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erich_maria_remarque_drei_kameraden.doc
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13.04.2015
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☆

Ich zwang mich zu einem Lächeln. »Ja, Pat«, sagte ich und nahm ihre heißen Hände in meine, »wenn wir die Welt machen würden, würde sie besser aussehen, was?«

Sie nickte. »Ja, Liebling. Wir würden solche Sachen nicht zulassen. Wenn man nur wüßte, was dahinter ist. Glaubst du, daß es weitergeht, nachher?«

»Ja«, erwiderte ich. »Es ist so schlecht gemacht, daß es nicht zu Ende sein kann.«

Sie lächelte. »Das ist auch ein Grund. Aber findest du das auch schlecht gemacht?« Sie zeigte auf einen Busch gelber Rosen neben ihrem Bett.

»Das ist es ja gerade«, erwiderte ich. »Die Einzelheiten sind wunderbar, aber das Ganze hat keinen Sinn. Als wenn es von einem gemacht ist, dem auf die wunderbare Vielfalt des Lebens nichts anderes eingefallen ist, als es wieder zu vernichten.«

»Und es wieder neu zu machen«, sagte Pat.

»Auch da sehe ich den Sinn nicht«, erwiderte ich. »Besser ist es dadurch bis heute nicht geworden.«

»Doch Liebling«, sagte Pat, »mit uns, das hat er schon gut gemacht. Besser ging's gar nicht. Nur zu kurz. Viel zu kurz.«

Ein paar Tage später spürte ich Stiche in der Brust und hustete. Der Chefarzt hörte den Lärm, als er über den Korridor ging, und steckte den Kopf in mein Zimmer. »Kommen Sie doch mal mit ins Sprechzimmer.«

»Es ist weiter nichts«, sagte ich.

»Das ist egal«, erwiderte er. »Mit so einem Husten dürfen Sie nicht bei Fräulein Hollmann sitzen. Kommen Sie mal gleich mit.«

Ich zog mir mit einer sonderbaren Befriedigung im Sprechzimmer das Hemd aus. Hier oben erschien einem Gesundheit fast wie ein unberechtigter Vorteil; man kam sich wie ein Schieber und Drückeberger vor.

Der Chefarzt sah mich eigentümlich an. »Sie scheinen sich ja noch zu freuen«, sagte er stirnrunzelnd.

Dann untersuchte er mich sorgfältig. Ich sah mir die blanken Dinge an den Wänden an und atmete tief und langsam und schnell und kurz ein und aus, wie er es verlangte. Dabei spürte ich wieder die Stiche und war zufrieden, Pat jetzt etwa weniger voraus zu haben.

»Sie sind erkältet«, sagte der Chefarzt. »Legen Sie sich ein oder zwei Tage ins Bett oder bleiben Sie wenigstens in Ihrem Zimmer. Zu Fräulein Hollmann dürfen Sie nicht hinein. Nicht Ihretwegen — Fräulein Hollmanns wegen.«

»Kann ich durch die Tür mit ihr sprechen?« fragte ich. »Oder über den Balkon?«

»Über den Balkon ja, aber nur ein paar Minuten, und durch die Tür meinetwegen auch, wenn Sie fleißig gurgeln. Sie haben außer der Erkältung auch noch einen Raucherkatarrh.«

»Und die Lunge?« Ich hatte irgendwie die Erwartung, daß wenigstens eine Kleinigkeit daran nicht in Ordnung wäre. Ich hätte mich Pat gegenüber besser gefühlt.

»Aus Ihrer Lunge könnte man drei machen«, erklärte der Chefarzt. »Sie sind der gesündeste Mensch, den ich seit langem gesehen habe. Sie haben nur eine ziemlich harte Leber. Wahrscheinlich trinken Sie zuviel.«

Er verschrieb mir etwas, und ich ging zurück.

»Robby«, fragte Pat aus ihrem Zimmer, »was hat er gesagt?«

»Ich darf nicht zu dir, einstweilen«, erwiderte ich unter der Tür. »Strenges Verbot. Ansteckungsgefahr.«

»Siehst du«, sagte sie erschrocken, »ich habe es immer schon nicht mehr gewollt.«

»Ansteckungsgefahr für dich, Pat. Nicht für mich.«

»Laß den Unsinn«, sagte sie. »Erzähle mir genau, was los ist.«

»Es ist genau so. Schwester« — ich winkte der Stationsschwester, die mir gerade die Medikamente brachte —, »sagen Sie Fräulein Hollmann, wer der Gefährlichere von uns beiden ist.«

»Herr Lohkamp«, erklärte die Schwester. »Er darf nicht 'raus, damit er Sie nicht ansteckt.«

Pat sah ungläubig von der Schwester zu mir. Ich zeigte ihr die Medikamente durch die Tür. Sie begriff, daß es stimmte, und begann zu lachen, immer mehr, sie lachte, bis ihr die Tränen kamen und sie schmerzhaft zu husten anfing, so daß die Schwester hinlaufen und sie stützen mußte. »Mein Gott, Liebling«, flüsterte sie, »das ist zu komisch. Und wie stolz du aussiehst!« Sie war den ganzen Abend fröhlich. Ich ließ sie natürlich nicht allein, sondern saß in einem dicken Mantel, einen Schal um den Hals, bis Mitternacht auf dem Balkon, eine Zigarre in der einen und ein Glas in der andern Hand, eine Kognakflasche zu meinen Füßen, und erzählte ihr Geschichten aus meinem Leben, immer wieder von ihrem leisen Vogelgelächter unterbrochen und angetrieben, ich log, was ich konnte, um das Lachen, über ihr Gesicht gleiten zu sehen, ich war glücklich über meinen bellenden Husten und trank die Flasche leer und war am nächsten Morgen gesund.

Der Föhn kam wieder. Der Wind rüttelte an den Fenstern, die Wolken hingen tief, der Schnee schob sich zusammen und polterte durch die Nächte, und die Kranken lagen gereizt und aufgepeitscht wach und horchten hinaus. An den geschützten Hängen fingen die Krokusse an zu blühen, und auf der Straße erschienen zwischen den Schlitten die ersten Wagen mit hohen Rädern.

Pat wurde immer schwächer. Sie konnte nicht mehr aufstehen. In den Nächten hatte sie oft Erstickungsanfälle. Dann wurde sie grau vor Todesangst. Ich hielt ihre nassen, kraftlosen Hände. »Nur diese Stunde überstehen!« keuchte sie, »nur diese Stunde, Robby. Da sterben sie...«

Sie hatte Angst vor der letzten Stunde zwischen Nacht und Morgen. Sie glaubte, daß mit dem Ende der Nacht der geheime Strom des Lebens schwächer würde und fast erlosch — und nur vor dieser Stunde hatte sie Furcht und wollte nicht allein sein. Sonst war sie so tapfer, daß ich oft die Zähne zusammenbeißen mußte.

Ich ließ mein Bett in ihr Zimmer stellen und setzte mich zu ihr, wenn sie erwachte und wenn in ihre Augen das verzweifelte Flehen kam. Ich dachte oft an die Morphiumampullen in meinem Koffer, und ich hätte es ohne Nachdenken getan, wenn sie nicht so dankbar für jeden neuen Tag gewesen wäre.

Ich saß bei ihr am Bett und erzählte ihr, was mir gerade einfiel. Sie durfte nicht viel sprechen, und sie hörte gern zu, wenn ich ihr erzählte, was mir alles schon so passiert war. Am liebsten hörte sie Geschichten aus meiner Schulzeit, und manchmal, wenn sie kurz vorher noch einen Anfall gehabt hatte und blaß und zerschlagen in den Kissen saß, verlangte sie schon wieder, daß ich ihr irgendeine Type von meinen Lehrern vormachte. Fuchtelnd und schnaufend, einen imaginären roten Vollbart streichend, wanderte ich dann durchs Zimmer und gab mit knarrender Stimme Kathederblüten von mir. Ich erfand täglich neue hinzu, und Pat wußte allmählich unter den Raufbolden und Lümmeln unserer Klasse, die den Lehrern immer neuen Ärger bereitet hatten, sehr gut Bescheid. Einmal kam die Nachtschwester dazu, angelockt durch den polternden Baß unseres Rektors, und es dauerte eine ganze Weile, ehe ich ihr zum Vergnügen Pats klargemacht hatte, daß ich nicht verrückt geworden sei, weil ich mitten in der Nacht in einer Pelerine und einem Schlapphut im Zimmer herumhopste und einem gewissen Karl Ossege furchtbar die Leviten las, der heimtückisch das Katheder angesägt hatte.

Langsam sickerte dann das Tageslicht durch das Fenster. Die Bergrücken wurden messerscharfe, schwarze Silhouetten. Der Himmel hinter ihnen fing an, kalt und blaß zurückzuweichen. Die Nachttischlampe verrostete zu bleichem Gelb, und Pat legte ihr feuchtes Gesicht in meine Hände. »Es ist vorbei, Robby. Jetzt habe ich wieder einen Tag dazu.«

Antonio brachte mir seinen Radioapparat. Ich schloß ihn an die Lichtleitung und die Heizung an und probierte ihn abends bei Pat aus. Er quarrte und quakte, dann löste sich plötzlich aus dem Schnarren eine zarte, klare Musik.

»Was ist das, Liebling?« fragte Pat.

Antonio hatte mir eine Radiozeitschrift mitgegeben. Ich schlug nach. »Rom, glaube ich.«

Da kam auch schon die tiefe, metallische Stimme der Ansagerin. »Radio Roma — Napoli — Firenze...«

Ich drehte weiter. Ein Klaviersolo. »Da brauche ich gar nicht nachzuschlagen«, sagte ich. »Das ist die Waldsteinsonate von Beethoven. Die habe ich auch mal spielen können in den Zeiten, als ich noch glaubte, irgendwann mal Studienrat, Professor oder Komponist zu werden. Jetzt kann ich sie längst nicht mehr. Wollen lieber weiterdrehen. Sind keine schönen Erinnerungen.«

Ein warmer Alt, sehr leise und einschmeichelnd. »Parlez — moi d'amour.« — »Paris, Pat.«

Ein Vortrag über die Bekämpfung der Reblaus. Ich drehte weiter. Reklamenachrichten. Ein Quartett. »Was ist das?« fragte Pat.

»Prag. Streichquartett, Opus 59, zwei, Beethoven«, las ich vor.

Ich wartete, bis der Satz zu Ende war, dann drehte ich weiter, und auf einmal war eine Geige da, eine wunderbare Geige. »Das wird Budapest sein, Pat. Zigeunermusik.«

Ich stellte die Skala genau ein. Voll und weich schwebte jetzt die Melodie über dem mitflutenden Orchester von Cimbals, Geigen und Hirtenflöten. »Herrlich, Pat, was?«

Sie schwieg. Ich wandte mich um. Sie weinte mit weit geöffneten Augen. Ich stellte mit einem Ruck den Apparat ab. »Was ist denn, Pat?« Ich legte den Arm um ihre schmalen Schultern.

»Nichts, Robby. Es ist dumm von mir. Nur wenn man das so hört, Paris, Rom, Budapest — mein Gott, und ich wäre schon froh, wenn ich noch einmal ins Dorf hinunter könnte.«

»Aber Pat.«

Ich sagte ihr alles, was ich ihr sagen konnte, um sie darüber wegzubringen. Aber sie schüttelte den Kopf. »Ich bin nicht traurig, Liebling. Du mußt das nicht glauben. Ich bin nicht traurig, wenn ich weine. Es kommt wohl mal so, aber nicht lange. Dafür denke ich viel zuviel nach.«

»Worüber denkst du denn nach?« fragte ich und küßte ihr Haar.

»Über das einzige, worüber ich noch nachdenken kann — über Leben und Sterben. Wenn ich dann traurig bin und nichts mehr verstehe, sage ich mir, daß es besser ist, zu sterben, wenn man noch leben möchte, als zu sterben und man möchte auch sterben. Was meinst du?«

»Ich weiß nicht.«

  1. »Doch.« Sie lehnte den Kopf an meine Schulter. »Wenn man noch leben möchte, dann ist etwas da, was man liebt. Es ist schwerer, aber auch leichter. Sieh, sterben hätte ich doch müssen, und nun bin ich dankbar, daß ich dich hatte. Ich hätte ja auch allein und unglücklich sein können. Dann wäre ich gern gestorben. Jetzt ist es schwer; aber dafür bin ich auch ganz voll Liebe, wie eine Biene voll Honig, wenn sie abends in den Stock zurückkommt. Wenn ich wählen sollte — ich würde zwischen beiden immer wieder dasselbe wählen.« Sie sah mich an. »Pat«, sagte ich, »es gibt noch ein Drittes — wenn der Föhn aufhört, dann wird es dir besser gehen, und wir werden hier fortfahren.« Sie blickte mich weiter prüfend an. »Um dich habe ich Angst, Robby. Für dich ist es viel schwerer als für mich.« »Wir wollen nicht mehr darüber sprechen«, sagte ich. »Ich habe es nur gesagt, damit du nicht denkst, ich sei traurig«, erwiderte sie. »Ich glaube auch nicht, daß du traurig bist.« Sie legte ihre Hand auf meinen Arm. »Willst du nicht dir Zigeuner wieder spielen lassen?«

»Willst du sie hören?«

»Ja, Liebling.«

Ich stellte den Apparat wieder an, und leise, dann immer voller klang die Geige mit den Flöten und den gedämpften Arpeggien der Cimbals durch das Zimmer.

»Schön«, sagte Pat. »Wie ein Wind. Ein Wind, der einen wegträgt.«

Es war ein Abendkonzert aus einem Gartenrestaurant in Budapest. Das Gespräch der Gäste war manchmal durch das Raunen der Musik zu vernehmen, und ab und zu hörte man einen hellen, fröhlichen Ruf. Man konnte denken, daß jetzt auf der Margaretheninsel die Kastanien schon das erste Laub hatten und daß es blaß im Monde schimmerte und sich bewegte, als würde es durch den Geigenwind angeweht. Vielleicht war es auch schon ein warmer Abend, und die Leute saßen im Freien und hatten Gläser mit dem gelben ungarischen Wein vor sich stehen, die Kellner liefen in ihren weißen Jacken hin und her, die Zigeuner spielten, nachher ging man durch die grüne Frühjahrsdämmerung müde nach Hause, und da lag Pat und lächelte und würde nie wieder aus diesem Zimmer herauskommen, nie wieder aus diesem Bette aufstehen.

Dann, plötzlich, ging alles sehr schnell. Das Fleisch ihres Gesichtes schmolz. Die Backenknochen traten hervor, und an den Schläfen kam die Stirn durch. Die Arme waren dünn wie Kinderarme, die Rippen spannten sich unter der Haut, und das Fieber raste in immer neuen Stößen durch den schmalen Körper. Die Schwester brachte Sauerstoffballons, und der Arzt kam jede Stunde.

Eines Nachmittags sank das Fieber unerklärlicherweise rasch. Pat wachte auf und sah mich lange an. »Gib mir einen Spiegel«, flüsterte sie dann.

»Wozu willst du einen Spiegel?« sagte ich. »Ruh dich aus, Pat. Ich glaube, du bist jetzt durch. Du hast kein Fieber mehr.«

»Nein«, flüsterte sie mit ihrer zerborstenen, verbrannten Stimme, »gib mir den Spiegel.«

Ich ging um das Bett herum, nahm den Spiegel und ließ ihn fallen. Er zersprang. »Entschuldige«, sagte ich. »So was ungeschicktes. Fällt mir einfach aus der Hand und ist auch gleich in tausend Scherben.«

»In meiner Tasche ist noch einer, Robby.«

Es war ein kleiner Spiegel aus verchromtem Nickel. Ich wischte mit der Hand darüber, damit er etwas erblindete, und gab ihn Pat. Sie rieb ihn mühsam sauber und sah angestrengt hinein. »Du mußt abreisen, Liebling«, flüsterte sie dann.

»Warum denn? Magst du mich nicht mehr?«

»Du sollst mich nicht mehr sehen. Das bin ich nicht mehr.«

Ich nahm ihr den Spiegel ab. »Diese Metalldinger taugen nichts, Pat. Sieh nur, wie ich darin ausschaue. Blaß und mager. Dabei bin ich doch braun und kräftig. Ganz wellig ist das Ding.«

»Du sollst eine andere Erinnerung an mich behalten«, flüsterte sie. »Fahr weg, Liebling. Ich werde schon allein damit fertig.«

Ich beruhigte sie. Sie verlangte den Spiegel wieder und ihre Tasche. Dann begann sie sich zu pudern, das arme, abgezehrte Gesicht, die zerrissenen Lippen, die schweren, braunen Höhlen unter den Augen. »Nur etwas, Liebling«, sagte sie und versuchte zu lächeln, »du sollst mich nicht häßlich sehen.«

»Du kannst machen, was du willst«, sagte ich, »du wirst nie häßlich sein. Für mich bist du die schönste Frau, die ich je gesehen habe.«

Ich nahm den Spiegel und die Puderdose fort und legte meine Hände vorsichtig um ihren Kopf. Nach einiger Zeit wurde sie unruhig.

»Was ist, Pat?« fragte ich.

»Es tickt so laut«, flüsterte sie.

»Was? Die Uhr?«

Sie nickte. »Es dröhnt so...«

Ich machte die Uhr von meinem Handgelenk los.

Sie blickte angstvoll auf den Sekundenzeiger. »Tu sie weg...«

Ich nahm die Uhr und warf sie gegen die Wand. »So, jetzt tickt sie nicht mehr. Jetzt steht die Zeit still. Wir haben sie mitten durchgerissen. Nur wir beide sind noch da, nur wir beide, du und ich, und niemand sonst.«

Sie sah mich an. Ihre Augen waren sehr groß. »Liebling...« flüsterte sie.

Ich konnte ihren Blick nicht ertragen. Er kam weit her und ging durch mich hindurch, irgendwohin. »Alter Bursche«, murmelte ich, »mein geliebter, tapferer, alter Bursche.«

Sie starb in der letzten Stunde der Nacht, bevor es Morgen wurde. Sie starb schwer und qualvoll, und niemand konnte ihr helfen. Sie hielt meine Hand fest, aber sie wußte nicht mehr, daß ich bei ihr war. Irgendwann sagte jemand: »Sie ist tot...«

»Nein«, erwiderte ich, »sie ist noch nicht tot. Sie hält meine Hand noch fest...«

Licht. Unerträgliches, grelles Licht. Menschen. Der Arzt. Ich öffnete langsam meine Hand. Pats Hand fiel herunter. Blut. Ein verzerrtes, ersticktes Gesicht. Qualvolle, starre Augen. Braunes, seidiges Haar.

»Pat«, sagte ich. »Pat!«

Und zum ersten Male antwortete sie mir nicht.

»Möchte allein sein«, sagte ich.

»Soll nicht erst...« fragte jemand. »Nein«, sagte ich. »'rausgehen. Nicht anfassen.« Ich habe ihr dann das Blut abgewaschen. Ich war aus Holz. Ich habe ihr das Haar gekämmt. Sie wurde kalt. Ich habe sie in mein Bett gelegt und die Decken über sie gedeckt. Ich habe bei ihr gesessen, und ich konnte nichts denken. Ich habe auf dem Stuhl gesessen und sie angestarrt. Der Hund kam herein und setzte sich zu mir. Ich habe gesehen, wie ihr Gesicht anders wurde. Ich konnte nichts tun, als leer dasitzen und sie ansehen. Dann kam der Morgen, und sie war es nicht mehr.