Добавил:
Upload Опубликованный материал нарушает ваши авторские права? Сообщите нам.
Вуз: Предмет: Файл:
Шепа_Stilistik.doc
Скачиваний:
2
Добавлен:
01.07.2025
Размер:
235 Кб
Скачать
☆

4. Die kommunikativen Satztypen in ihrer stilistischen Leistung

Nach dem Ziel der kommunikative Einstellung unterscheidet man drei Satztypen: Aussagesätze, Ausrufesätze, Fragesätze, und jeder Typ birgt in sich seine eigenen Potenzen des stilistischen Gebrauchs.

Der Aussagesatz dient gewöhnlich der ruhigen, sachlichen und leidenschaftslosen Mitteilung. Daher ist er die vorherrschende Satzform im Sprachstil des offiziellen Verkehrs, im Sprachstil der Wissenschaft, in allen Stilarten, die einen sachlichen, objektiv-konstatierenden Ausdruckswert verlangen. Die Aussagesätze haben in meisten Fällen stilistische Nullfärbung.

Doch lässt sich auch der Aussagesatz durch Umstellung der Wortfolge, durch verschiedene Absonderungen, Unterbrechungen und Abweichungen von der geschlossenen Satzform auflockern und emotionalisieren.

Der Ausrufesatz trägt immer emotionale Färbungen. Er kann dem Text verschiedene gefühlsmäßige Schattierungen verleihen.

Der Ausrufesatz ist stets Ausdruck inneren Erlebens, er drückt das Verhältnis einer bestimmten Person oder des Autors zu einem bestimmten Sachverhalt aus. Die Ausrufesätze als Träger gefühlsbetonter Aussagen oder Äußerungen bilden in der Schilderung Texthöhepunkte. Zahlreich sind eingliedrige und elliptische Ausrufesätze: Hilfe! Prosit! Welche Freude!

Dieser Satztyp erscheint im Stil der Wissenschaft selten. Hauptsächlich wird er in der Alltagsrede, in der schönen Literatur, im Stil der Presse und Publizistik gebraucht. Die Sachprosa greift zu diesem Satztyp nur zu bestimmten Zwecken (Befehl, Anordnung usw.).

Fragesätze werden gewöhnlich gebraucht, wenn eine Antwort erwartet wird: Wie spät ist es? - Es ist neun Uhr 15.

Solche echte Fragesätze werden in der schönen Literatur oft gebraucht, um eine geschlossene Rede zu veranschaulichen und die Leser zu aktivieren.

Die scheinbare oder sog. rhetorische Frage ist besonders stark stilistisch gefärbt. Ihre stilistische Aufgabe ist der Appell an den Leser, eine solche Frage zwingt den Leser, über ein bestimmtes Problem nachzudenken. Die rhetorischen Fragen bezwecken Zustimmung oder Ablehnung, sie können zum Widerspruch reizen, zum Nachdenken anregen oder zur Handlung aktivieren, z.B.: Weiß du was? Bist du etwa verrückt?

5. Stilwerte der Satzgliedfolge

Die Wortstellung unterliegt im deutschen Satz bestimmten grammatischen Normen. Sie wird auch nach bestimmten kommunikativen Prinzipien geregelt. Grammatisch festgelegt ist vor allem die Stellung der verbalen Glieder. Vom kommunikativen Standpunkt aus besteht die Normalstellung darin, dass man vom Bekannten zum Neuen, Unbekannten schreitet. Das Satzglied, als Träger des Neuen, Unbekannten erhält den höchsten Mitteilungswert in der Aussage, es tritt unmittelbar an oder vor das Ende des Satzes. Das Glied am Anfang des Satzes trägt das Thema der Mitteilung. Die Normalstellung der Satzglieder entspricht der natürlichen Folge des Denkverlaufs.

Der sprachliche Gebrauch bewirkt eine große Variabilität der Satzgliedfolge. Je ungewöhnlicher die Wortfolge im Satz ist, desto stärker lässt sich die Expressivität der Aussage fühlen.

Bei der stilistischen Anfangsstellung macht das Subjekt dem Wort oder der Wortgruppe Platz, die hervorgehoben werden müssen. Es entsteht eine Wortfolge, der stilistische Motive zugrunde liegen. Die wechselnde Stellung des Subjekts im Satz wird in der Grammatik gewöhnlich als Inversion bestimmt, daher unterscheidet man die invertierte und die gerade Wortfolge des Satzes. Zum Unterschied vom Begriff „grammatische Inversion“ muss man alle möglichen Fälle der expressiven Anfangsstellung im Satz als „stilistische Inversion“ betrachtet. E. Riesel und E. Schendels bezeichnen sie als „expressive Hervorhebung“, die gewisse Stileffekte bewirkt [19, S. 140].

Man beobachtet bei der stilistischen Anfangsstellung folgende Variationen:

1. Das Verbum finitum/infinitum als Anfang des Satzes, z.B.:

Sah ein Knab ein Röslein stehn...

Zwingen will ich dich nicht...

Fortgehen will ich.

2. Das Objekt am Anfang des Satzes, z.B.:

Das Staunen vergisst man nicht mehr... . (Chr. Wolf)

Mit den letzten Pfennigen Stipendium bezahlt sie den billigen dunklen Kuchen... (Chr. Wolf)

Dieses Buch borge ich ihm nicht.

3. Bestimmte Arten der Adverbialbestimmung am Anfang des Satzes:

In Schweiß gebadet, völlig außer Atem, kam er wieder in belebtere Gegenden. (B. Kellermann)

Die stilistische Endstellung ist ein syntaktisches Ausdrucksmittel für jene Satzglieder, die gewöhnlich in der Anfangsstellung oder in der Mitte stehen, vor allem für das Subjekt.

Genauso wie die stilistische Anfangsstellung dient die stilistische Endstellung im Allgemeinen der Hervorhebung eines bestimmten Begriffs und der Emotionalisierung der ganzen Aussage, z.B.:

Von diesen Städten wird bleiben, der durch sie hindurch ging: der Wind!

Die Stellung des Verbum finitum am Ende des Satzes ist auch ungewöhnlich und wirkt expressiv:

Der Weg ins neue Leben viele steile Hänge hat. (J.R. Becher)

Als eine spezielle syntaktisch-stilistische Erscheinung ist die Ausklammerung (Ausrahmung). Bestimmte Wörter oder Satzteile treten dabei aus ihrer gewöhnlichen Stellung innerhalb des Satzes hinter die Satzklammer (den Satzrahmen); es macht den Eindruck, dass sie aus dem verbalen Rahmen (der verbalen Klammer) speziell hinausgenommen, also ausgeklammert werden. Die Ausklammerung verleiht der Aussage eine expressive Färbung, z.B.:

Plötzlich, keiner wusste so recht, wie es kam, fingen beide an zu lachen, verrückt und albern und toll.

Dank der Ausklammerung wird dieser Satz in vier Abschnitte eingeteilt; zugleich wird der letzte Teil hervorgehoben, da nach der Entspannung, durch das Verb „lachen“ ausgelöst, ein neuer Spannungsbogen einsetzt. Gewöhnlich wird eine Wortgruppe ausgeklammert, nicht ein Wort.

Noch eine interessante Erscheinung ist mit der Ausklammerung verwandt – die Isolierung (absolute Absonderung, Parzellierung). Die ausgeklammerten Satzteile bekommen eine relative Selbständigkeit und erscheinen in der Form von selbständigen Sätzen:

Das Holz, ich muss ja das Holz haben. Für uns. Für morgen. (W. Borchert)

Alle oben charakterisierten Variationen der Satzgliedfolge als stilistische Ausdrucksmöglichkeiten existieren im Bereich des Alltagsverkehrs, in der schönen Literatur, weniger ausgeprägt in der Presse und Publizistik.

Thema 6. PHONETIK AUS STILISTISCHER SICHT

Plan:

  1. Lautmalerei (Onomatopöie).

  2. Alliteration.

  3. Assonanz.

  4. Die graphischen Mittel.

  5. Rhythmus.

  6. Satzmelodie.

1. Die Lautmalerei (Onomatopöie) bezeichnet eine bewusste Verwendung gewisser Laute zu stilistischen Effekten [19, S. 193]. Ihre Wurzeln stecken in der Volkssprache und der Volksdichtung. Die Onomatopöie geht auf Nachahmung von Naturgeräuschen zurück. Die Lautnachahmung bildet in jeder Sprache verschiedene Traditionen aus. Im Deutschen wird das “Sausen” des Windes, das “Rauschen” des Wassers, das “Zischen” der Flamme oft durch Zischlaute wiedergegeben. Manchmal, aber keineswegs immer, drücken die Vokale der vorderen Reihe i, ü (ei,e) hohe Tier- und Vogelstimme aus, z.B.: piepsen, zwitschern, trillern, miauen oder überhaupt Naturgeräusche mit hoher und dünner Stimme, z.B.: Der Philister blinzelt mit Äuglein und kichert und lispelt (H. Heine. Harzreise).

Der Vokal „u“ dagegen wird manchmal zur Nachahmung des Tiefen und Dunklen benutzt: dumpf, plump, dunkel.

Ähnlich entspricht dem Vokal „a“ mitunter die Nachahmung eines krachenden Naturlauts, eines knarrenden Geräusches: krach, knacks, trapp, z.B.: Nun dappelts, und rappelts und klapperts im Saal von Bänken und Stühlen und Tischen... (J.W. Goethe. Hochzeitlied).

2. Die Alliteration ist die Wiederholung desselben Konsonanten im Anlaut. Die Alliteration trat ursprünglich in der altgermanischen Dichtung im sog. Stabreim auf. In der neueren Literatur spielt die Alliteration eine viel geringere Rolle, gewöhnlich als bloßes Klangschmuckmittel, vor allem in den schon besprochenen Zwillingsformeln wie „über Stock und Stein“, „angst und bang“ usw. Charakteristisch dabei ist der Lautwechsel von „i“ zu „a“ in den Paarformeln: singen und sagen, klipp und klar, dies und das. Das betrifft auch neue Wörter, die auf alliterarische Lautnachahmung zurückgehen, z.B.: zickzack, tick-tack, Mischmasch, Tingeltangel usw.