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учебник по немецкому.doc
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2.5 Lesen Sie die landeskundliche Information und vergleichen Sie mit Ihrem Land: Was ist gleich? Was ist anders?

Hochzeit in Deutschland Hochzeit in Russland

ein wichtiges festliches Ereignis im Leben eines Deutschen.

Traditionelle Hochzeiten

Die Hochzeit (= die hohe Zeit) ist ein wichtiges festliches Ereignis im Leben eines Deutschen (neben der Taufe, nach der Geburt und den Geburtstagen).

Das junge Mädchen hat mit Vollendung des 16. Lebensjahres, der junge Mann mit Vollendung des 18. Lebensjahres das Recht zu Eheschließung.

Zuerst muss das Aufgebot bestellt werden, eine offizielle Ankündigung, auf die Einwände erhoben werden können. Nach einer bestimmter Frist wird der Termin für die standesamtliche Trauung angesetzt, zu der zwei Trauzeugen erforderlich sind, und für die kirchliche Trauung, die mit dem zuständigen katholischen oder evangelischen Pfarrer abgesprochen wird.

Mit einer Ehe geht man normalerweise die Verpflichtung ein, finanzielle Angelegenheiten (Gewinne und Schulden) gemeinsam zu tragen. Von einer solchen Regelung kann man sich durch einen notariell abgeschlossenen Ehevertrag befreien lassen und beispielsweise Güter­trennung vereinbaren. In den letzten Jahren hat die Zahl der Eheverträge stark zugenommen, etwa 10% aller Eheleute schließen derzeit einen solchen Vertrag.

In der Bundesrepublik kann man bei einer Heirat zwischen dem Namen der Frau und dem des Mannes wählen, man kann auch einen Doppelnamen annehmen. Diese Möglichkeit besteht noch nicht sehr lange. Früher übernahm grundsätzlich die Frau den Namen des Mannes. Es ist daher noch relativ selten, dass der Mann den Namen der Frau an­nimmt bzw. einen Doppelnamen beantragt.

Nach den Formalitäten auf dem Standesamt folgt oft einige Tage später die kirchliche Hochzeit. Die Braut trägt dabei meist ein langes, weißes Kleid mit Brautschleier und Brautstrauß. Das weiße Kleid ist in der Bundesrepublik mit einer kirchlichen Heirat verbunden, manche Frauen tragen auch andersfarbige Festkleidung in der Kirche. Auf dem Standesamt wird meist Tagesgarderobe getragen.

Am Tag der kirchlichen Trauung findet das Hochzeitsfest statt mit einem Essen, Musik und Tanz. Es werden dazu Freunde, Verwandte und Bekannte eingeladen. Nach der Zeremonie fahren die Brautleute in einem geschmückten Auto oder einer Hochzeitskutsche in ein Hotel oder Restaurant, wo die Hochzeit bei einem festlichen Essen mit Tischreden, Musik und Tanz und vielen Gästen gefeiert wird. Anschließend geht das junge Ehepaar auf die Hochzeitsreise. Traditionell wird die Hochzeit von den Eltern der Braut bezahlt. Sie geben ihrer Tochter außerdem eine Mitgift in Form von Geld oder Sachwerten mit. Heute werden die Hochzeiten oft informeller gefeiert und die Kosten geteilt.

Zu traditionellen Hochzeiten gehören bestimmte Sitten und Gebräuche, wie der Polterabend am Vorabend der Hochzeit. Dabei werden Glas und Porzellan an das Haus der Braut geworfen, weil Scherben Glück bringen.

2.6 Informieren Sie sich über einen der Hochzeitsbräuche aus Deutschland und erfüllen Sie danach die Aufgaben. Der Polterabend

Wenn am Abend vor einem Haus Geschirr zerschlagen wird, dann weiß man: Hier gibt es in den nächsten Tagen eine Hochzeit. Das Brautpaar versammelt sich mit den Familienangehörigen und Freunden der Braut und des Bräutigams zur Hochzeitsvorfeier. Es wird getanzt, getrunken und gescherzt und Abschied vom Junggesellenleben genommen. Diese Vorfeier ist der Polterabend. Wenn es dunkel wird, geht das Poltern vor der Haus- oder Wohnungstür los. Nachbarn und Freunde haben schon lange ihr unbrauchbares Geschirr gesammelt, das nun mit viel Lärm und Hallo zerschlagen wird. Damit sollen nach altem Brauch einerseits die bösen Geister vertrieben und andererseits soll dem Brautpaar Glück gewünscht werden. „Scherben bringen Glück“, heißt es im Sprichwort. Aber Vorsicht! Glas sollte dabei keines zerbrochen werden, denn ein anderes Sprichwort sagt: „Glück und Glas, wie leicht bricht das“. Ist das Poltern vorbei, kommt das Brautpaar an die Reihe. Es muss allein und ohne Hilfe die Scherben wegräumen. Der Bräutigam wird dabei von seinen Freunden und Bekannten besonders unter die Lupe genommen, denn bei dieser ersten gemeinsamen Arbeit mit seiner zukünftigen Frau muss er zeigen, dass er wirklich heiratsfähig ist.

Zum Geschirr gehören Teller, Tassen, Schüsseln usw., gewöhnlich aus Porzellan. Scherben gibt es, wenn Geschirr oder Glas herunterfällt und zerbricht. Wird Porzellan absichtlich und wiederholt zerschlagen, dann nennt man das poltern und den Anlass Polterabend.

Böse Geister waren nach früherem Glauben überirdische Wesen, die Unglück, Krankheit usw. brachten. Sie konnten nach altem Glauben durch Lärm vertrieben werden.

Mit der Redewendung jemanden/etwas unter die Lupe nehmen meint man, jemanden/etwas besonders genau betrachten.