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Feministische Partei.doc
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10. Bevölkerungspolitik und der § 218

10.1 Der § 218

(Hier nur politischer Grundsatz. Text wird bis nach der Verabschiedung des Gesetzes bearbeitet)

Der §218 muß gestrichen werden. Frauen haben ein Recht dazu, selbst darüber zu entscheiden, ob sie eine Schwangerschaft austragen oder ob sie sie abbrechen, ohne jede staatliche oder ärztliche Einmischung.

10.2 Reproduktionstechnologien / Bevökerungspolitik

1. Ethische Grundsätze

Das menschliche Genom darf nicht als "Besitztum" betrachtet werden, auch nicht als gemeinsames "Erbe der Menschheit". Nur der Mensch, um deren bzw. dessen Erbinformationen es sich handelt, kann über ihre/seine Gene selbst bestimmen!

Die Feministische Partei DIE FRAUEN lehnt den Eingriff in menschliches Erbgut grundsätzlich ab. Wir halten sowohl therapeutische und diagnostische als erst recht wissenschaftlich begründete Eingriffe in die Keimbahn für unverantwortlich.

Die Feministische Partei DIE FRAUEN sieht die verheerenden Folgen der unvermeidlichen, schon begonnen Entwicklung, durch Gentechnologie eine "Qualitätskontrolle" des menschlichen Erbgutes zu erreichen, die eine Auslese und Ausmerze von "schlechten" Erbinformationen bedeutet. Wer sollte denn entscheiden, wann eine "Krankheit" eine Krankheit ist?

Die Forschung am menschlichen Genom und deren Auswirkungen sind nicht kontrollierbar. Wer kann wirklich verhindern, daß Menschen nicht geklont werden? Wer will garantieren, daß nicht Wissenschaftler den "besseren" Menschen, das ideale Arbeitswesen z.B. für die Arbeit mit radioaktiven Stoffen, herstellen? Deshalb ist die Feministische Partei DIE FRAUEN für ein weltweites Verbot der Forschung an Embryonen - nach dem Entwurf der Bioethik-Konvention des Europarates (Bundesdrucksache 117/95) soll bis zum 14. Tag der menschlichen Entwicklung Forschung an Embryonen erlaubt werden!

Menschliches Leben darf - wie Leben überhaupt - nicht patentiert werden!

Die Feministische Partei DIE FRAUEN spricht für internationale Abkommen, die diesen Forderungen entsprechen.

2. Reproduktionstechnologien

Reproduktionstechnologien sind die Fortsetzung der Aneignung des weiblichen Körpers und der Kontrolle der Fruchtbarkeit von Frauen durch ein männlich dominiertes frauenfeindliches Wissenschaftssystem.

Reproduktionstechnologien sind "Technologien" für die Fruchtbarkeit, in denen der weibliche Körper ein lnstrumentarium ist, der funktional in schulmedizinisch meßbare Einheiten zerstückelt wird. Die Frau wird auf den meßbaren Teil des Körpers reduziert, die Person, der Mensch und die komplexen psychosozialen, ökonomischen, ökologischen, historischen usw. Bedingungen und Erscheinungsformen werden außer Acht gelassen.

Die Feministische Partei DIE FRAUEN sieht in den neuen Reproduktionstechnologien keine reale Erweiterung der Entscheidungsfreiheit für Frauen, z.B. zunächst Karriere zu machen und später Kinder zu bekommen, oder als lesbische Paare Kinder zu bekommen.

Die Feministische Partei DIE FRAUEN spricht sich für eine konstruktive und komplexe Ursachenerforschung von ungewollter Kinderlosigkeit aus und nicht für eine Symptombekämpfung. Das Leiden von ungewollt kinderlosen Frauen darf nicht zur Rechtfertigung und Möglichkeit der Forschung an Frauen und am menschlichen Erbgut mißbraucht werden.

Die Feministische Partei DIE FRAUEN lehnt in-vitro-Fertilisation (IVF), die zentrale Reproduktionstechnik, als Behandlung gegen Sterilität grundsätzlich ab.

Wir fordern die Finanzierung von Forschungsprojekten, die psychosoziale und vor allem ökologische Ursachen von weiblicher und männlicher Unfruchtbarkeit, z.B. durch Umweltgifte, feststellen. Die Feministische Partei DIE FRAUEN setzt sich für die Finanzierung von Beratungsstellen außerhalb der Apparatemedizin zur psychoszialen und medizinischen Beratung in bezug auf Möglichkeiten und Grenzen der Medizin, aber auch Aufbau eines alternativen Lebenskonzeptes ein.

Die Feministische Partei DIE FRAUEN spricht sich für die Finanzierung der Entwicklung alternativer Möglichkeiten im Umgang mit ungewollter Kinderlosigkeit (Harta-Yoga, Naturheilverfahren, Psychotherapie) aus.

Die Feministische Partei DIE FRAUEN versteht die Entwicklung der Reproduktionstechnologien im globalen Kontext: weltweit wird Frauen die Kontrolle über ihre Fruchtbarkeit genommen, sei es durch "Bevölkerungsprogramme" oder durch IVF. Weltweit haben diese Technologien dramatische Folgen für Frauen und für Weiblichkeit, denn schon heute werden millionenfach weibliche Embryonen abgetrieben oder gezielt männliche Föten gezeugt.

Reproduktionstechnologien verursachen komplexe, frauenfeindliche Strukturen, die in anderen Ländern schon Realität sind: "Leihmutterschaft", also die Benutzung weiblicher Körper gegen Geld, Handel mit fötalem Gewebe, "Samenbänke", deren Betreiber "Elitemenschen" gezielt verbreiten wollen usw.

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