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Шепа_Stilistik.doc
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1. Stilfärbung und ihre Arten

Die Markierung lexikalischer Einheiten nach der emotionalen Wertung wird als Stilfärbung bezeichnet.

Man unterscheidet zwei Arten der Stilfärbung: die absolute (oder normative) Stilfärbung und die kontextuale Stilfärbung.

Die absolute Stilfärbung ist vom Gebrauch im Kontext abstrahiert. Sie wird oft in Wörterbüchern angegeben. Die kontextuale Stilfärbung ist immer kontextbedingt, d.h. an einen bestimmten Kontext gebunden.

Der Sprache sind mehrere absolute Stilfärbungen eigen. Im Rahmen des Wortschatzes lassen sich stilistisch nichtmarkierte und stilistisch markierte Wörter beobachten.

Die nichtmarkierten Wörter haben neutrale Stilfärbung (auch normalsprachliche, einfachliterarische Stilfärbung). Sie bedeuten Nullexpressivität und bilden den Ausgangspunkt für die Betrachtung anderer Stilfärbungen. Z.B. sterben, der Kopf, der Frühling, das Gesicht.

Die gehobene Stilfärbung ist für die schöne Literatur (besonders Poesie), auch für die offizielle, feierliche Ausdrucksweise (Ansprachen, Gratulationen, Danksagungen usw.) charakteristisch. Die oberste Stufe in dieser Richtung trägt den Sinn „die geschwollene (geschraubte, gespreizte) Stilfärbung“. Sie ist für ungebräuchliche archaische Wörter und „geschwollene“ Ausdrücke charakteristisch, für einige Höflichkeits- und Anredeformen usw. Dann folgt die „gehobene (gewählte) Stilfärbung. Die beiden Stufen werden besonders in der schönen Literatur gebraucht. Z.B.: Kopf (neutral) → Haupt (gehoben); sterben (neutral) → zur ewigen Ruhe gehen; verscheiden (geschwollen); der Frühling (neutral) → der Lenz (geschwollen); das Gesicht (neutral) → das Angesicht, das Antlitz (geschwollen).

Die gesenkte Lexik ist in ihrer Masse nicht einheitlich und erlaubt, mindestens drei Stufen auszugliedern. Die erste Stufe in der Richtung „nach unten“ bedeutet „die literarisch-umgangssprachliche Stilfärbung“, die zweite Stufe ist „die salopp-umgangssprachliche (saloppe, familiär-umgangssprachliche) Stilfärbung“, die dritte Stufe trägt den Sinn „die grob-umgangssprachliche (grobe, vulgäre) Stilfärbung“. Alle diese Färbungen sind in der Alltagsrede und auch in der schönen Literatur möglich. Z.B.: sterben (neutral) → eingehen (literarisch-umgangssprachlich) → ins Gras beißen (salopp) → krepieren, verrecken (grob); Kopf (neutral) → Kürbis, Milone, Dez, Rübe (salopp); das Gesicht (neutral) → die Fratze (salopp) → die Fresse (grob).

Neben dem Begriff „Stilfärbung“ steht oft der Begriff „Stilschicht“. Die beiden Begriffe sind eng miteinander verbunden. Die Stilschicht ist nach J. Scharnhorst die Gesamtheit aller Wörter mit gleicher Stilfärbung.

Die kontextuale Stilfärbung unterscheidet sich von der absoluten Stilfärbung durch folgendes: sie erscheint nicht bei isolierten Wörtern, sondern entsteht nur im Kontext.

2. Kolorite und ihre Arten

E. Riesel versteht unter Kolorit die für konkrete Ereignisse, Sachverhalte und Situationen charakteristische Atmosphäre, die dank der sprachlichen Eigenart ihrer Wiedergabe fühlbar wird.

Man unterscheidet Orts-, Zeit-, Sozial- und Nationalkolorite.

  1. Zum Ortskolorit gehören vor allem geographische Benennungen

(Städte-, Dörfernamen, Flüsse- und Bergenamen, Ländernamen usw.), Namen von weltberühmten Straßen, Bauten, Plätze, Stadtvierteln: z.B.: Sixtinische Kapelle, Unter den Linden, Hollywood, der Parnass, der Kölner Dom, der Eifelturm; besondere Fauna und Flora ferner exotischer Landschaften (z.B. das Känguru, der Flamingo); nationale Benennungen landschaftlicher Realien (Steppe, Prärie, Pampa, Savanne für Grasland; Taiga, Selva, Dschungel für Waldland usw.).

2. Zum Zeitkolorit gehören konkrete Daten (z.B. der 4. August 1914, am 6. April 1917, der 9. November 1918), bekannte historische Ereignisse (z.B. der 1. Weltkrieg, Schlacht um Verdun, der Brest-Litowsker Friedensvertrag), Persönlichkeiten (Staatsmänner, Wissenschaftler, Schriftsteller, Künstler u.a.), z.B. Albrecht Dürer, Nofretete, Leonardo da Vinci, E.M. Remarque; Naturkatastrophen (Erdbeben, Überschwemmungen u.v.a.), Realien der Vergangenheit (ehemalige Waffen, Instrumente früherer Zeiten, Kleidung, ehemalige Transportmittel, außer Gebrauch geratene Gegenstände: z.B. Waschtrog oder Waschbrett, hölzerne Sitzbadewanne usw.); das Fehlen gegenwärtiger Gegenstände und Lebenseinrichtungen (Fernseher, Telefone, moderne Transportmittel, wissenschaftliche Errungenschaften u.a.m.); archaistische Sprachformen und lexikalische Einheiten; veraltete moralische und politische Ansichten usw.

3. Zum Sozialkolorit gehören die soziale Stellung und Zugehörigkeit der Gestalten zu verschiedenen Schichten, Klassen, Gruppen; die Kleidung der handelnden Personen; die Einrichtungen, die sie besuchen; die Ausstattung ihrer Wohnungen; die Lebens- und Genussmittel, über die die Gestalten des Romans (Werkes) verfügen; Manieren, Gesprächs- und Streitthemen, Interessenkreis; Zugehörigkeit zu verschiedenen Parteien, Vereinen, Klubs usw.; Gebrauch verschiedener Gruppensprachen (ausgewählte, feine, gepflegte Sprache; Umgangssprache, Jargon, Gaunersprache usw.); Verhältnisse zur Administration, zum Staat, zu den Behörden u.a.

4. Zum Nationalkolorit gehört vor allem die Sprache und deren Usus, Nationaltrachten und Traditionen (Alltags- und Festkleidung, Sitten und Bräuche, Spiele, Tänze); Nationalküche, Folklore, Lieder, Kunst, Sagen und Volksmärchen, Religion; Herstellungsweise von Gegenständen und Souvenirs; Nationalcharakter usw. Z.B. die Trattoria, Pilsner, Café des Westens in Berlin, Kabarett Voltaire, Lorelei, Warenyky, Matrjoschka, Hopak usw.