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3. Diphthonge

Die Diphthonge sind einsilbige Zusammensetzungen von Vokalen.

Es können nicht alle Vokale miteinander kombiniert werden, sondern immer nur ein offener mit einem geschlossenen. Folgende Varianten treten dabei auf: [a]+[e] bilden [ae], [a]+[o] bilden [ao] und [o]+[e] bilden [ɔø]. Beide Vokale sind kurz.

Die Diphthonge sind Silbenträger und damit Träger prosodischer Merk­male (Variationen von Tonhöhe, Lautstärke und Klangfarbe).

Die Diphthonge sind durch eine einheitliche Artikulationsbewegung gekennzeichnet. So ist der erste Teil einer solchen Folge ein ungespanntkurzer Vokal, der zweite als gespannt-kurz zu artikulieren ist. Der erste Vokal ist dominant. Er trägt den Akzent.

Die beiden Vokale eines Diphthonges sind artikulatorisch untrennbar und können verschiedenen Silben nicht gehören. Für die drei deutschen Diphthonge [ae], [ao], [ɔø] existieren verschiedene Schreibungen. Man findet auch Transkriptionen wie [ai, au, oi] oder [ai, au, oi].

4.Phonetische Diphtnonge und Triphthonge

Die Vokalisierung des [r]- Lautes als [ɐ], die in allen Positionen nach Kurz- und Langvokalen üblich ist, bringt, wie es oben schon erwähnt wurde, eine Menge von phonetischen sekundären Diphtongen und Triphthongen, die praktisch als Grundlage zur Entstehung der neuen Phoneme in der Zukunft sein können.

Aufgrund solcher phonetischen Prozesse begegnet man auch so genann­ten Triphthongen, die im Gegensatz zu den Diphthongen einer artikulatorischen Bewegung mit einem Umkehrpunkt innerhalb ihres Verlaufes entsprechen: Eier ['aeɐ], Bauer ['baoɐ], Feuer ['fɔøɐ].

Abb. 22. Phonetische Triphthonge des Deutschen

5. Halbvokale im Deutschen

Unsilbisch können Vokale [i], [y], [u], seltener auch [o] und [e] auftreten. Zwei aufeinanderfolgende Vokale gehören zur gleichen Silbe, dabei ist der erste Vokal Halbvokal und der zweite Vokal bildet den Silbenkern, ist damit syllabisch: matteriell, Linguist, Studium, Nation.

Unsilbisches i gehört zu den reduzierten Vokalen. Es ist überkurz, nicht betont, mit dem nachfolgenden Vokal eng verbunden und bildet mit ihm einen Diphthong.

Es kommt in den Endungen -iär, -ie, -ier, -ion und -ium vor.

Halbvokale entstehen in den folgenden Vokalkombinationen VV:

[i]

[ie] Portier

[iε] Relief, materiell

[ia] Material

[iə] Ferien, Komödie

[io] Nation

[iυ] Studium

[u]

[ui] Linguist

[ua] Januar, Situation

[oa]

[oа] loyal, Toilette

[e]

[ea] Theater

[eu] Petroleum

6. Der feste Vokaleinsatz

Unter Einsatz versteht man Glottisschlag, der weitgehend von der allge­meinen Sprechspannung und von der Umgebung der Einsatzsilbe beeinflusst wird.

Der feste Einsatz ist im Deutschen weder ein selbstständiges Phonem noch gehört er zum Phonemgehalt der Vokale. Die Realisierung eines Vokals mit Glottisschlageeinsatz stellt nur eine fakultative phonetische Variante zur Realisierung eines Vokals mit weichem Einsatz dar.

Man spricht die Vokale mit festem Einsatz in folgenden Fällen aus:

  1. Der Vokal am Anfang von akzentuierten Silben (mit Haupt- und Nebenakzent) wird im Deutschen neu angesetzt: vereisen [fɐ"aezən].

  2. Bei vokalischem Anlaut: Appetit ['apə'ti:t], Igel ["i:gəl].

  3. Nach Sprechpause in betonter und unbetonter Silbe: Eine neue Zeit ist angebrochen, ein großes Zeitalter, in dem zu leben eine Lust ist.

  4. Innerhalb von Syntagmen in der betonten Silbe: Ich tat alles, was man mir anriet

  5. In Adjektiven, Verben und Substantiven, die unbetont sind: enge Laute, eine Suppe essen. Der Vokal am Anfang von nicht-akzentuierten Silben braucht im allge­meinen nicht neueingesetzt zu werden .

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