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Лисак для 3 курса, Теорграмматика, лекции.doc
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2. Diskusive Syntax von Talmi Givon

T. Givon -On understanding Grammar(1979)

-Topic Continuity in Discourse: A Quantitative Cross-Language Study (1983)

-Functionalism and Grammar (1995)

Grundprinzipien:

  • Die theoretische Grundlage: die Sprachform kodiert den Inhalt. Je mehr das sprachliche Element erwartet wird, desto weniger Bemühungen sind erforderlich, um es zu beobachten und desto weniger formales Material ist notwendig, um es zu kodieren.

  • Die methodologische Grundlage: die Vorhersagbarkeit des Elements kann quantitativ gemessen werden. Givon schlug neue Methoden vor, vor allem die Messung der referenzialen Strecke von einem Diskurspunkt bis zur nähesten Referentenerwähnung. Je weniger ist diese Strecke, ununterbrochener ist die Topik.

Givon interessiert sich für die Kohäsion, mehr für die mentale (kognitive) Kohäsion als für die Textkohäsion, denn es geht ihm vor allem um die mündliche Kommunikation.

Das kognitive Modell der Kohäsion unterscheidet zwei Operationsarten:

  1. Aktivierung der Aufmerksamkeit für die Adaptation neuer Information (prospektiv)

  2. Suche im Gedächtnis nach den Referenten (Prototypen) – retrospektiv.

3. Die kognitive Grammatik von Ronald Langaker

Foundations of Cognitiv Grammar(1991)

Grundprinzipien:

  1. Die Sprache kann ohne Berücksichtigung der kognitiven Tätigkeit nicht beschrieben werden.

  2. Lexik, Morphologie und Syntax bilden ein Kontinuum, das nicht getrennt werden kann.

  3. Grammatische Strukturen sind kein autonomes formales System. Die grammatische Analyse ist mit der Semantik aufs engste verbunden.

Die Kognitive Grammatik bietet dem Sprecher symbolische Strukturen, die während der zielgerichteten Tätigkeit der Menschen generiert werden können. Also werden sprachliche Äußerungen von Menschen, nicht von Grammatik (wie bei N. Chomsky) generiert.

Jede symbolische Einheit hat einen bilateralen Charakter, Sie beinhalten semanti-sche und phonologische Komponenten.

Die grammatischen Einheiten (wie auch die lexischen) sind symbolisch, z. B. Das Suffix –er bezeichnet die handelnde Person.

4. Kommunikativ-pragmatische Forschungen in der modernen deutschen Grammatik

Die in der modernen Sprachwissenschaft gebrauchlichen Termini kommunikativ-pragmatischer Effekt, kommunikativ-pragmatische Komponente der Sprachbeschreibung dienen der Hervorhebung der Tatsache, dass beim Kommunizieren nicht nur eine Information vom Sender dem Empfänger übermittelt wird, sondern auch eine bestimmte Stellungnahme des Senders zum GeäuBerten ausgedrückt und eine Einwirkung auf den Empfänger erzielt wird. Die letzteren Momente sind die Domäne der Pragmatik (Sprachwirkungsforschung), der von der modernen Sprachwissenschaft groBe Bedeutung zugemessen wird. Georg Klaus schreibt in seinem Buch ,,Die Macht des Wortes. Ein erkenntnistheoretisch-pragmatisches Traktat": ,,Die Pragmatik untersucht die Beziehungen zwischen den Zeichen Z und den Menschen M, die die sprachlichen Zeichen produzieren, senden und empfangen. Diese sprachlichen Zeichen erfüllen — je nach dem, zu welchem Zweck sie von den Menschen benutzt werden — verschiedene Funktionen. Die Spra­che ist ein Mittel, um Sachverhalte und Ereignisse zu beschreiben (Symbolfunktion), um bestimmte Gefühle (Sympathie, Empörung usw.) auszudrücken (Symptomfunktion) und um beim Empfänger von Zeichen ein bestimmtes Verhalten hervorzurufen, das sich in Lust- und Unlustgefühlen und schlieBlich in bestimmten Handlungen ausdrückt (Signalfunktion). In den speziellen Gegenstandsbereich der Pragmatik gehören die Symptom- und die Signalfunktion". Pragmatische Wirkung, Funktion, kommunikativer Effekt und Kommunikationssituation werden also als Synonyme gebraucht.

Ein kommunikativ-pragmatisches Herangehen an das grammatische System wird auch in den ,,Grundzügen" als eines der grundlegenden Prinzipien der Sprachbeschreibung postuliert. Als eine zentrale Einheit wird in den Grundzügen" nicht der Satz, sondern die AuBerung betrachtet, was die kommunikative Orientierung des Buches auch terminologisch hervorhebt. Das gesamte Sprachsystem wird von den Verfassern der ,,Grundzüge" in folgende miteinander verbundene Komponenten gegliedert: 1. semantische Komponente, 2. syntaktische Komponente, 3. fonologische Komponente, 4. kommunikativ-pragmatische Komponente. (Eine eigenstandige morphologische Komponente wird nicht berucksichtigt, denn die Regeln und Einheiten, die die Struktur der Wörter bestimmen, sind von den Verfassern in die syntaktische Komponente eingegliedert). Die Verfasser bestimmen die Äußerung als eine Einheit der semantischen, syntaktischen, fonologischen und kommunikativ-pragmatischen Struktur. Die semantische Struktur der Äußerung und die kommunikativ-pragmatische Struktur der Äußerung bilden zusammen deren Inhalt.