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Лисак для 3 курса, Теорграмматика, лекции.doc
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2. Gliederung des Textes

Entsprechenderweise ist die Frage nach der Gliederung der Texte zu prazisieren. Es kann doch sowohl nach der Gliederung der ganzen Redewerke als auch nach derjenigen der transphrastischen Ganzheiten gefragt werden. Die Gliederungsfrage ist natürlich nur für schriftliche Texte sinnvoll oder für schriftlich fixierte gesprochene Texte. Die Gliederung des Redewerks, die man kompositorisch nennen konnte, ist von seinem Autor schon vorgegeben und hängt gewissermaßen mit dem Umfang des Redewerkes und seiner Zugehörigkeit zu einem bestimmten Funktionalstil zusammen. Ein großes Werk kann in Bände gegliedert sein. Diese Möglichkeit besteht für ein künstlerisches und für ein wissenschaftliches Werk. Z.B. besteht der Roman von W. BREDEL ,,Ein neues Kapitel" aus 3 Bänden und die ,,Deutsche Grammatik" von H. PAUL aus 5 Bänden. Ein Band gliedert sich entweder unmittelbar in Kapitel oder zunächst in Teile und erst dann in Kapitel. Ein Kapitel wird allgemein in Absatze als kleinste kompositorische Gliederungseinheiten aufgeteilt. Ein zur Sachprosa gehörender Text kann aber zunächst in Paragraphen und erst danach in Absatze gegliedert werden. Dabei ist natürlich nicht ausgeschlossen, daß Paragraphen manchmal mit Absatzen in ihrem Umfang zusammenfallen können. Ein Redewerk kleineren Umfangs, ein Mikrotext also, kann im Prinzip aus nur einem einzigen Absatz bestehen.

Die andere Gliederungsart konnte man semantisch-syntaktisch nennen. Sie ist nicht so offensichtlich wie die kompositorische. Das ist die Gliederung der kompositorischen Textteile in transphrastische Ganzheiten, die als kleinste Äußerungseinheiten, als kleinste kommunikative Einheiten angesprochen werden. In der Textgrammatik wird vor allem die Frage nach dem Verhältnis von Absatz und transphrastischer Ganzheit diskutiert. Dabei wird festgestellt, daß dieses Verhältnis dreierlei Art sein kann: 1) beide Einheiten können in ihrem Umfang zusammenfallen, vgl. L. FRIEDMANN; 2) transphrastische Ganzheit kann die Grenzen eines Absatzes überschreiten; 3) ein Absatz kann mehr als eine transphrastische Ganzheit enthalten. Manchmal werden die transphrastischen Ganzheiten selbst als unmittelbare Bestandteile eines Textes angesehen. Diese Ansicht ist jedoch nur für Texte von einem relativ kleinen Umfang zutreffend. In großen Werken aber verbinden sich transphrastische Ganzheiten doch zunächst zu verschiedenartig strukturierten großeren Komplexen, die ihrerseits zu noch großeren semantischen Einheiten zusammengefaßt werden können. Man spricht manchmal von Blocken bzw. von Verbänden solcher Komplexe. Da Sprachwerke in ihrem Umfang und in ihrer Struktur äußerst mannigfaltig sind, können nur Feststellungen sehr allgemeiner Art getroffen werden.

3. Das Problem der Textdelimitation

Im Zusammenhang mit der Gliederung der Texte bzw. ihrer Teile in transphrastische Ganzheiten wird ja durchaus berechtigt die nicht leicht zu beantwortende Frage nach der Delimitation, d.h. der gegenseitigen Abgrenzung, dieser Einheiten gestellt. O.I. MOSKALSKAJA /Moskalskaja 1983, 330/ schreibt diesbezuglich: ,,Gröβere Schwierigkeiten bietet das Problem der Textdelimitation. Es ist jedoch von erstrangiger Bedeutung, da die Delimitation sprachlicher Einheiten naturliche Vorbedingung ihrer weiteren Erforschung ist." Da als konstitutives Merkmal der transphrastischen Ganzheit ihr eigenes Mikrothema allgemein angesehen wird, gilt als sicheres Delimitationssignal innerhalb schriftlicher Texte der Wechsel des Mikrothemas. Man vertritt die Meinung, daß der Anfang einer neuen transphrastischen Ganzheit - man nennt sie leider immer wieder Text - doch deutlicher gekennzeichnet ist als das Ende einer transphrastischen Ganzheit. Deshalb wird der Anfang einer neuen transphrastischen Ganzheit als Grenzsignal empfunden.

4. Modellierbarkeit der Texte

Kurz zu behandeln ist auch die Frage nach der Modellierbarkeit der Texte. Sie wird uneinheitlich beantwortet. Ein Teil der Textologen vertritt die Ansicht, daß Texte modelliert werden können. Ein anderer Teil meint dagegen, daß Texte prinzipiell nicht modellierbar sind. Die bestehenden Meinungsverschiedenheiten ergeben sich in erster Linie aus der unkorrekten Fra-gestellung. In der vorgelegten allgemeinen Formulierung ist diese Frage eindeutig nicht zu beantworten, weil unbekannt ist, welches sprachliche Objekt mit dem Wort ,,Text" gemeint wird. Zunachst muß man folglich präzisieren, in welchem Sinne das Wort ,,Text" zu verstehen ist. Wenn diese Frage auf transphrastische Ganzheiten bezogen wird, so mufi sie negativ beantwortet werden, weil weder ihr Umfang noch ihre Struktur theoretisch vorgegeben werden können. Wenn aber nach der Modellierbarkeit der Textsorten gefragt wird, so kann diese Frage in bezug auf bestimmte Textsorten mit Einschrankung positiv beantwortet werden. Es gibt mehrere Textsorten mit mehr oder weniger normierter Struktur. Zu solchen Textsorten gehören z.B. Geschaftsbriefe, Gesuche, Patente u.a. Man konnte vielleicht auch von der Struktur der Privatbriefe sprechen, die als dreiteilig dargestellt werden konnte: Anrede, eigentliche Mitteilung, Schlußformel mit der Unterschrift. Vgl. auch Novelle.