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Bibliotheken

Das Wort „Bibliothek“ stammt aus dem Griechischen „biblion“ (Buch) und „theke“ (Aufbewahrungsort), also die Bibliothek ist eine Stätte, wo die Bücher aufbewahrt werden. Die Bibliotheken sind in den uralten Zeiten erschienen. Sammlungen von Schriftwerken gab es schon in Assyrien, im uralten Ägypten, in Griechenland und in Rom, in den Klöstern des Frühmittelalters. Das Bibliothekwesen bekam seine Entwicklung nach der Erfindung der Buchdruckkunst im 15. Jh. durch den Deutschen Johann Gutenberg. Im 19.Jh. erschienen die öffentlichen Bibliotheken.

Die heutige Bibliothek ist die Welt des Wissens. Sie besitzt alle Arten von Informationen: in Schrift, Bild, in Kassetten sowie elektronisch gespeicherte Informationen. Die Bibliothek hat einen großen Einfluss auf das geistige Leben der Menschen. Es gibt Bibliotheken in großen und kleinen Städten, in Dörfern, in verschiedenen Lehranstalten. Außerdem haben viele Menschen ihre eigenen Bibliotheken zu Hause.

Die größten und bekanntesten Bibliotheken der Welt sind die Britische Nationalbibliothek in London, die Kongressbibliothek in Washington und die Staatliche Bibliothek Russlands. Die Nationalbibliotheken verschiedener Länder unterhalten Beziehungen zueinander und tauschen ihre Bücher und Informationen aus.

In der Bibliothek

  • Guten Tag! Wir möchten Leser dieser Bibliothek werden.

  • Habt ihr eure Ausweise mit?

  • Hier sind sie.

  • Danke. Füllt bitte das Anmeldeformular gut leserlich aus!

  • Bitte, ich habe es schon ausgefüllt.

  • Ich auch.

  • Hier sind eure provisorischen Lesekarten für das ganze Jahr. Ihr habt die Nummern....

  • Danke. Können wir die Bücher gleich bestellen?

  • Ja, geht zuerst in den Katalograum! Nehmt dort einige Leihscheine (бланк замовлення) und füllt sie aus! Ihr sollt über genaue Literaturangaben verfügen: Verfasser, Titel, Erscheinungsjahr. Nach diesen Literaturangaben wird der Bibliothekar die betreffenden Bücher heraussuchen.

  • Und wann können wir sie abholen?

  • In zwei Stunden.

  • Recht schönen Dank.

An der Ausleihe

  • Sind die Bücher für mich da?

  • Deine Lesekarte bitte. Danke. Ich werde gleich nachschauen. Hier sind deine Bücher.

  • Ich hatte fünf Bücher bestellt, und hier sind nur vier. Das Lehrbuch ist nicht dabei.

  • Leider ist kein Lehrbuch mehr da. Es muss ausgegeben sein, denn es wird oft verlangt. Du kannst es vorbestellen.

  • Vielen Dank. Und wieviel Tage darf ich die Bücher behalten?

  • Die Lehrbücher sechs Monate und schöngeistige Literatur vierzehn Tage.

  • Und kann man die Leihfrist verlängern lassen?

  • Ja, bitte.

  • Und wo muss ich die Bücher nachher zurückgeben? Hier bei Ihnen?

  • Nein, am Schalter nebenan. Dort steht „Bücherrücknahme“

  • Danke. Auf Wiedersehen!

Das nibelungenlied

Aus den Quellen der germanischen Heldenlieder entstand im Jahre 1204 ein großes Epos, eine höfische Heldendichtung – das Nibelungenlied. Seine reiche handschriftliche Überlieferung besteht aus 32 Handschriften; 10 davon sind vollständig erhalten geblieben. Bis in das 16. Jh. hinein wurde es unvermindert hoch geschätzt, doch später ging das Interesse an diesem Werk zurück. So geriet das Nibelungenlied allmählich in Vergessenheit, wie Jahrhunderte zuvor das Hildebrandslied. Erst im 18. Jh. brachten es Literaturforscher wieder ans Tageslicht.

Das Nibelungenlied ist das Werk eines Dichters, der einen alten, schon in Liedern gestalteten Sagen- und Märchenstoff zu einem großartigen Epos vereinte. In seiner heutigen Gestalt erzählt es von der burgundischen Königstochter Kriemhild, deren Gatte Siegfried von einem ihrer nächsten Verwandten erschlagen wurde und die diese Meucheltat später als Gemahlin des mächtigen Hunnenkönigs grausam rächte.

Fast unlösbar war für den Dichter die Aufgabe, die Gestalten der alten Sagen zu christlichen Rittern umzuformen. Die Nibelungenhelden gehen zur Kirche und der Christengott wird in entscheidenden Situationen angerufen.

J. W. Goethe schätzte dieses Werk hoch, betonte seine großartige, heute noch tief beeindruckende Wirkung. Er fand im ersten Teil des Liedes mehr Prunk, im zweiten dagegen mehr Kraft. Beide Teile, meinte Goethe, wecken Gefühle fürs Erhabene, für Größe.

So gilt das Nibelungenlied heute als ein besonders wertvolles Stück des kulturellen Erbes. Es ist eines der hervorragenden Zeugnisse aus der Zeit der ersten klassischen Periode der deutschen Literatur.

Sage, die mündlich überlieferte Erzählung einer für wahr gehaltenen oder auf einem wahren Kern beruhenden Begebenheit; im Laufe der Zeit phantastisch ausgeschmückt und ständig umgestaltet. Stoff oder Motiv einer Sage können von anderen Völkern und Kulturen übernommen sein (Wander-Sagen), werden aber gewöhnlich mit landschaftlichen und zeitbedingten Eigentümlichkeiten und Anspielungen vermischt; dadurch soll in erster Linie die Glaubwürdigkeit erhöht werden. Beliebte Figuren der Sage sind Riesen, Zwerge, Elfen und übermenschliche Helden.

Die Natur-Sagen erklären auf ihre Art seltsame Naturerscheinungen oder -ereignisse.

Die Geschlechter-Sagen behandeln die Entstehung und Geschichte eines bekannten Geschlechts.

Die Helden-Sagen schmücken die Abenteuer eines großen Helden aus; sie schließen sich oft zu Sagenkreisen zusammen (z. B. um Dietrich von Bern).

Der Mythos ist die Sage von den Göttern.

Neben der heidnischen Sage steht die christliche Legende, die das Leben von Heiligen in sagenhafter Art behandelt.

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