/1885: Berliner Konferenz: Kongo u. Westafrika; Reichskanzler Otto von Bismarck; auch die USA und die Türkei waren beteiligt; Vollzog nicht die Teilung selbst, sondern schuf erst die Grundlagen dafür und versuchte die eigentlichen Ziele zu verschleiern (Schutz der Migranten vor dem Schutz der Eingeborenen);

    • Formen kolonialer Expansion: Handels- u. Freundschaftsverträge (z.B. der Vertrag mit dem Königreich Benin), Allianzen, „Kanonenboot-Diplomatie“ (militärische Unterdrucksetzung von Vertrags - „Partnern“), „Verträge“-Betrug (zuerst ein Vertrag abgeschlossen zw. dt. Kapitän Hennriksen, Vertragsfehler im beidseitig guten Glauben, von da an, wurden viele Verträge aus Prinzip falsch geschlossen wurden);

    • Akteure kolonialer Expansion: Kaufleute u. Händler_innen (wurden durch Grenzziehungen ja besteuert und eingeschränkt, zuerst war die Kolonialisierung also unvorteilhaft, später war es aber besser, sich konkret auf eine Kolonialmacht beziehen zu können), Handelsgesellschaften (mit od. ohne polit. Macht), Militärpersonal, Verwaltungsbeamte;

    • Legitimierung kolonialer Expansion: Absatzmärkte u. Rohstoffe (v.a. in den Jahren d. europäischen Finanzkrise in den 70er Jahren), Anti-Sklaverei u. „legitimer“ Handel, Zivilisierung/„Entwicklung“, Mission/„Entwicklung“

  • Formen kolonialer Präsenz u. Interaktion mit dem „kolonialen System“:

    • fremde Akteure: Verwaltung, Wirtschaft, Rechtssystem, Bildungssystem (z.B. christliche Missionen) → die Ziele der einzelnen Akteure mussten nicht im Einklang stehen!

    • einheimische Akteure: „traditionelle“ (religiöse u. politische) u. neue („westliche“) Eliten, Marktfrauen (von Handelsgesellschaften wurden vor allem Männer eingesetzt), Händler_innen, Arbeiter_innen, lokale Institutionen;

    • Verwaltungssysteme: direkte vs. indirekte („typisch“ britisch, Indirect Rule, Chartered Companies (Handelsgesellschaften mit Verwaltungshoheit, nationales Kapital wurde verankert), Konzessionsgesellschaft (internationales Kapital wird verankert, d. Kolonialmächte konnten Konzessionen an Gesellschaften vergeben, die dann einen Teil des Gewinns abgeben mussten)) Verwaltung → wie indirekt kann indirect rule überhaupt sein?, Kronkolonien, Protektorat, (Siedlungs-)Kolonien;

    • Siedlerkolonien: in den meisten Kolonien wurde (notgedrungen) eine kleine afrikanische Mittelschicht aufgebaut, nicht so in Siedlerkolonien, dort wurde dies weitgehend verhindert!

  • Wandel gesellschaftlicher Rollen im Kolonialismus:

    • politische Ebene: traditionell „weibliche“ polit. Rollen wurden abgeschafft (Schwester/Mutter d. Herrschers, erste Frau d. Herrschers,...);

    • ökonomischer Bereich: Neubestimmung von „Arbeit“: produktiv/unproduktiv, Produktion, die „nebenbei“ passierte, war keine Arbeit mehr → betraf vor allem Frauen;

    • Wandel im Rechtssystem: koloniales Recht, traditional law/customary law (customary law wurde kodifiziert und von den Kolonialmächten anerkannt, müssen nicht deckungsgleich mit tradtional law), islamisches Recht; mehrere Rechtssysteme konnten nebeneinander bestehen → führte zu Konflikten; Recht wurde von Männern festgesetzt, weibliche Mitbestimmung wurde verhindert;

    • religiöser Bereich: afrikanische traditionelle Religionen, Christentum, Islam;

    • Bildungsbereich: nicht von vornherein ungleich behandelt, aber durch die bestehenden Ungleichheiten im Kolonialismus war es schwer, tatsächlich gleichberechtigt behandelt zu werden;

  • Missionen und das Entstehen neuer Berufsbilder

    • Zugang zu Land und Cash Crops: Männerdomäne?

    • technologische Erneuerungen in der Agrarwirtschaft u. das Entstehen neuer Handels- u. Handwerksberufe sollten das Abwandern vom Land in die Stadt verhindern; diese neuen Berufe hatten auch Nutzen für die Missionen u. Kolonialmächte selbst;

    • Frauen wurden vor allem auf die Subsistenz verwiesen und in Hygiene- und Hauswirtschaftsfächern geschult → unbezahlte Arbeit!

    • egal wie die Ziele u. Intentionen d. Missionare waren: Frauen fanden immer wieder Nischen, in denen sie durch ihre Fähigkeiten selbstbestimmt leben konnten;

    • informelle Arbeitsverhältnisse: Entstehung des „informellen Sektors“ im Kolonialismus;

    • Städte: reine Männerräume? Frauen konnten als Haushaltshilfen/Köchinnen in Haushalten arbeiten (obwohl vorher eher Männerberufe) um sich ein Sprungbrett zu schaffen, um später z.B. ein kleines Handelsgeschäft auf zu machen; Städte waren überhaupt nicht für Afrikaner(_innen) gedacht, sollten nur als Arbeitskraft dort dienen, aber nicht dort bleiben;

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