- •Inventur
- •4. Vergangenheitsbewältigung im Drama
- •1.Appelle zu Kritik und Verweigerung in der Lyrik
- •2.Vergangenheitsbewältigung und Gegenwartskritik im Roman
- •3.Politisch-moralisches Parabel-Theater:
- •Die Siebziger Jahre: Historische Erinnerungsarbeit, Autobiographie und «Neue Sensibilität»
- •VIII. Die achtziger Jahre: Neue Unübersichtlichkeit - Traditionalismus, Kunstgewerbe und Provokationen
4. Vergangenheitsbewältigung im Drama
Carl Zuckmayer: Des Teufels General (1946); Günter Weisenborn: Die Illegalen (1947); Wolfgang Borchert: Draußen vor der Tür (1947).
Carl Zuckmayer, 1896 in Nackenheim geboren, starb 1977 in Visp/Schweiz. Neben Des Teufels General wurde er vor allem populär durch das Stück Der Hauptmann von Köpenick (1930). Carl Zuckmayer erreicht einen der größten Bühnenerfolge der Nachkriegszeit mit Des Teufels General, einem Stück, das er aus dem amerikanischen Exil mitbrachte. Uraufgeführt 1946 von Heinz Hilpert am Schauspielhaus Zürich, ist es erst ein Jahr später in Deutschland zu sehen. Dargestellt wird der Luftwaffengeneral Harras, der, aufgrund seiner Abenteurernatur, seiner Begeisterung für das lustvolle Risiko der Fliegerei, sich dem Teufel in der Gestalt Hitlers verschreibt. Er stellt sich dem Nationalsozialismus zur Verfügung und wird schließlich Opfer des Regimes; er endet in einem selbstmörderischen Flug mit einer unbrauchbar gemachten Maschine und begründet dies mit den Worten: «Wer auf Erden des Teufels General wurde und ihm die Bahn gebombt hat - der muß ihm auch Quartier in der Hölle machen» (Zit. nach: Illustrierte Geschichte ... Band V. S.245).Dargestellt wird ebenso ein Widerständler, der Ingenieur Oderbruch, dessen Sabotageakte gegen die Kriegsführung gerichtet sind, die aber auch das Leben deutscher Soldaten gefährden.
Günther Weisenborn , geboren 1902 in Velbert, starb 1969 in Berlin. Die wesentlichen Werke: Die Illegalen (1946), Die Neuberin (1935), Der lautlose Aufstand (1953), Auf Sand gebaut (1956), Der Verfolger (1961).
Die Illegalen ist ein Stück über den Widerstand: ein junger Widerstandskämpfer läßt sich erwischen, um seine Gruppe zu retten. Der Autor gehörte zur sogenannten «Roten Kapelle», zählte also selbst zum Kreis der aktiven Widerstandskämpfer. Den «Illegalen» soll ein Denkmal gesetzt werden, ihr Kampf als dramatisches Geschehen, als Tragödie von Entsagung und Selbstopfer begreifbar werden, als Mahnbild des vergeblichen Kampfes gegen eine «Seuche», die - so wörtlich - «alle ansteckte und krank machte». Weisenborn schrieb: «Die Welt muß erfahren, daß es in unserem Vaterland zahllose Menschen gab, rein wie Eis, gläubig und freiheitsliebend, die für die Menschlichkeit kämpften und starben».(Zit. nach: Bohn 1995. S.40)
Кapitel V. Die fünfziger Jahre (1952-63): Nonkonformistische Kritik an Wiederbewaffnung und Wirtschaftswunder
Wesentliche Ereignisse im Gesellschaftsleben:
seit 1950 wirtschaftlicher Aufschwung
1955 Bundesrepublik in der NATO
1957 Absolute Mehrheit für die CDU/CSU unter Konrad Adenauer
1961 Bau der Berliner Mauer
1962 Spiegel-Krise
1963 Ludwig Erhard Bundeskanzler
1967 erste Wirtschaftskrise in der Bundesrepublik
Die Orientierung an den westlichen Siegermächten, besonders an den USA, wurde in der 1949 gegründeten Bundesrepublik zum beherrchenden Ziel. Ein weiteres Thema der Literaten wurde die Wirtschaftswunder-Mentalität in der Bundesrepublik. Mit der Währungsreform von 1948 war die Grundlage für die wirtschaftliche Neuordnung im Westen Deutschlands gegeben. Leistungs- und Profitstreben beherrschten die Wirtschaft, in zunehmendem Maße aber auch das gesellschaftliche Leben insgesamt. In den sechziger Jahren trat die literarische Kritik an der Verführbarkeit der Menschen durch Konsumgüter und die alles beherrschende Werbung hervor.
