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стилистика шпори.doc
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8. Funktionale Stilfärbung, ihre Komponenten, ihre Charakteristik.

Die absolute stilistische Bedeutung (Synonym: Stilfärbung, Markierung, Kolorierung, stilistische Charakteristik) ist eine dem Sprachsystem eigene (immanente) linguistische Erscheinung, die die qualitative und quantitative Verwendung der sprachlichen Einheit im Kontext vorausbedingt.Es gibt zwei Kategorien von Stilfärbung, die aber in der Sprachwirklichkeit in ständiger Wechselbeziehung zueinander stehen: die funktionale und die semantisch-expressive Stilfärbung. Beim Erlernen einer Fremdsprache spielt die Stilfärbung der sprachlichen Äußerung eine wichtige Rolle. Es genügt nicht, die lexikalische Bedeutung dieses oder jenes Wortes zu verstehen. Um die einzelnen Sprachgebilde zweckentsprechend zu gebrauchen, müssen wir beide Arten ihrer Stilfärbung kennen.

Unter funktionaler Stilfärbung des Wortes verstehen wir jenes spezifische Gepräge der Sprachmittel, das gerade auf ihre Zugehörigkeit zu einem bestimmten Redestil hinweist. Es handelt sich um die spezifische Atmosphäre innerhalb dieser oder jener funktionalen Verwendungsweise der Sprache. Die funktionale Stilfärbung bricht aber auch in einzelnen Sprachelementen durch: in bestimmten Wörtern und Wendungen, Konstruktionen und Intonationsvarianten, die gerade die Zugehörigkeit zu diesem oder jenem Stil verraten.

Als funktionale Stilfärbung gelten jene Konnotationen, die ein Wort durch seine Bildungsweise und seine funktionale Verwendung erhält. Unter "semantisch-expressiver Stilfärbung" verstehen wir Ausdrucksschattierungen innerhalb eines funktionalen Stils, die durch zwei Momente gekennzeichnet werden: durch ihr Verhältnis zur literarischen Norm und durch ihren emotionalen Gehalt. Deshalb unterscheidet man zwei Komponenten der semantisch-expressiven Stilfärbung: 1. Die Stilfärbung nach der literarischen Qualität der Rede (d.h. nach ihrem Verhältnis zur literarischen Norm), und 2) die Stilfärbung nach der Expressivität der Rede.

R. Klappenbach zählt elf zumeist semantisch-expressive Stilfärbungen auf:

Scherzhaft Vertraulich verhüllend (euphemistisch altertümelnd gespreizt: papierdeutsch

übertrieben (hyperbolisch) spöttisch Schimpfwörter

9. Zum Problem der Funktionalstile in der deutschen Stilistik. Analyse der Funktionalstile aus 3 Positionen: sozialer, extralinguistischer, linguistischer.

Definitionen:

1: Sprachstil, der unter bestimmten, definierten Kommunikationsbedingungen zustande kommt und als funktional angemessen gilt

2: Verwendungsweise sprachlicher Mittel in einem bestimmten Kommunikationsbereich; entspricht einer charakteristischen gesellschaftlichen Funktion.

Arten: F. des institutionellen Verkehrs (s. Amtsstil), F. der Wissenschaft, F. der Alltagsrede, F. der schoenen Literatur, F. der Publizistik und Presse. Für jeden F. ist die Kombination einer Reihe obligatorischer bzw. fakultativer Stilzüge charakteristisch. Zahl und Abgrenzung der Funktionalstile ist umstritten, vor allem die Existenz eines selbständigen Funktionalstils der Publizistik und Presse wird in Frage gestellt.

Stil der Wissenschaft. Beim Stil der Wissenschaft sind jene Stilmerkmale in den Mittelpunkt zu stellen, die mit dem Wesen wissenschaftlicher Tätigkeit eng verbunden sind.

Vorkommen: akademische Schriften, populär-wissenschaftliche, polemische Schriften, wissenschaftliche Vorlesungen (mündliche Darbietung → lexik. und syntakt. Auflockerung)

Merkmale:

- Fachlichkeit, sachlich-systematische Beweisführung, Überzeugungskraft der Darstellung

- die Verwendung der fachsprachlichen Lexik und fachsprachlicher grammatischer Konstruktionen;

- die sprachlich explizite Wiedergabe logischer Zusammenhänge;

- Verwendung außersprachlicher Hilfsmittel: statistische Tabellen, Strichbilder, Diagramme, Skizzen

- Wortschatz: terminologische Neologismen (+Zusammensetzungen, Kurzwörter, Ausklammerungswörter), substantivierte Infinitivzusammensetzungen (jedes So-tun-als-ob), verbale analytische Fügungen (=ideographische Synonyme zu den entsprechenden einfachen Verben → inhaltliche Schattierungen), seltene Archaismen, abstrakte Substantive, emotional gefärbte Wörter und Wendungen (Idiome, Zwillingsformel, verstärkende Zusammensetzungen), satirische Neubildungen

- Dienste des Wortschatzes: Sachlichkeit, Logik, Klarheit, Fassbarkeit → neutrale literarische Lexik ohne expressive Färbung + funktional-stilistische Lexik, deutsche und fremdsprachige Terminologie, Realienbezeichnungen, nichtterminologische Klischees → Ausdruck des Sachverhaltes eindeutiger und sprachökonomischer

- keine Dialektismen, Argotismen, Vulgarismen

- Mittel der Bildhaftigkeit (Tropen und Vergleiche)→ Mittel der Erkenntnis und besseren Einprägung (z.B.: eine gewaltige Vorratskammer der Natur)

- Einschluss von Belegstellen aus anderen Werken (direkte und indirekte Rede)

- stark expressive Lexik →Objektivität der akad.-wiss. Arbeit

- Grammatik: Passivkonstruktionen (→Mittel der objektiven, logischen Darstellung), der herrschende Aussagesatz, ruhige Aussageintonation, eine sparsame Verwendung von Ausrufesätzen, Fragesätze sind typisch (+rhetorische Fragen+ Fragen, auf die die sofort die Antwort erfolgt), ein rascher Wechsel von Frage zu Antwort → expressive Dynamisierung der wiss. Prosa, ein Mittel der wiss. Polemik, Parallelismus, Antithese, Aufzählung, Wiederholung → Mittel der Emotionalität; richtig angewandte Hypotaxe → logische Gliederung; die Vermeidung von der Ich-Form; pronominale Umschreibung für ich durch den sog. „Plural der Bescheidenheit“ wir; unpersönliche Konstruktionen; „Plural der Gemeinschaftlichkeit“.

- Architektonische Mittel: sprachliche Formulierung der Absatz- und Kapitelübergänge, spezielle Gliederungswörter (einmal, zum anderen, einerseits, andererseits, erstens, zweitens), Vorreiter (Was diese Frage betrifft…, Erwähnungswert ist…), Mittel der Verzahnung (Wie schon auf S. 50 gesagt wurde…, Fassen wir nun zusammen…).

Stil der Publizistik und Presse. Ein Stil der Propaganda und Agitation → Einfluss auf die Bevölkerung, Benachrichtigung, (Überzeugung) über aktuelle Geschehnisse in der Politik, im Gesellschaftsleben, in der Kunst, Literatur, Wissenschaft und Technik. Aufgabe der Publizistik und Presse: die Aufdeckung der gesellschaftlichen Wahrheit.

Merkmale:

- sachliche und emotionale Überzeugungskraft → Einschluss von reichem Tatsachen- und Beweismaterial (aktuelle Realienbezeichnungen, deutsche und fremdsprachige Termini, Professionalismen, neue „Schlagwörter“), reiche Verwendung von Parallelismus, Antithese, Frage und Antwort, Wiederholung, Aufzählung; Wahl eines anschaulich-expressiven Wortschatzes, emotional gefärbte Phraseologie, zahlreiche Tropen und vergleiche, Periphrasen, Epitheta, Mittel der Satire, emotionale Wortfolge, Ausrufe- und Frageintonation, Abbrüche und Einschaltungen.

- intellektuelle Einwirkung: Zitate aus den verschiedenen Quellen (direkte und indirekte Rede, erlebte Rede)

- Grammatik: Wiederholung, Aufzählung, Parallelismus, Antithese – Mittel der Logik und Systematik; Abweichungen von der normativen Wortfolge → semantische und emotionale Hervorhebung; unvollständige Rahmenkonstruktionen, übersichtliche Sätze

- Dialogismus

- Wortschatz: Sonderlexik, Sonderphraseologie, Dialektismen, familiäre Ausdrücke, das Überwiegen der literarisch-umfangssprachlichen Stilfärbung → emotionale Auflockerung; expressive Phraseologie, Tropen → packende Anschaulichkeit, erregendere Gestaltung

- Satire: Wortwitz, unlogische Verbindungen, stilistische Paradoxen

- Wortbildung: schnell einprägsame satirische Neologismen, Verkleinerungssuffixe.

- Modewörter, Schlagwörter. Besonders in den Überschriften sind sie aktuell, da sie sofort auffallen und Interesse bei dem Leser wecken, Fremdwörter und Entlehnungen, Anglo-Amerikanismen, die deutsche Sprache überfluten, erscheinen oft zuerst in den Zeitungen.

- oft umgangssprachliche Lexik

Stil des Alltagsverkehrs. Alltagsrede od. Alltagssprache: Kommunikation des nichtoffiziellen Alltagsverkehrs zur Übermittlung persönlicher oder sachlicher Informationen sowie zur Äußerung von Sprecher-Einstellungen zu Personen und Sachverhalten.

Merkmale:

- Ungezwungenheit, Lockerheit, Konkretheit, emotionale Expressivität, Subjektivität und Knappheit des Ausdrucks, Konkretheit und Bildhaftigkeit, Ausdrucksfülle (Redundanz) und Ausdrucksökonomie (situationsbedingte Ersparungen).

- Schwammwörter, Flickwörter, Lieblingswörter, Modewörter, Vulgarismen, Dialektismen usw., Satzabbrüche, Konstruktionswechsel, Nachträge, Isolierungen;

- ausgeprägte Situationsbezogenheit und damit verbundene elliptische Auslassungen, Verkürzungen, elliptische Bildungen einerseits und unkontrollierte bzw. tolerierte Redundanz in Form von Wiederholungen vieler Art, Einschaltungen, weitschweifige Umschreibungen usw. andererseits;

- Tendenz zur Emotionalität der Rede (durch Verwendung expressiver Mittel der Übertreibung, der Bildhaftigkeit, der Komik usw.);

- Hang zu Humor, Spott und Satire

- Hang zur Umständlichkeit der Rede und zur Kürze;

- Emotionalität und subjektive Bewertung der Aussage;

- Konkretheit, Bildhaftigkeit, Schlichtheit und Dynamik.

- mannigfache Schattierungen der expressiven Stilfärbung (oft gesenkter): spinnen, Birne – Kopf, Fresse – Fratze, auch Mundartwörter, Modewörter (fantastisch, kolossal, prima), Schimpfwörter (Vollidiot), Groblexik, Flickwörter, Modalwörter, Partikeln, spezielle fragenartige Ausdrücke, die keine eigentliche Fragefunktion erfüllen: Nicht wahr? Stimmt!

- Schwammwörter, d. h. Wörter ohne konkrete Bedeutung, die als Ersetzung anderer Wörter dienen (Ding, Sache, Zeug);

- Syntax: Bevorzugung elliptischer, unvollständiger Sätze, eingliedriger Sätze verschiedenen Typs, Wiederholung von Wörtern, Anakoluth, folgewidrige Satzfügung, Lockerung und Störung der syntaktischen Verbindung zwischen den Teilen einer Aussage.

- allgemeine Tendenz zur Auflockerung des Satzbaus:

- Nebensätze werden oft als gewöhnliche Hauptsätze gestaltet, womit eine allgemeine Tendenz zur Vermeidung der Hypotaxe erkennbar ist. Relativ selten werden Passivsätze gebraucht. Das lässt sich dadurch erklären, dass die Alltagsrede immer persönlich gefärbt ist. Die Morphologie weist bestimmte Besonderheiten auf: Pluralformen auf -s (Mädels, Jungs), Ersatz der Genitivform durch die präpositionale Form (der Vorschlag vom Vater). Eigenartig ist auch der Gebrauch der Zeitformen: sehr oft Perfekt statt Präteritum, das Futurum wird selten gebraucht usw.

Die Alltagssprache ist bildlich. Bewertende Epitheta, bildhafte Vergleiche, Metaphern, Metonymien, Hyperbeln sind oft anzutreffen. Sie dienen meistens zum Ausdruck der emotionellen Einschätzung des subjektiven Verhaltens.

Stil des Amtsverkehrs. Funktionalstil des öffentlichen Lebens zur Übermittlung amtlicher (offizieller) Informationen, Stil des amtlichen, dienstlichen, teils öffentlichen, teils aber auch nichtöffentlichen Verkehrs)

Stilzüge: 1. Unpersönlichkeit und Objektivität, 2. gedrängte Kürze, 3. Klarheit.

Wegen verschiedener Auswüchse (schwerfällige Konstruktionen, Häufung analytischer Verbindungen, Schwulst) wird der Terminus A. häufig mit pejorativer Färbung (Bürokratenstil) verwendet.

Das Offizielle ergibt sich aus der gesellschaftlichen Tätigkeitssphäre, dem Kommunikationsgegenstand, dem Charakter der Partnerbeziehung u.a.m. und wird in bestimmten Formulierungsqualitäten reflektiert. Wie alle Stilmerkmale findet es seinen konkreten Ausdruck in vielfältigen sprachlichen Erscheinungsformen (Stilelementen). Kenzeichnend ist ein hoher Grad an Genormtheit bis hin zu strenger Standardisierung in der Verwendung bestimmter Mittel und Formulierungen.

Stil des öffentlichen Verkehrs/ Offiziell-sachlicher Stil. Die soziale Funktion dieses Stils ist die Ermöglichung der offiziellen Verständigung zwischen den offiziellen Behörden, öffentlichen Organisationen und der Bevölkerung. Der offizielle Stil ist in Amtsdokumenten, offiziellen Mitteilungen, Vorträgen, Ansprachen, Gesetzbüchern, Verordnungen gebraucht.

1. Stilbildende Stilzüge sind: Sachlichkeit als einer der Hauptstilzüge des Stils;

2. Das sachbedingte Fehlen jeder Individualität – die Unpersönlichkeit des Stils, die Förmlichkeit, die Präzision und die Eindeutigkeit.

Der Stil des öffentlichen Verkehrs wurzelt im alten deutschen Kanzleistil. Der Stil ist schwerfällig, unbeweglich und wird «Papierdeutsch» genannt. Dieser Stil ist verhältnismäßig stabil und in sich begrenzt.

Stilistische Elemente:

– zahlreiche Schablonen und Klischees, die so genannte funktional gefärbte Lexik: spezielle sachliche Bezeichnungen, darunter Termini, Fremdwörter, Formulierungen und Fachausdrücke amtlichen Charakters:

– erstarrte sprachliche Formeln: unter Ausnutzung, Heranziehung, zwecks, kraft, infolge, gemäß;

– Pronominaladverbien: hiermit, hierfür,

– bestimmte Verben: erfordern, vornehmen;

– abstrakte Wörter auf -ung, -heit, -keit.

– Auch Grammatik ist sachbezogen: vielgliedrige und lange Einfachsätze, Passivkonstruktionen, Partizipialgruppen, Imperativformen als Ausdruck bestimmter Anweisungen, Überschriften, Aufforderungen.

Stil der schönen Literatur. Dieser Stil stellt eine ganz besondere Verwendungsweise der Sprache dar und seine gesellschaftliche Funktion besteht aus zwei Teilen: die ästhetische und die kommunikative, sie fließen ineinander. Die schöne Literatur ist berufen, die Wirklichkeit in künstlerischer Form widerzuspiegeln, zu den wichtigsten Fragen des Lebens Stellung zu nehmen, die Menschen zu erziehen. Im funktionalen Stil der schönen Literatur können alle anderen Stile vorkommen (wenn z. B. die Rede von den Wissenschaftlern ist oder ein Gesuch vom Helden eingereicht wird, die Journalisten tätig sind usw.). Das gehört zur Spezifik des Stils. Die andere Besonderheit des Stils besteht darin, dass es der einzige Stil ist, in dem alle Redearten vertreten sind: Autorensprache, direkte, indirekte, erzählte und erlebte Rede.

Das Spezifische des Stils ist Bildkraft, die in sich die Begriffe Bildlichkeit und Bildhaftigkeit einschließt. Die Bildhaftigkeit wird durch die treffende Wortwahl erreicht, die Bildlichkeit entsteht dank dem Gebrauch der Tropen, die für den funktionalen Stil der schönen Literatur einen sehr wesentlichen Stilzug bedeuten. Die höchste Variabilität des Ausdrucks ist die auffälligste Besonderheit dieses Stils: Die Wintersonne stand nur als armer Schein, milchig und matt hinter Wolkenschichten über der engen Stadt. Nass und zugig war’s in den giebeligen Gassen, und manchmal fiel eine Art von weichem Hagel, nicht Eis, nicht Schnee. Die Schule war aus. Über den gepflasterten Hof und heraus aus der Gatterpforte strömten die Scharen der Befreiten, teilten sich und enteilten nach rechts und links.