- •4. Die Sprachstile der mündlichen und schriftlichen Rede
- •5. Die stiltypologische Zuordnung eines Textes
- •1. Stilfärbung und ihre Arten
- •2. Kolorite und ihre Arten
- •3. Die Funktionalstile und ihre Charakteristika
- •3.1. Stil des öffentlichen Verkehrs
- •3.2. Stil der Wissenschaft
- •3.3. Stil der Presse und Publizistik
- •4.5. Stil der schönen Literatur
- •1. Stildifferenzierende Möglichkeiten der Hauptwortarten
- •3.4. Stil der Alltagsrede
- •3. Stilistische Potenzen der strukturellen Satztypen
- •4. Die kommunikativen Satztypen in ihrer stilistischen Leistung
- •5. Stilwerte der Satzgliedfolge
- •3. Assonanz
- •1. Zum Problem der Darstellungsarten
- •2. Erzählperspektive
- •3. Rededarstellung
- •3.1. Die direkte Rede
- •3.2. Die indirekte Rede
- •3.3. Die erlebte Rede
3.2. Stil der Wissenschaft
Die funktionale Spezifik des wissenschaftlichen Stils besteht in der Vermittlung von Erkenntnissen. Das können Formulierung von Gesetzen, Aufstellung und Erörterung von Problemen, Darlegung von Tatsachen und Beweisen u.a.m. sein. Im Stil der Wissenschaft unterscheidet man den akademischen Stil und den populärwissenschaftlichen Stil.
Als extralinguistische Besonderheiten sind: die Logik, die Klarheit, die Folgerichtigkeit, die Sachbezogenheit und Präzision. Neben der Logik existiert noch ein sehr allgemeiner Stilzug der wissenschaftlichen Texte – die Abstraktion. Das Fehlen der emotionalen Expressivität ist in diesem Stil natürlich.
Die linguistischen Stilzüge: Wissenschaftliche Texte enthalten viel spezielle Lexik (Termini, terminologische Wortverbindungen, wissenschaftliche Realien usw.). Viele wissenschaftliche Termini sind Fremdwörter. In den wissenschaftlichen Texten kann man sehr oft zusammengesetzte Substantive treffen (Substantive auf -ung). Der unpersönliche Charakter der Mitteilungen ist für den wissenschaftlichen Stil im Allgemeinen ein charakteristisches Merkmal. Als Satztyp dominiert der Vorgangssatz. Ausrufe- und Fragesätze erscheinen in diesem Stil selten. In den wissenschaftlichen Texten können wir oft Passivkonstruktionen finden.
3.3. Stil der Presse und Publizistik
Die soziale Funktion dieses Stils ist Informierung und Propaganda. Dieser Stil informiert die Massen über aktuelle Ereignisse in der Politik, im Gesellschaftsleben, in der Welt überhaupt; zugleich gehört es zu seiner Aufgabe, den Leser im Sinne einer bestimmten politischen und ideologischen Einstellung zu beeinflussen und zu erziehen.
Für diesen Stil ist die Mannigfaltigkeit von Textsorten charakteristisch: Leitartikel, Bericht, Kommentar, Chronik, Reportage, Nachricht, Zeitungsnotiz, Meldung u.a.
Die extralinguistischen Stilzüge sind: eine deutliche ideologisch-politische Orientierung; die Aktualität der Thematik; der unmittelbare Appell an den Leser.
Die linguistischen Stilzüge sind: viele Realienbezeichnungen (Namen, Titel, Orts-, Zeitangaben u.a.); gesellschaftlich-politische Termini, darunter viele Fremdwörter, Neologismen. Die Sonderlexik und Sonderphraseologie, d.h. stark emotional gefärbte Wörter und Wendungen, hauptsächlich politischen Charakters, gehören auch in den Wortschatz des Pressestils. Die Berichterstatter betonen durch die Wahl solcher Lexik ihre persönliche Position oder die Stellungnahme ihres Landes, ihrer Partei usw. In den Texten können wir variierte Wortfolge in Schlagzeilen und Überschriften finden.
Die elliptischen Sätze sind auch den Schlagzeilen und Überschriften typisch. Die Aufgabe der Ellipse besteht darin, den Kern des Inhalts, den wichtigsten Sinngehalt sofort in kurzer Form anzugeben. Im Pressestil kann man oft den Gebrauch der Frage- und Ausrufesätze finden. Sie sind zum Unterschied vom Aussagesatz emotionell gefärbt und verleihen bestimmten Zeilen oder Stellen, auch Überschriften, Schlagzeilen expressive Schattierungen. In den Texten gerade liegt die Hauptinformation.
