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18. Die grammatische Kategorie des Tempus.

Die verbalen Formen, die die zeitliche Einordnung eines Geschehens bezeichnen, werden traditionell Tempusformen genannt und in ihrer Gesamt­heit als Kategorie des Tempus angesehen. Diese Kategorie wird seit einigen Jahrzehnten als Kern des grammatisch-lexikalen oder funktional-semanti­schen Feldes betrachtet, zu dem auch andere sprachliche Mittel zum Ausdruck der temporalen Bedeutungen ge­rechnet werden. Die zeitliche Einordnung eines Geschehens erfolgt durch sein Beziehen auf eine Bezugssituation oder auf einen Bezugszeitpunkt. Als solche kann entweder der Redemoment.: Das Kind (im Moment der Äußerung) schläft; das Kind (vor dem Moment der Äußerung) schlief; das Kind (nach dem Moment der Äußerung) wird schlafen, oder ein anderes Geschehen in Frage kommen.: Nachdem er alles erfahrt/ erfahren wird, beruhigt er sich; Nachdem er alles erfahren hatte, beruhigte er sich. Tradi­tionell wird der Bezug auf den Redemoment als absoluteZeitbedeu­tung und der Bezug auf ein anderes Geschehen als relative Zeitbedeu­tung bezeichnet. Da es sich aber bei beiden Bezugsarten in Wirklichkeit um ein Beziehen auf etwas handelt und demnach beide Bezugsarten relativ sind, wäre es vielleicht begründeter, statt der absoluten Zeit von einem un­mittelbaren Bezug (auf den Redemoment) und statt der relativen Zeit von einem mittelbaren Bezug (auf den Redemoment) zu sprechen.

Kategoriale Bedeutung, Struktur und Kennzeichnungsmittel der grammatischen Kategorie des Tempus.

Das Tempus wird durch morphologische Kennzeichnung des Verbstamms oder durch sekundäre Konjugation des Verbs realisiert, d. h. durch zusammengesetzte Konjugationsformen gebildet; außerdem beispielsweise auch durch Null-Flexion mittels Adverbien oder Kontextualisierung.Von Tempus spricht man in der Grammatik im Sinne einer grammatischen Kategorie. Das Tempus ist von der Zeit im physikalischen Sinn zu unterscheiden. Das grammatische Tempus kann auch modale Aspekte zum Ausdruck bringen.Es ist zwischen dem Tempus als grammatischer Form und der Bedeutung, der Funktion des Tempus zu unterscheiden. Es wird empfohlen, die aus der lateinischen Grammatik übernommenen Bezeichnungen im Deutschen nur „als reine Namen (zu) verstehen“.So wird im Deutschen die Zukunft tatsächlich mehr durch die grammatische Form des Präsens als durch die grammatische Form des Futur I ausgedrückt, gleichwohl gilt das Präsens prototypisch als Gegenwarts- und das Futur I als Zukunftsform.Das Tempus hat als selbständige semantische Funktion, durch die „zeitliche Einordnung des beschriebenen Geschehens und zum Wirklichkeitsbezug“ der Äußerung beizutragen – während der Modus den Wahrheitsanspruch zum Ausdruck bringt.

19. Die grammatische substantivische Kategorie des Numerus: ihre Funktionen und Kennzeichnungsmittel.

Der Numerus ist in der Grammatik eine Zählform zur Bestimmung von Mengenwertigkeiten, also zur Festlegung beziehungsweise Unterscheidung der Anzahl.Im Deutschen gebräuchlich sind der Singular (Einzahl) sowie der Plural (Mehrzahl).Es gibt auch Wörter, die entweder nur in der Einzahl oder nur in der Mehrzahl vorkommen; diese heißen Singulariatantum bzw. Pluraliatantum.Beispiele für den unterschiedlichen Numerus bei deutschen Substantiven im Nominativ:Schule - Schulen,Programm - Programme.Die Verwendung des richtigen Numerus ist wichtig bei folgenden Wortarten: Substantiv, Adjektiv, Verb, Artikel und Pronomen.

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