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Лисак для 3 курса, Теорграмматика, лекции.doc
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3. Die Kategorie der Genera Verbs

Traditionell wird die Opposition des aktiven und passiven Satzes als auf der morphologischen Kategorie der Genera verbi basierend interpretiert.

In der vaterländischen Germanistik ist die von M.M. GUCHMAN vorgeschlagene Interpretation mehr oder weniger verbreitet. M.M. GUCHMAN betrachtet das Aktiv als zentrifugale Geschehensrichtung, d.h. als ein vom Subjekt als Zentrum aus ausgehendes Geschehen: Die Mutter liebt die Tochter. Das Passiv wird dagegen als zentripetale Geschehensrichtung, d. h. als ein auf das grammatische Subjekt als Satzzentrum gerichtetes Geschehen, aufgefährt: Die Tochter wird von der Mutter geliebt. Diese Interpretation ist aber nicht stichhaltig, weil die Geschehensrichtung in beiden Fallen ein und dieselbe ist, wenn man an den dargestellten Sachverhalt denkt. In dieser Interpretation werden das Bedeutungsmäβige und das Sprachliche vermischt.

Ein weiterer Interpretationsvorschlag besteht darin, daß der im Aktivsatz mitgeteilte Sachverhalt als täterbezogen, während er bei der Darstellung im Passivsatz als täterabgewandt angesehen wird.

Die Interpretation im Buch ,,Grundzüge" unterscheidet sich von der eben erwähnten nicht sosehr inhaltlich, sondern durch die verwendeten Termini. Als Unterscheidungskriterium wird hier Agensbezogenheit/ Nicht-Agensbezogenheit benutzt. Man weist darauf hin, daß ein Geschehen im Passivsatz als nicht agensbezogen gekennzeichnet wird, während die Agensbezogenheit des Geschehens im Aktivsatz eigentlich unmarkiert ist. Dabei wird das subjektive Moment in der Entscheidung betont, ob Aktiv oder Passiv zu wählen wäre. Diese Interpretation gestattet, auch das sog. subjektlose Passiv in den Bereich des Passivs durchaus motiviert einzubeziehen. Man kann noch darauf hinweisen, daß sowohl das zweigliedrige als auch das eingliedrige, d. h. subjektlose, Passiv in gleicher Weise den aktiven man-Sätzen gegenüberstehen. In beiden Fallen besteht grundsätzlich die Möglichkeit, das Agens mit Hilfe einer Präpositionalfügung anzugeben.

Vorlesung 11. Valenzeigenschaften der Deutschen Verben

    1. Allgemeines

    2. Historisches

    3. Versionen der Valenztheorie

    4. Struktur der Valenzeigenschaften

    5. Aufstellung der Valenzklassen und Beschreibung der Valenzeigenschaften einzelner Lexeme

    6. Fügungspotenzen nach W.G. ADMONI

    7. Polyvalenz nach J. Erben

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1.Allgemeines

Der Terminus VALENZ kommt in der heutigen Linguistik überwiegend in zwei folgenden Bedeutungen vor. VALENZ im weiteren Sinne des Wortes wird als Synonym für Kombinier-, Verbind- oder Verknüpfbarkeit von Elementen vor allem derselben Ebene gebraucht. Daneben wird von VALENZ phonologischer, morphologischer, syntaktischer Einheiten gesprochen. Diese Auffassung der VALENZ geht auf die Konzenption von V.P. BERKOW und L.N. SASSORINA zurück.

Unter VALENZ im engeren Sinne des Wortes wird die Fähigkeit von Bedeutungen verstanden, die auf bestimmte Weise strukturiert sind, ihre minimale semantisch-syntaktische Umgebung zu diagnoszieren, vgl.: lesen, geben, antworten. Die so aufgefaßte VALENZ ist sinngemäβ als Spezialfall der Kombinierbarkeit anzusehen.

Der Begriff der Valenz im engeren Sinne des Wortes hat sich als Synthese einiger in der Linguistik früher gewonnener Erkenntnisse herausgebildet. Als solche waren in erster Linie zu nennen:

  1. die Unterscheidung von erganzungsbedürftigen und nichterganzungsbedürftigen Wörtern (H. PAUL);

  2. die Unterscheidung von vollständigen und nichtvollständigen Begriffen (O. BEHAGEL);

  3. die Unterscheidung der Autosemantika und Synsemantika (A. MARTY);

  4. K. BUHLERs Feststellung, daß die Worter fahig sind, "Leerstellen um sich herum zu eröffnen, die von den Wortern derselben oder einer anderen Wortart besetzt werden mussen";

  5. die Rektionslehre und

  6. die Satzgliedlehre von K.-F. BECKER.

(1) und (2), (3) und (4) betreffen semantische Gegebenheiten, und (5) betrifft den morphologischen Aspekt.