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Arbeitsbuch für Mediziner-2.docx
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10. Äußern Sie Ihre Meinung zum Thema: „Bausteine der Chemotherapie“.

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8. Lektion Der Darm

Eine wichtige Funktion bei der Verdauung und Verstoffwechslung der Nahrung im Körper übernimmt der Darm. Der gesamte Darmkanal des Menschen teilt sich in verschiedene Abschnitte. Der vielfach gewun¬dene Dünndarm nimmt die mittlere und untere Bauchhöhle ein; er ist etwa drei Meter lang und wird unterteilt in Zwölffingerdarm, Leerdarm und Krummdarm.

Der Komplex des Dünndarms wird umrahmt von etwa ein bis eineinhalb meterlangem Dickdarm. Dieser besteht aus Blinddarm mit Wurmfortsatz, dem aufsteigenden, querverlaufenden, absteigenden und S-förmig gekrümmten Teil des Grimmdarms und dem Mastdarm. In den Zwölffingerdarm münden die Ausführungsgänge der großen Verdauungs-drüsen, Leber und Bauchspeicheldrüse. Die einzelnen Abschnitte des Dünndarms gehen ohne scharfe Grenzen ineinander über, unterscheiden sich jedoch in ihrem Aufbau und ihrer Funktion.

Der in der Nabelgegend und im linken Mittelbauch gelegene Leer¬darm ist etwas kürzer und weiter als der im Unter- und rechten Mittel¬bauch liegende Krummdarm. Der Krummdarm mündet im Blinddarm ventilartig in den Dickdarm. Am anderen Pol des Blinddarms befindet sich der frei bewegliche 5 bis 20 Zentimeter lange Wurmfortsatz. Seine größere Weite, Aussackungen und drei an der Bildung der Aussackun¬gen beteiligte parallel verlaufende Längsfaserbündel unterscheiden den Grimmdarm von dem einfachen, von außen glatt erscheinenden Rohr des Dünndarms. Das dem Kreuzbein anliegende etwa 15 bis 20 Zenti¬meter lange Endstück des Dickdarmes, der Mastdarm, endet im After. Die Darmwand ist aus mehreren Schichten aufgebaut. Die innere Ober¬fläche wird von der Schleimhaut gebildet. Diese ist im Zwölffinger- und im Leerdarm stark gefaltet. Ihre Oberfläche wird durch die zahlreichen Zotten so stark vergrößert, dass die gesamte Oberfläche des Dünndarms etwa 200 Quadratmeter beträgt. Zwischen den Zotten münden die den Darmsaft absondernden Drüsen. Die Darmschleimhaut enthält zahlrei¬che Schleim bildende Becherzellen.

Die Muskulatur des Darmes besteht aus einer inneren Ring- und einer äußeren Längsmuskelschicht. Der Dickdarm weist aus Schleim¬haut und Muskelschicht gebildete halbmondförmige Falten auf, die die Aussackungen begrenzen; hier sind Schleim bildende Zellen und Lymph¬knoten vorhanden.

Das venöse Blut des Darmes sammelt sich in der Pfortader, die es der Leber zuführt, von hier gelangt es wieder in den Körperkreislauf.

Im Darm erfolgen wichtige Teile des komplexen Verdauungsvorgan¬ges. Hier vollendet sich die im Magen eingeleitete Aufspaltung der Nahrung.

Die Aufspaltung der drei Energieträger — Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße — erfolgt vorwiegend mit Hilfe der von der Bauchspeicheldrüse gebildeten Fermente und der Galle. Aber auch der Darmwand selbst kommt eine wichtige Rolle beim enzymatischen Nahrungsaufschluss zu.

Hochmolekulare Nahrungsbestandteile werden im Darm in niedermo-lekulare Substanzen zerlegt und anschließend in das Lymph- und Blut-gefaßsystem der Darmwand aufgenommen, die Spaltprodukte werden resorbiert.

Im Darm werden verschiedene Wirkstoffe gebildet. Unter dem Begriff der motorischen Funktionen des Darmes fasst man das Durch-mischen des Darminhalts, das Weiterbefördern und die für den Ausschei-dungsprozess notwendigen Druckänderungen, Pendelbewegungen und peristaltischen Kontraktionen zusammen. Sie werden vom mechanischen Reiz der aufgenommenen Nahrungsstoffe ausgelöst und unterliegen ve-getativen Einflüssen. Hauptort der Resorption der aufgespalteten Nah-rungsbestandteilen ist der Dünndarm.

Im Dickdarm erfolgt vorzugsweise die Rückresorption des Wassers. Über das vegetative Nervensystem vermögen auch psychische Einflüs¬se auf die Darmfunktion einzuwirken. So steigern Groll und Ärger den Druck im absteigenden Dickdarmschenkel und können zur Verlängerung der Darmverweildauer und damit zur Verstopfung (Obstipation) führen, während Furcht und Angst den Druck herabsetzen und damit einen Durchfall (Diarrhöe) auslösen können.

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