- •1. Struktur des Wortbestandes
- •Räumlichen (territorialen, regionalen, geografischen);
- •Funktionalen (sozial-beruflichen);
- •2. Territoriale (geographische) Gliederung des deutschen Wortbestandes
- •2.1. Deutsche Standardsprache und ihre nationale Varianten
- •Österreichisches Deutsch: Austriazismen;
- •Schweizerdeutsch: Helvetismen.
- •3) “Binnendeutsches” Standarddeutsch (Teutonismen bzw. Germanismen)
- •2.2. Deutsche Dialekte (Mundarten) und territoriale Dubletten
- •3. Die soziale Differenzierung des deutschen Wortbestandes
- •3.1. Fachsprachen (Termini)
- •3.2. Berufssprachen (Professionalismen)
- •3.3. Standessprachen (Jargone, Slangs)
- •3.4. Gaunersprache bzw. Rotwelsch (Argot)
- •3.5. Habituelle Lexik (Genderlekt)
- •4. Die historische (zeitliche) Analyse des deutschen Wortschatzes
- •4.1. Archaismen
- •4.2. Neologismen
4.2. Neologismen
Der Terminus „Neologismus“ stammt aus dem Griechischen („neo“ ‒ neu, „logos“ – Wort). Neologismen entstehen in der Sprache im Zusammenhang mit der Entwicklung der Produktion, der Wissenschaft und Technik usw.
Die Neologismen behalten nicht für immer ihren Neuheitswert. Deshalb ist es üblich, sie nach konkreten Zeitperioden zu betrachten. So spricht man z.B. von Neologismen des 18. Jhs., von Neologismen aus der Zeit nach 1917, von Neologismen der 90er Jhre usw.
Die wichtigsten Arten der Neologismen
1. Neuwörter (Begriffsneologismen) (neue Bedeutung – neues Wortgut) = власне неологізми / лексичні неологізми.
Neuwörter sind der Bedeutung und der Lautung nach völlig neue Wörter, die in der deutschen Sprache zum ersten Mal fixiert worden sind. Das sind Lexeme, die neue Gegenstände und Erscheinungen bezeichnen. Die überwiegende Mehrheit der Neuwörter sind Urentlehnungen aus anderen
Fremdsprachen, d.h. die Hauptquelle bilden die Fremdsprachen, z.B.: die Kybernetik, der Computer, die Software, E-Mail, Chip, die Rakete, Videorekorder, die Polymere, die Transplantation u.a.
2. Neubedeutung (Bedeutungsneologismen) (neue Bedeutung ‒ altes Wortgut) = семантичні неологізми.
Das sind Neologismen, die auf dem Wege der neuen Kombination von schon bekannten Wörtern gebildet worden sind. Die Hauptquelle ist die Muttersprache, aber auch die Fremdsprachen spielen eine beachtliche Rolle. Die Neologismen entstehen dabei vorwiegend auf dem Wege der Wortbildung (Zusammensetzung, Ableitung, Abbreviatur).
In der Fachlexik bekommen viele bekannte Wörter ganz andere, neue Bedeutungen (Spezialisierung, Terminologisierung der Bedeutung), z.B.:
Virus (= Computervirus)
Strom (= Elektroenergie, Elektrizität)
Strahlen (= radioaktive Strahlen) u.a.
3. Formneologismen (Neuprägungen, Neuformative, Neubezeichnungen) (alte Bedeutung ‒ neue Bezeichnung) = новоутворення. Es geht dabei meistens um fremdsprachige Synonyme zu deutschen Wörtern, z. B.:
der Job (= Arbeit), engl. ‒ gelegentliche Arbeit, Nebenbeschäftigung zum Zwecke des zusätzlichen Gelderwerbs;
das Baby (das Kind), engl. ‒ Säugling;
das Hobby, engl. ‒ (sinnvolle) Freizeitbeschäftigung, Steckenpferd;
der Teenager, engl. ‒ junges Mädchen im Alter zwischen 13 und 19 Jahren; Jugendliche beiderlei Geschlechts in demselben Alter u.a.
Die Neologismen werden mit Hilfe aller vier Wege der Wortschatzbereicherung gebildet: Bedeutungswandel, Wortbildung, Entlehnung, Phraseologisierung.
