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Abschnitt 5. Kleine deutschsprachige Länder

1. Das Fürstentum Liechtenstein

Das kleinste deutschsprachige Land ist das Fürstentum Liechtenstein. Es ist nur 157 km2 groß. Staatsoberhaupt ist der regierende Fürst. Die 25 Abgeordneten des Landtages (Parlament) werden auf vier Jahre gewählt. Für Männer bei 20 Jahren besteht Wahlpflicht, Frauen haben erst seit 1986 allgemeines Stimmrecht. Nach dem Vorbild der Schweiz hat die Bevölkerung ein Initiativ- und referendumsrecht. Mit der Verfassung aus dem Jahr 1921 ist Liechtenstein eine konstitutionelle Monarchie mit demokratisch-parlamentarischer Regierungsform. Die Interessen Liechtensteins im Ausland werden durch die Schweiz wahrgenommen. Obwohl in Lichtenstein grundsätzlich Wehrpflicht besteht, gibt es seit mehr als 100 Jahren keine Soldaten mehr. Liechtenstein kann als ein Wirtschaftswunderland bezeichnet werden. Im Laufe von einigen Jahrzehnten hat es sich vom armen unentwickelten Bauerland zu einem der reichsten Staaten der Welt entwickelt.

Die Industrie konzentriert sich auf der Erzeugung hochwertiger Spezialprodukte. Das Land ist in internationalen Finanzkreisen als „Steueroase“ und Bankplatz geschätzt.

Zahlreiche ausländische Unternehmen sind hier als „Briefkastenfirmen“ vertreten, und die Besteuerung dieser Gesellschaften bildet eine erhebliche Einnahmequelle des Staates.

Die gesamte Einwohnerzahl ist etwa 30 Tausend Menschen, von denen der dritte Teil Ausländer sind.

Die größte Sehenswürdigkeit des Landes ist das Schloss Vaduz, ein Meisterwerk der mittelalterlichen Architektur, wo der Sitz des Fürsten ist. Sehenswert ist das Liechtensteinische Postmuseum. In diesem Postmuseum kann man eine einzigartige philatelistische Ausstellung bewundern. Nach wie vor sind die Briefmarken in Liechtenstein Verkaufslager Nummer eins. In diesem Lande spricht man nicht viel vom sozialen Progress, vom Friedenskampf, weil man meint, dass die Neutralität des kleinen Fürstentums eine Garantie gegen den Krieg, für nationale Sicherheit ist.

2. Das Herzogtum Luxemburg

Der Name Luxemburg kommt von „Luzilienburg“ – kleine Burg. Bis zum 6. Jahrhundert war das Territorium des heutigen Luxemburg Teil des Römischen Reiches. Im Mittelalter gehörte Luxemburg zur Spanischen Krone, später zu Österreich und dann zu Frankreich. Nach Beschluss des Wiener Kongresses bildete sich 1815 ein unabhängiger bürgerlicher Staat, das Großherzogtum Luxemburg.

Die Einwohner sind um zu 75% Luxemburger. Der übrige Teil – Emigranten aus Italien, Frankreich, der BRD. Es gibt hier zwei Landessprachen: Deutsch und Französisch. Die Hauptstadt dieses Herzogtums ist Luxemburg. Die Fläche des Landes beträgt 2586 km2 , die Bevölkerungszahl – 365500 Einwohner. Luxemburg ist eine konstitutionelle Erbmonarchie. Das Herzog ernennt und entlässt den Ministerpräsidenten und die Minister. Das Parlament besteht aus 56 Abgeordneten, die auf 5 Jahre gewählt werden. Es gibt noch einen Staatsrat von 21 Mitgliedern, die auf Lebenszeit vom Großherzog ernannt werden und beratende Stimmen haben.

Zu den größten Parteien gehören die Christlich-Soziale Volkspartei (CSVP), die Demokratische Partei (DP), die Luxemburgische sozialistische Arbeitspartei (LSAP).

Die Wirtschaft des Landes ist eng mit französischen und belgischen Monopolen verflochten und auf die Hüttenindustrie ausgerichtet. Nach der Stahlproduktion pro Kopf der Bevölkerung nimmt Luxemburg den ersten Platz in der Welt ein. Außerdem sind hier auch chemische, Lederwaren-, Zement-, keramische Industrie entwickelt.Die intensive Landwirtschaft deckt fast völlig den Eigenbedarf des Landes. Luxemburg ist auch ein großes Finanzzentrum Europas.

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