- •Vorwort
- •Thema 1 Vorgangspassiv
- •1.1 Bildung des Passivs
- •1.1.1 Passivbildung in Aufgaben
- •1.1.2 Passiv mit Modalverben
- •1.2 Lexikalische Einschränkungen
- •1.3 Ableitung aus dem Aktiv
- •1.4 Übersetzung des Passivs ins Ukrainische
- •1.5.1 Das zweigliedrige Passiv
- •1.5 Gebrauch des Passivs
- •1.5.2 Dreigliedrige passivische Satzkonstruktion
- •1.5.3 Subjektlose Passivkonstruktion
- •Thema 2 Zustandspassiv
- •Thema 3 Konkurrenzformen des Passivs (Passiv-Paraphrasen, Passivfeld)
- •Zusätzliche Aufgaben zur Selbstarbeit
- •1) Inventur im Ozean abgeschlossen
- •Viel mehr Leben im Meer
- •2) “Computer werden unsichtbarer”
- •3) Mit dem Aufzug aufs Feld
- •1) Das Buch lebt!
- •2) Überlebensfaktor der t-Zellen entdeckt
- •3) Erbrechtsreform verabschiedet
- •4) Wer bin ich, wenn ich online bin...?
- •Begriffsverzeichnis
- •Zusätzliche Literatur
1.3 Ableitung aus dem Aktiv
Alle Passivkonstruktionen können mit Hilfe von Transformationen aus dem Aktiv abgeleitet werden. Bei der Transformation gelten für das Objekt folgende Regeln:
a) Akkusativ wird zu Nominativ:
Der Lehrer lobt den Schüler. ‑ Der Schüler wird (von dem Lehrer) gelobt.
Aber: Er arbeitete den ganzen Tag. ‑ Den ganzen Tag wurde (von ihm) gearbeitet.
Dativ bleibt Dativ: Der Lehrer hilft dem Schüler. ‑ Dem Schüler wird (von dem Lehrer) geholfen.
Genitiv bleibt Genitiv: Der Lehrer gedachte des Toten. ‑ Des Toten wurde (von dem Lehrer) gedacht.
Präpositionalkasus bleibt Präpositionalkasus: Der Lehrer sorgt für Ordnung. ‑ Für Ordnung wird (von dem Lehrer) gesorgt.
Vielfach tritt bei den durch Passivtransformation entstehenden Sätzen ein zusätzliches “es” ‑ als Platzhalter, nicht als Subjekt ‑ am Satzanfang auf. Beispiel: Die Zuschauer klatschten. ‑ Es wurde (von den Zuschauern) geklatscht; Es wird dem Schüler geholfen; Es wird für Ordnung gesorgt.
Bei Transformationen wird das obligatorische Nominativsubjekt des aktivischen Satzes entweder eliminiert oder zum fakultativen Präpositionalobjekt des passivischen Satzes, das zeigt das Schema:
Schema |
Beispiel |
von + Substantiv/ Pronomen in Dat. |
Ich schreibe den Brief. → Der Brief wird von mir geschrieben. |
Durch + Substantiv in Akk. |
Das Auto beschädigt das Gebäude. → Das Gebäude wird durch das Auto beschädigt. |
Mit + Substantiv in Dat. (Naturerscheinungen) |
Der Wind öffnet das Fenster. → Das Fenster wird mit dem Wind geöffnet. |
Fragen zur Selbstkontrolle:
1. Wie kann man eine aktive Konstruktion in eine passive transformieren?
2. Was geschieht mit dem Subjekt des aktiven Satzes bei der Transformation ins Passiv?
3. Was geschieht mit dem Objekt des aktiven Satzes bei der Transformation ins Passiv?
4. Was geschieht mit dem Substantiv im Genitiv des aktiven Satzes bei der Transformation ins Passiv?
5. Was geschieht mit dem Präpositionalobjekt des aktiven Satzes bei der Transformation ins Passiv?
Praktische Aufgaben zum Thema:
ÜBUNG 1. Bilden Sie die Aktivform in die Form des Passivs um:
Beispiel: erklären ‑ erklärt werden.
notieren, konstruieren, beleuchten, vorlesen, öffnen, immatrikulieren, reservieren, schreiben, deklinieren, besuchen, stellen, kleben, zumachen, bedecken, schelten, streiten, versprechen, hindern, bergen, fällen.
ÜBUNG 2. Bilden Sie die Passivform in die Form des Aktivs um:
Beispiel: erklärt werden ‑ erklären.
gelogen werden, geblasen werden, getroffen werden, verloren werden, gehindert werden, beleidigt werden, geflüstert werden, geblendet werden, verdorben werden, geschoren werden, bewogen werden, gebeten werden.
ÜBUNG 3. Machen Sie die Übung, benutzen Sie Passiv dabei:
a) Die Arbeit von Fachleuten im Bereich der Massenmedien:
Der Radio- und Fernsehhändler in der Zeitung |
Die Arbeit der Fachleute |
Wir beraten die Kunden |
Die Kunden werden beraten. |
1. Wir holen den Fernseher ab und reparieren ihn. 2. Wir bringen die Geräte ins Haus. 3. Wir installieren Antennen. 4. Wir führen die neuesten Apparate vor. 5. Wir bedienen die Kunden höflich. 6. Wir machen günstige Angebote.
b) In der Küche
Von den Aufgaben des Kochs: |
Was ist los in der Küche? |
Kartoffeln schälen |
Kartoffeln werden geschält. |
1. Kartoffeln reiben 2. Salz hinzufügen 3. Fleisch braten 4. Reis kochen 5. Salat waschen 6. Gemüse schneiden 7. Würstchen (PI.) grillen 8. Milch, Mehl und Eier mischen 9. Teig machen 10. Kuchen backen 11. Sahne schlagen 12, Brötchen (PI.) streichen und belegen.
c) Die Küchenarbeit ist beendet. Was wurde gemacht?
Von den Aufgaben des Kochs: |
Was ist los in der Küche? |
Kartoffeln schälen |
Kartoffeln wurden geschält. |
ÜBUNG 4. Geben Sie folgende Sätze im Passiv wieder:
Bärbel schleppte eine Bürde Gras von der Mühlbachwiese herauf. Der Alte und Hans schnitten Häcksel. Mutter versorgte die Kühe. Bärbel holte meine Schuhe, stellte die Stifefel fort, holte Wasser zum Waschen und briet Eier zum Abendbrot (A. Scharrer).
ÜBUNG 5. Was in einem Unrechtsstaat geschieht? Bilden Sie Sätze dem Muster nach:
Beispiel: Man belügt das Volk. ‑ Das Volk wird belogen.
1. Man bedroht Parteigegner. 2. Man enteignet Leute. 3. Man verurteilt Unschuldige. 4. Man verteufelt die Andersdenkenden. 5. Man schreibt alles vor. 6. Man zensiert die Zeitungen. 7. Man beherrscht Rundfunk und Fernsehen. 8. Man steckt Unschuldige ins Gefängnis. 9. Man misshandelt die Gefangenen. 10. Man unterdrückt die freie Meinung.
ÜBUNG 6. Beantworten Sie die Fragen nach folgendem Muster:
Beispiel: Weiβt du, wo man einen Koffer reparieren kann? -Ich kann dir sagen, wo Koffer repariert werden.
1. Weiβt du, wo man ein Kleid bügeln kann? 2. ..., wo man Brot kaufen kann? 3.…, wo man einen Anzug reinigen kann? 4. …, wo man einen Film entwickein kann? 5. …, wo man Wäsche waschen kann?
ÜBUNG 7. Drücken Sie folgende Sätze im Passiv aus:
1. Mein Traum ist in Erfüllung gegangen; man hat mich ins Institut für Fremdsprachen aufgenommen. 2. Wenn der Student zweifelt, ob er ein neues Wort richtig gebraucht hat, schlägt er im Wörterbuch nach. 3. In dieser Woche geht unsere Gruppe ins Theater. Die Eintrittskarten haben wir vorbestellt. 4. Heute gehe ich zu Besuch. Mein Freund hat mich schon längst eingeladen. 5. Heute fahre ich ans Meer. Meine Familie wartet schon längst auf mich da.
ÜBUNG 8. Beantworten Sie die Fragen bejahend.
Beispiel: Wie kommst du zu diesem schönen Blumenstrauβ? Hat ihn dir jemand geschenkt? ‑ Ja, er ist mir geschenkt worden.
1. Wie kommst du zu dieser Lektüre? Hat sie dir jemand empfohlen?
2. Wie kommst du zu dieser groβen Geldsumme? Hat sie dir jemand geliehen?
3. Du bist spät gekommen. Hat dich jemand aufgehalten?
4. Du strahlst ja förmlich! Hat man dich immatrikuliert?
5. Du bist nicht hilfsbereit. Man hat es dir bestimmt mehrmals vorgeworfen. Nicht wahr?
6. Mir scheint, dass nicht alle deinen Spaβ verstanden haben. Stimmt es?
7. Es scheint mir, dass ich einen Fehler gemacht habe. Stimmt es?
8. Der Meinung deines Freundes nach hat er das Diktat richtig geschrieben. Stimmt es?
9. Du hast die Lüge wieder gesagt. Stimmt es?
10. Die Frau hat das Buch verloren. Stimmt es?
ÜBUNG 9. Schreiben Sie die folgenden Sätze sinngemäβ im Aktiv:
1. Die alten Handschriften müssen erforscht werden. 2. Einzelne Stadtbezirke müssen miteinander durch Grünanlagen verbunden werden. 3. Dieses alte Gemälde kann restauriert werden.4. Unser Nachbar will von der Polizei gewarnt worden sein. 5. Die Geschwindigkeit sollte bedeutend gesteigert werden. 6. Ein Taxi kann telefonisch bestellt werden. 7. Dieses Referat kann von mir übermorgen vorgelesen werden. 8. Das Kind will nach Hause begleitet werden. 9. Er darf erst in einer Woche aus dem Krankenhaus entlassen werden. 10. Die Flasche ist leer, die Arznei soll schon eingenommen worden sein.
ÜBUNG 10. Geben Sie folgende Sätze im Passiv wieder:
1. Man soll unermüdlich arbeiten. 2. Man muss die Arbelt bald fertig bringen. 3. Wir sollen für euch die besten Äpfel auslesen. 4. Niemand darf ihn beeinflussen; er soll den Aufsatz selbstständlg schreiben. 5. Wir müssen alle Prüfungen gut ablegen. 6. Kannst du den Inhalt des Textes kurz wiedergeben? 7. Man soll gearbeitet haben. 8. Die Studenten sollen eine beispielhafte Initiative gegeben haben. 9. Er wird einen groβen Erfolg erreicht haben. 10. Die beispielhafte Initiative der Arbeiter wird man wohl zur Nachahmung empfohlen haben. 11. Sie mag ihn zweimal in diesem Restaurant gesehen haben. 12. Die eingesparten Materialien wird man der Volkswirtschaft wieder zugeführt haben.
ÜBUNG 11. Verbieten Sie, Sie so ungebührend zu behandeln.
Beispiel: Lass mich in Ruhe ‑ Hörst du, ich will von dir in Ruhe gelassen werden.
1. Tröste mich nicht! 2. Störe mich nicht! Belästige mich nicht! 3. Bemitleide mich nicht! 4. Frage mich nicht danach! Erinnere mich nicht daran! 5. Erzähle mir das nicht!
ÜBUNG 12. Wie fragen Sie, wenn:
1. die Tür zu schlieβen ist. 2. das Fenster zu öffnen ist. 3. die Arbeit abzugeben ist. 4. der Satz zu übersetzen ist. 5. der Artikel zu veröffentlichen ist. 6. das Wörterbuch zu verwenden ist.
Beispiel: Darf der Artikel umgeschrieben werden?
ÜBUNG 13. Setzen Sie das Verb in die entsprechende Form des Passivs:
1. Der Lehrer empfahl Ihnen ein gutes Buch. 2. Der Gelehrte hat ein neues Problem gelöst. 3. An Dr. Schulz richtet man viele Fragen. 4. Der Schneider kürzte die Ärmel um 3 cm. 5. Der Briefträger wird mir täglich die Geltungen bringen. 6. Nachdem man das Modell geprüft hatte, lieβ man die neuen Geräte herstellen.
ÜBUNG 14. Bilden Sie Passiv-Sätze. Achten Sie dabei auf die Zeit.
1. Morgen eröffnet man die Hannover-Messe.
2. Auf der SYSTEMS stellen wir die neuesten Produkte vor.
3. Wir haben Sie umgehend über unsere Neuentwicklung informiert.
4. Bei uns bereitet man die Konferenzen sorgfältig vor.
5. Wir sprechen unsere Kunden persönlich an.
6. Unsere Versandabteilung verpackt die Waren sorgfältig.
7. Unsere Buchhaltung sendet Ihnen einen Scheck zu.
8. Den Rechnungsbetrag überweisen wir auf Ihr Konto.
9. Wir haben die Rechnung per Überweisung bezahlt.
10. Ihre Buchhaltung hat uns zu viel berechnet.
ÜBUNG 15. Setzen Sie die Passiv-Sätze ins Aktiv.
1. Der Kopierer wird morgen vom Kundendienst repariert.
2. Die Bestellung wird von uns so schnell wie möglich ausgeführt.
3. Bei Bezahlung innerhalb von zwei Wochen werden von uns 2% Skonto abgezogen.
4. Ihre Sonderwünsche werden von uns berücksichtigt.
5. Ihm ist gekündigt worden.
ÜBUNG 16. Bilden Sie die Passivformen in Formen des Aktivs um:
1. Vom Bibliothekar wird für mich ein Buch zurückgelegt werden. 3. Der Brief ist uneröffnet zurückgeschickt worden. 3. Die Bücher wären in kürzester Zeit ausverkauft worden. 4. Der Tisch wird von uns um halb zwei gedeckt. 5. Das Fenster wurde durch den Wind aufgerissen. 6. Das Gesuch wird genehmigt worden sein.
ÜBUNG 17. Setzen Sie die eingeklammerten Substantive im Nominativ oder Akkusativ ein:
1. ... wurde von der Mutter um 4 Uhr gedeckt. (der Tisch). Die Mutter deckte ... (der Tisch) um 4 Uhr. 2. Der Student gab (der Inhalt) des Textes sehr ausführlich wieder. (der Inhalt) des Textes wurde von dem Studenten sehr ausführlich wiedergegeben. 3. Man hat (der Vortrag) lebhaft besprochen. 4. (der Aufsatz) wird zwei Stunden lang geschrieben. 9. Ich habe (der Bleistift) gespitzt. 6. Gestern wurde (der Student) gelobt. 7. Zuerst wird (der Text) ins Ukrainische übersetzt.
ÜBUNG 18. Formen Sie folgende Sätze – wenn möglich – in das Passiv um und erklären Sie – im negativen Fall – , warum das nicht möglich ist:
1. Der Fußgänger hat die Straße an einer unübersichtlichen Stelle überquert. 2. Die Passanten helfen dem verunglückten Fußgänger. 3. Die Passanten sorgen für den Abtransport des Verletzten ins Krankenhaus. 4. Die Polizei untersucht die Ursachen des Unfalls. 5. Das Gericht entzieht ihm die Fahrerlaubnis. 6. Die Polizei antwortet auf die Briefe der Familie. 7. Sie danken der Polizei für die Aufklärung des Falles. 8. Die Lehrer diskutierten den ganzen Abend. 9. Der Schüler hat sich gründlich gewaschen. 10. Der Roman umfasst 3 Teile. 11. Das Auto erfasste den Fuβgänger. 12. Die Flasche hat einen Liter gefasst. 13. In diesem Sommer hat es sehr viel Regen gegeben. 14. Wir haben einen langen, aber milden Winter gehabt.15. Der Vater hat ein neues Buch bekommen. 16. Die Couch kostet 300 Mark. 17. Das Paket wiegt zwei Kilo. 18. Die Verkäuferin wog das Fleisch. 19. Wir beauftragen ihn, die Fahrkarten zu kaufen. 20. Die Schüler sehen den Lehrer schreiben. 21. Die Bergsteiger wollen den Äpfel besteigen. 22. In dieser Fabrik arbeitet man sehr schnell. 23. Das Gras wächst bei diesem Regen sehr schnell. 24. Der Direktor gratuliert dem Lehrer zum Geburtstag. 25. Das junge Mädchen gefällt dem Studenten. 26. Der Schüler begegnet dem Lehrer auf dem Sportplatz. 27. Der Wein schmeckt uns nicht besonders gut. 28. Der Prüfling genügte nicht den Anforderungen. 29. Es dauerte eine ganze Zelt bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit. 30. Sie arbeiten oft bis spät in die Nacht. 31. Manchmal schüttelt er den Kopf.
ÜBUNG 19. Von den Plänen der Stadtverwaltung. Bilden Sie die Sätze dem Muster nach, benutzen Sie dabei die Konstruktionen aus der Übung 5.
Beispiel: Man will den Park erweitern. – Der Park soll erweitert werden.
ÜBUNG 20. Brand in der Groβmarkthalle. Setzen Sie den ganzen Text in Passivform.
Anmerkung: Die Substantive, die fett geschrieben sind, sollen weggelassen werden.
Gestern Abend meldete man der Feuerwehr einen leichten Brandgeruch in der Nähe der Groβmarkthalle. Sofort schickte man drei Feuerwehrwagen an den Ort, aber man konnte zunächst den Brandherd nicht feststellen, weil die Geschäftsleute den Eingang zur Groβmarkthalle mit zahllosen Kisten und Handwagen versperrt hatten. Als man die Sachen endlich weggeräumt hatte, musste man noch das eiserne Gitter vor dem Hallentor aufsägen, denn man hatte in der Eile vergessen, die Schlüssel rechtzeitig zu besorgen. Immer wieder mussten die Polizeibeamten die neugierigen Zuschauer zurückdrängen. Nachdem man endlich die Türen aufgebrochen hatte, richteten die Feuerwehrleute die Löschschläuche in das Innere der Halle. Erst nach etwa zwei Stunden konnten die Männer das Feuer unter Kontrolle bringen. Die Polizei gab bekannt, dass das Feuer etwa die Hälfte aller Waren in der Markthalle vernichtet hat. Erst spät in der Nacht rief man die letzten Brandwachen von dem Unglücksort ab.
ÜBUNG 21. Jugendliche sind aus Seenot gerettet. Setzen Sie den ganzen Text in Passivform.
Gestern Morgen alarmierte man den Seenotrettungsdienst in Cuxhaven, weil man ein steuerlos treibendes Boot in der Nähe des Leuchtturms Elbe I gesehen hatte. Wegen des heftigen Sturms konnte man die Rettungsboote nur unter groβen Schwierigkeiten zu Wasser bringen. Über Funk gab man den Männern vom Rettungsdienst den genauen Kurs bekannt. Mit Hilfe von starken Seilen konnte man die drei Jugendlichen aus dem treibenden Boot an Bord ziehen, wo man sie sofort in warme Decken wickelte und mit heiβem Tee stärkte.
Vorgestern Nachmittag hatte der scharfe Ostwind die drei Jungen in ihrem Segelboot 9 auf die Elbe hinausgetrieben, wo sie bald die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren (Aktiv). Erst bei Anbruch der Dämmerung konnte man sie sichten. Niemand hatte ihre Hilferufe gehört.
Wegen Verdachts einer Lungenentzündung musste man den Jüngsten der drei in ein Krankenhaus einliefern; die anderen beiden brachte man auf einem Polizeischnellboot nach Hamburg zurück, wo ihre Eltern sie schon erwarteten.
ÜBUNG 22. Bilden Sie alle Sätze im Passiv:
1. Die Universität entlässt endlich den rechtsradikalen Historiker.
2. Am Flughafen begrüβten die Reiseführer die neue Touristengruppe.
3. Auf der letzten Buchmesse erzielte der Verlag ausgezeichnete Verkaufsergebnisse.
4. Nach langen Verhandlungen beschlossen die Politiker (!) schlieβlich die Rechtschreibreform.
5. Der Umweltgipfel in Rio de Janeiro verabschiedete wichtige Resolutionen zur Rettung des Planeten Erde.
6. Die junge Mutter stillte ihr Baby zum vierten Mal in derselben Nacht.
7. Ein arbeitsloser Ingenieur überfiel den Kiosk im Bahnhof und erschoss den achtundzwanzigjährigen Kassierer.
8. Kinder fanden auf einem öffentlichen Spielplatz zwei Plastiktüten voller Medikamente.
9. Nach der dritten Mahnung stellte das Elektrizitätswerk den Strom ab.
10. Die Tierärztin operiert den verletzten Grauhaardackel kostenlos.
11. Alle Schüler schicken dem kranken Lehrer einen Brief in die Klinik.
12. Endlich nimmt man dem ständig betrunkenen Taxifahrer den Führerschein ab.
13. Jemand hat dem Surfer das nagelneue Surfbrett gestohlen.
14. Die Angestellte berechnet dem Fluggast 230 DM für das Übergewicht (des Gepäcks).
15. Die Berufsschule entlässt immer mehr Schüler mit hervorragenden Informatik-Kenntnissen.
16. Der Passivraucher schlug dem Aktivraucher die Zigarette aus dem Mund.
17. Militante Tierschützer besetzen immer wieder Restaurants eines US-amerikanischen Unternehmens.
18. Viele Internet-Nutzer bieten problematische Produkte und Dienstleistungen an.
19. Trotz der vielzitierten Lesekrise produzieren die Verlage in Deutschland von Jahr zu Jahr mehr Bücher.
20. Internationale Agenturen hetzen ihre Topmodels durch die Welt.
21. Die Ministerin trägt ihre Aktentasche selbst.
ÜBUNG 23. Bilden Sie Aktiv-Sätze aus Passiv-Sätzen:
1. Die Angeklagte wird von einem unfähigen Rechtsanwalt verteidigt.
2. Die kleine Wohnung wurde von dem verzweifelten Studenten renoviert.
3. Am Montag wird der Patient dann endlich vom Chefarzt persönlich operiert.
4. Die Nachbarin wurde von ihrem Ex-Mann ins Krankenhaus begleitet.
5. Die letzte Prüfung wurde um drei Wochen verschoben.
6. Eine Verschärfung der Krise wurde der Regierung vom Botschafter gemeldet.
7. Historisch wertvolle Gebäude werden von den Konservatoren geschützt.
8. Zu einem groβen Teil wird unser Haushaltsmüll heute von der Industrie wiederverwertet.
9. Fernsehprogramme wurden und werden immer wieder von Vertretern gesellschaftlich wichtiger Gruppen (Kirchen, Gewerkschaften, Parteien usw.) kritisiert.
10. In Deutschland wird viel mehr Kaffee als Bier getrunken.
11. Manchmal werden Skandale von der kritischen Presse an die Öffentlichkeit gebracht.
12. Die Eltern der Olympiasiegerin wurden von den Nachbarn informiert.
13. Das Rätsel um Loch Ness ist bis heute nicht gelöst worden.
ÜBUNG 24. Setzen Sie die Sätze ins Passiv. Achten Sie dabei auf die Zeit.
1. Leider müssen wir unsere Bestellung vom 18.5. widerrufen.
2. Wir können Ihren Auftrag nicht ausführen.
3. Wir müssen an der Lösung weiterarbeiten.
4. Den Vertrag muss man unbedingt einhalten.
5. Wir konnten den Zahlungseingang nicht bestätigen.
6. Man muss die Abteilung endlich umstrukturieren.
7. Man kann den Termin nicht weiter hinausschieben.
8. Sie können mit den neuen Geräten schon arbeiten.
9. Man darf hier nicht rauchen.
10. Man muss diese Waren unbedingt bestellen.
ÜBUNG 25. Gewürze. Setzen Sie den ganzen Text in Passiv.
Duftende, zum Würzen von Speisen verwendete Pflanzen baute man wahrscheinlich schon vor Jahrtausenden an. Vielleicht kündigte ihre Kultivierung sogar den Beginn der eigentlichen Zivilisation an. Aus Schriften, die man uns überliefert hat, geht hervor, dass Ägypter, Chinesen, Inder, Araber, Perser und Griechen schon sehr früh wussten, wie man Kräuter anbauen und verwenden kann.
Es ist und bleibt eine kulinarische Tradition, diese Pflanzen in der Küche und zu Heilzwecken einzusetzen. Heute sind Kräuter wichtiger denn je und man kann sie auch leicht erhalten. Man kann sie in kleinen Mengen im eigenen Garten ziehen. Man betreibt ihren Anbau gewerbsmäβig um sie in Supermärkten und Gemüseläden zu verkaufen. In zunehmenden Maβe bietet man sie heute frisch an.
ÜBUNG 26. Sagen Sie es anders.
Beispiel: Man muss das Haus renovieren. ‑ Das Haus muss renoviert werden.
1. Wir dürfen das Haus nicht abreiβen.
2. Man will das Haus renovieren.
3. Man kann den Bau nicht verbieten.
4. Die Stadt muss den Bau des Hauses erlauben.
5. Wir wollen die Küche modernisieren.
6. Man darf das Kulturzentrum nicht schlieβen.
ÜBUNG 27. Worauf soll man seine Aufmerksamkeit lenken, wenn man Knoblauch kauft?
Man bietet Knoblauch zwar ganzjährig an, aber gut sind nur die festen, saftigen Knollen, die man im Frühjahr auf den Markt bringt. Sie gelten bei Kennern als Delikatesse, wenn man sie als ganze Zehe brät. Beim Einkauf muss man vor allem auf Frische achten. In den Geschäften bietet man ihn auch als Pulver und als Knoblauchsalz an. Auch pürierten Knoblauch in Tuben und Gläsern kann man kaufen. Man sollte frischen Knoblauch immer den Trockenprodukten vorziehen, da man sein Aroma nicht vergleichen kann. Das Aufbewahren von diesem Gemüse ist nicht ratsam. Die dekorativen Knoblauchzöpfe, die man überall anbietet, kann man leidenschaftlichen Knoblauchessern nicht empfehlen, denn die Knollen werden schneller trocken, als man sie verbrauchen kann. Am besten bewahrt man Knoblauch kühl, trocken und dunkel an einem luftigen Platz auf.
Das Kochen mit Knoblauch: Die Knoblauchzehe vor dem Zerdrücken in Frischhaltefolie wickeln. Das sollte man natürlich nicht tun, wenn man ihn hacken will! Ideal dazu ist eine Knoblauchpresse oder ein Stöβel, mit dem man ihn am besten zerreiben kann, wobei man die optimale Freisetzung des Aromas erzielen kann. Den recht intensiven Geruch – manche sagen sogar, er stinke – kann man auf das ätherische Öl zurückführen, das freigesetzt wird, sobald man eine Zehe zerschneidet. Knoblauchzehen verwendet man ganz, zerdrückt oder in Scheiben geschnitten. Die goldene Regel lautet: Benutzen Sie ihn immer sparsam!
Individuelle Aufgaben:
Schreiben Sie ein Referat zum Thema:
1. “Die Transformationen von einem aktiven Satz in einen passiven. Grundregel und Beispiele”.
2. “Besondere Fälle der Transformationen aus Aktiv in Passiv”.
