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Лисак для 3 курса, Теорграмматика, лекции.doc
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2. Historisches

Die Theorie der VALENZ (alles WERTIGKEIT) wurde zunächst auf der Basis des Verbs als Untersuchungsobjekt ausgearbeitet. Erst im Züge ihrer Entwicklung wurde sie auch auf die anderen Wortarten ausgedehnt.

Das erklärt sich dadurch, dass die Valenzeigenschaften der Verben doch deutlicher als bei den Elementen der anderen Wortarten ausgeprägt, und deshalb leichter zu erschließen und unmittelbar mit Satzstruktur verbunden sind. Zunächst ist in der damaligen DDR das ,,Wörterbuch zur Valenz und Distribution deutscher Verben" von G. HELBIG und W. SCHENKEL erschienen.

Darauf folgten die in ihrer Anlage ähnlichen Worterbücher deutscher Substantive und deutscher Adjektive von K.-E. SOMMERFELDT und H. SCHREIBER, später ,,Kleines Valenzlexikon" von U. ENGEL und H. SCHUMACHER und dann ,,Verben in Feldern. Valenzwörterbuch zur Syntax und Semantik deutscher Verben" von H. SCHUMACHER.

3. Versionen der Valenztheorie

Es ist zweckmäßig, zwei Versionen der Valenztheorie bezüglich des Verbs zu unterscheiden. Die eine, die verbozentrisch genannt werden kann, wird auf den französischen Linguisten L. TESNIERE zurückgeführt. Sie wird beispielsweise von W. BONDZIO, J. ERBEN, G. HELBIG, Kl. WELKE, B.A. ABRAMOW u. a. vertreten.

Die andere Version, die auf der Subjekt-Prädikat-Beziehung aufbaut, hat keine spezifizierende Bezeichnung erhalten. Ihre Vertreter sind H. BRJNKMANN, W. FLAMIG, P. GREBE, O.I. MOSKALSKAJA u. m. a. Beide Versionen unterscheiden sich durch die Interpretation der strukturellen Beziehung zwischen dem Finitum und dem Nominativ.

In der verbozentrischen Version wird das Verbum finitum als semantisch-strukturelles Zentrum des Satzes angesehen, das als Valenzträger seine minimale Umgebung diagnosziert. Zu den Umgebungsgliedern wird auch der Nominativ gerechnet, weil er als vom Finitum abhängig bewertet wird.

In der anderen Version wird das strukturelle Verhältnis zwischen dem Finitum und dem Nominativ aus der Sicht der Subjekt-Prädikat-Beziehung beurteilt, da das Finitum und der Nominativ als typische Ausdruckmittel von Subjekt und Prädikat betrachtet werden. In der letzten Zeit wird in der traditonellen Satztheorie die Subjekt-Prädikat-Beziehung als Aufeinanderbezogenheit, als gegenseitige Zuordnung interpretiert, was der Definition dieser Satzglieder entspricht. Das verbozentrische Konzept und das Subjekt-Prädikat-Konzept betreffen aber verschiedene Bedeutungsschichten im Satzinhalt. Während im ersten Fall die Strukturen der außersprachlichen Situationen modelliert werden, geht es im zweiten Fall um das Modell der Urteilsstruktur. Deshalb kann die Subjekt-Prädikat-Beziehung innerhalb der Valenztheorie nicht benutzt werden.

4. Struktur der Valenzeigenschaften

Die Struktur der Valenzeigenschaften enthält die quantitative und die qualitative Komponente. Beide Komponenten sind sowohl bei der Aufstellung der Valenzklassen als auch bei der Beschreibung der Valenzeigenschaften einzelner Lexeme zu berücksichtigen.

4.1. Quantitative Komponente

Die quantitative Komponente, auch quantitative Valenz genannt, enthält die Information über die Anzahl der zu diagnoszierenden Umgebungsglieder, die als Aktanten (L. TESNIERE), als Mitspieler (H. BRINKMANN), als Ergänzungsbestimmungen (J. ERBEN) bezeichnet werden. Man spricht auch von Stellen oder Positionen, die vom Valenzträger in seiner Umgebung eröffnet werden. Die quantitative Komponente ist übereinzelsprachlich, da bei ihrer Erschließung von allen sprachlichen Charakteristika abgesehen wird, die zum Teil idiolingual, d. h. einzelsprachlich bedingt sind.

L.TESNIERE, der sich vornehmlich mit der quantitativen Seite der Valenz (d.h. formal-grammatischen Valenz) befaßte, stellte entsprechend der Anzahl der Aktanten folgende universale Valenzklassen der Verben auf, die fast die gesamte Menge der Verben einer Sprache erfassen:

  1. avalent (= nullstellig, nullwertig): Witterungsimpersonalia (es blitzt/ donnert/ regnet usw.);

  2. monovalentry - Iachelt, hustet usw.;

  3. bivalent:tut, schreibt etwas;

  4. trivalent j-d gibt j-m etwas.

Er hat dabei betont, daß es kein Verb mit einer hoheren Aktantenzahl gibt, da die komplexeren Fallen nach seiner Ansicht auf die einfacheren zurückgeführt werden können. Später wurde aber darauf hingewiesen, daß auch einzelne Verben mit höherer Aktantenzahl existieren: antworten, erwidern, vergelten, pachten (B.A. ABRAMOW, Ju.D. APRESJAN). Bei manchen Lexemen ist die Anzahl der Aktanten diskutabel.