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Kein Geld für Irokesen
Ein junger Arbeitsloser in Stuttgart bekommt vom Arbeitsamt kein Geld. Warum? Den Beamten dort gefällt sein Aussehen nicht.
Jeden Morgen geht Heinz Kuhlmann, 23, mit einem Ei ins Badezimmer. Er will das Ei nicht essen, er braucht es für seine Haare. Heinz trägt seine Haare ganz kurz, nur in der Mitte sind sie lang – und rot. Für eine Irokesenfigur müssen die langen mittleren Haare stehen. Dafür braucht Heinz das Ei.
«In Stuttgart habe nur ich diese Frisur», sagt Heinz. Das gefällt ihm. Das Arbeitsamt in Stuttgart hat eine andere Meinung. Heinz bekommt kein Arbeitslosengeld und keine Stellenangebote. Ein Angestellter im Arbeitsamt hat zu ihm gesagt«Machen Sie sich eine normale Frisur. Dann können Sie wiederkommen». Ein anderer Angestellter meint «Herr Kuhlmann sabotiert die Stellensuche». Aber Heinz Kuhlmann möchte arbeiten. Sein früherer Arbeitgeber, die Firma Kodak, war sehr zufrieden mit ihm. Nur die Arbeitskollegen haben Heinz das Leben schwer gemacht. Sie haben ihn immer geärgert. Deshalb hat er gekündigt.
Bis jetzt hat er keine neue Stelle gefunden. Die meisten Jobs sind nicht für ihn, das weiß er auch« Verkäufer in einer Buchhandlung, das geht nicht. Dafür bin ich nicht der richtige Typ».
Heinz will arbeiten, aber Punk will er auch bleiben. Gegen das Arbeitsamt führt er jetzt einen Prozess. Sein Rechtsanwalt meint«Auch ein arbeitsloser Punk muss Geld vom Arbeitsamt bekommen». Heinz Kuhlmann lebt jetzt von ein paar Euro. Die gibt ihm sein Vater.
Übung 26. Finden Sie die Entscheidung des Arbeitsamtes richtig? Da sind einige Meinungen. Nehmen Sie Stellung zu diesen Aussagen.
1. Das Arbeitsamt hat Recht. Wer will denn einen Punk haben? Kein Arbeitgeber will das! Die Frisur ist doch verrückt! 2. Da bin ich anderer Meinung. Nicht das Aussehen von Harald ist wichtig, sondern seine Leistung. Sein alter Arbeitgeber war mit ihm sehr zufrieden. Das Arbeitsamt darf sein Aussehen nicht kritisieren. 3. Das stimmt, aber er hat selbst gekündigt. Es war sein Fehler. 4. Sicher, er hat selbst gekündigt, aber warum ist das ein Fehler? Er möchte ja wieder arbeiten. Er findet nur keine Stelle. Das Arbeitsamt muss also zahlen. 5. Das finde ich nicht. Der will doch nicht arbeiten. Das sagt er nur. Sonst bekommt er doch vom Arbeitsamt kein Geld. Da bin ich ganz sicher. 6. Wie können Sie denn das wissen? Kennen Sie ihn denn? Sicher, er sieht ja vielleicht verrückt aus, aber Sie können doch nicht sagen, er will nicht arbeiten! Ich glaube, er lügt nicht. Er möchte wirklich arbeiten. 7. Arbeiten oder nicht, das ist mir egal. Meinetwegen kann er so verrückt aussehen. Das ist mir gleich. Das ist seine Sache. Dann darf er aber kein Geld vom Arbeitsamt verlangen. Ich finde, das geht dann nicht.
Übung 27. Und wie ist Ihre Position? Suchen Sie die Argumente«Pro» - «Contra». Was würden Sie tun, wären Sie an der Stelle der Beamten des Arbeitsamtes? Was würden Sie tun, wären Sie an der Stelle von Heinz? Was würden Sie tun, wären Sie an der Stelle der Mitarbeiter von Heinz?
Übung 28. Sprechen wir über die Situation in den Schulen. Da sind einige Meinungen über die Schule. Wie finden Sie diese?
1. Hier verkümmert das Genie. 2. Die ersten dreizehn Jahre in der Schule sind die schlimmsten. 3. Was die Lehrer nicht verdauen, das essen die Schüler. (K. Klaus) 4. Wenn alles schläft, und einer spricht, den Zustand nennt man Unterricht. 5. Was ich nicht weiß, muss ich abschreiben. 6. Wer etwas kann, tut es, wer nichts kann, unterrichtet.
Übung 29. Und was bedeutet die Schule für Sie? Lesen Sie den Text über einen Fall aus dem Schulleben.
