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26.Passiversatzformen für das Passiv mit dem Modalverb können

Die Übersetzung von Passivkonstruktionen Obwohl es im Deutschen und im Russischen jeweils eine grammatische Kategorie des Genus gibt, unterscheiden sich das deutsche Passiv und страдательныйзалог im Russischen wesentlich von einander. Bekanntlich ist das Passiv im Deutschen in folgenden Erscheinungsformen verbreitet: das dreigliedrige Passiv, das zweigliedrige Passiv und das eingliedrige Passiv. Bei der Übersetzung sollte man im Auge behalten, dass dem zwei- und dreigliedrigen Passiv in Russischen sowohl aktivische als auch passivische Konstruktionen entsprechen können: In Minsk werden viele neue Häuser nach modernen Projekten gebaut. Das Passiv mit dem Modalverb können kann man durch alternative Konstruktionen mit sein zu + Infinitiv, sich lassen oder durch ein Adjektiv mit der Endung –barersetzen. Die Ersatzformen für können werden häufig benutzt.

Beispiel: können Passiv mit Modalverb: Die Krankheit kann geheilt werden. sein zu + Infinitiv: Die Krankheit ist zu heilen. sich lassen: Die Krankheit lässt sich heilen. Adjektiv mit Endung -bar: Die Krankheit ist heilbar.

Passiversatzformen für das Passiv mit den Modalverben müssen, sollen, nicht dürfen

Die Modalverben müssen, sollen und nicht dürfen können nur durch sein zu + Infinitiv ersetzt werden. Diese Ersatzformen sind nur in der Amtssprache gebräuchlich. In der Umgangssprache klingen sie überformell und teilweise unhöflich.

Beispiel: müssen Passiv mit Modalverb: Die Verkehrsregeln müssen beachtet werden. sein zu + Infinitiv: Die Verkehrsregeln sind zu beachten.

Beispiel: sollen Passiv mit Modalverb: Die Aufgabe 3 soll zuerst bearbeitet werden. sein zu + Infinitiv: Die Aufgabe 3 ist zuerst zu bearbeiten.

Beispiel: nicht dürfen Passiv mit Modalverb: Im Büro darf nicht geraucht werden. sein zu + Infinitiv: Im Büro ist nicht zu rauchen.

1. (Dativ) + werden + Partizip II     "Ihm wurde das personengebundene Gehalt zugesichert." 2. (Subjektsnominativ) + bekommen + Partizip II     "Er bekam das personengebundene Gehalt zugesichert." 3. (Subjektsnominativ) + sich (im Dativ) + Infinitiv + lassen     "Er ließ sich das personengebundene Gehalt zusichern.

27. Neulogismen

Neologismus

Ein Neologismus ist ein lexikalisches Zeichen, das in einem bestimmten Zeitraum in einer Sprachgemeinschaft aufkommt und sich verbreitet, insbesondere ein neues Wort oder ein mit neuer Bedeutung verwendetes, bereits vorhandenes Wort. Schließlich nehmen es die Wörterbücher auf, die den Wortschatz dieser Sprache kodifizieren. Charakteristisch für die Neologismen ist, dass die Sprecher sie für eine gewisse Zeit als neu empfinden. Welche lexikalischen Zeichen (noch) Neologismen sind, hängt also auch davon ab, zu welchem Zeitpunkt man den Wortschatz einer Sprache betrachtet oder untersucht. Neben den in allgemeinsprachlichen Standardwörterbüchern erfassten Neologismen gibt es für viele Sprachen auch Spezialwörterbücher, die ausschließlich diesen Teil des Wortschatzes behandeln.

Solche Wörter kommendurch Wortbildung, Entlehnung oder Bedeutungsübertragung zustande. Lediglich für die Neurolinguistik wird ein Verständnis des Begriffs im Sinne von Neuschöpfung oder Urschöpfung eingeräumt.

Typen von Neologismen

Folgende Arten von Neologismen lassen sich unterscheiden:

Neuwörter

Ausdruck und Bedeutung sind neu. Ein Beispiel aus der jüngsten Zeit ist das Verb simsen aus SMS für das Versenden von Kurznachrichten.

Neubedeutungen Ein alter Ausdruck erhält lediglich eine neue (weitere) Bedeutung. So steht als ein etwas älteres Beispiel Maus auch für ein „technisches Gerät, Teil der Computerperipherie“.

Ein Ausdruck mit ursprünglich positivem Sinnbezug erhält eine neue, pejorative Bedeutung und findet als politisch-ideologischer Kampfbegriff gegen verschiedene sprachliche Konventionen und Verhaltensweisen Verwendung. Beispiele dafür sind Gutmensch oder Politische Korrektheit.

Neue Wortkombinationen

Hier ist das Zusammenziehen von gebräuchlichen Wörtern (Internetcafé, Laptop-Tasche, auch als Retronym: Analoguhr) von metaphorischen Neubildungen zu unterscheiden. Bei letzteren entscheidet für die Verwendung nicht die tatsächliche Bedeutung, sondern eine charakteristische Eigenschaft. Beispiele dafür sind Modezar, Literaturpapst,Börsenzwerg, Wirtschaftsauguren oder Erzeinwohner.

Der pragmatische Wert von Neologismen

Nicht immer besteht die Hauptfunktion eines Neologismus darin, einen neuen Sachverhalt zu bezeichnen. Mit der Verwendung von Neologismen möchte man oft etwas verdeutlichen: Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe, Modernität oder einfach nur Aufmerksamkeit erregen (Beispiel: "Entschleunigung" statt "Verlangsamung"). Diese pragmatischen Funktionen sind die Ursache dafür, dass vor allem die Sprache der Werbung Neuwörter verwendet. Die Signalfunktion neuer Wörter wird soweit ausgereizt, dass man gegen grammatische Regeln verstößt (unkaputtbar, hier werden Sie geholfen).

Neologismen haben auch kulturellen Wert. Durch Wortneuschöpfungen können Denkanstöße und Neuassoziationen gefördert werden. Die zeitgenössische Kunstrichtungexpressiver Neologismus (kurz auch als neolog bezeichnet) befasst sich auf kritische Art mit der Sprache als Massenmedium und Beeinflussungsinstrument.

Neologismen werden auch als ersetzende Bezeichnungen verwendet, wenn dem Bezeichneten eine andere Wertung oder ein anderes Ansehen gegeben werden soll. Beispiel für eine solche Sprachpolitik ist die Deutsche Bahn AG: aus Schaffner wird Zugbegleiter, der Schalter wird zum Servicepoint und neuerdings zum Counter.

Zugleich entzündet sich an Neologismen als Symptom oft ein sprachkritischer Diskurs. Konservative Sprachkritiker machen an Neologismen, und vor allem an Lehnwörtern, einen von ihnen behaupteten Verfall der Sprache fest. Andererseits wird mit den Neologismen ebenfalls die Wandlungsfähigkeit einer Sprache und ihre Fähigkeit belegt, die den sich ständig wandelnden Benennungsanforderungen gerecht wird.

Neologismen sind auch ein häufiges Instrument von Propaganda. Beispielhaft dafür die 1942 erstmals verwendete Bezeichnung gesetzloser Kämpfer (unlawfulcombatant) zur Einführung einer Klassifizierung von Kriegsgefangenen, die das Völkerrecht umgeht. Weitere Beispiele sind das internationale Finanzjudentum, Islamo-Faschismus,sozialbehinderte Jungmigranten.

Herkunft von Neuwörtern[Bearbeiten]

Eine Quelle von Neologismen ist die Entlehnung aus anderen Sprachen. Ein Sprachsystem stellt aber noch eine Reihe weiterer Mittel für die Neuwortbildung bereit.

Komposition

Die Zusammensetzung neuer Wörter aus existierenden ist im Deutschen der produktivste Wortbildungsprozess und entsprechend auch eine ergiebige Quelle für Neologismen (Dosenpfand, Genmais).

Derivation

Die Ableitung mittels Affixen (insbesondere Präfixe oder Suffixe) ist ebenfalls eine ergiebige Quelle. Dabei können Affixe selber Neuprägungen sein (beispielsweise Cyber-) und eine größere Gruppe von Neuwörtern prägen (Cyberpunk, Cyberkriminalität).

Abkürzungen

sind ein wichtiges Mittel sprachlicher Ökonomie. Verfestigt sich ihr Gebrauch, dann können auch sie als Neologismen betrachtet werden (SMS, Hiwi, Azubi).

Zusammenziehungen

im Deutschen Kofferwort, im Englischen auch portmanteaus genannt. Diese werden aus dem ersten Teil eines Wortes und dem zweiten Teil eines zweiten Wortes gebildet, Beispiel: education + entertainment > Edutainment. Zusammenziehungen sind im Deutschen selten, sie werden meist aus anderen Sprachen entlehnt.

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