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Der Blutdruck steuert unseren Stoffwechsel
Entscheidend für den Stoffaustausch in den Kapillaren sind die Druckverhältnisse, die bestimmen, ob Flüssigkeit und Nährstoffe in das umliegende Gewebe ausströmen oder Abfallprodukte mit der Flüssigkeit in das Gefäßsystem zurückströmen.
Die großen Arterien des Körperkreislaufs gehören zum sogenannten Hochdrucksystem. Sie brauchen viel Druck, um das Blut im Körper verteilen zu können. Die relativ dicke Muskelschicht in den Gefäßwänden der Arterien bestimmt über ihre An- und Entspannung die Durchblutung der versorgten Organe.
In den Venen herrscht ein niedrigerer Druck als in den Arterien. Sie bilden das Niederdrucksystem unseres Körpers. Ihre Wände sind dünner und haben nur eine dünne Muskelschicht. Um einen Rückfluss des Blutes zu vermeiden, besitzen die Venen ein Klappensystem.
Unterstützt werden die sogenannten Taschenklappen der Venen von der Skelettmuskulatur, die sie umgibt. So unterstützt zum Beispiel die Wadenmuskulatur den Rückfluss des Blutes aus den Unterschenkelvenen ins rechte Herz. Beim Laufen oder Gehen wird die Muskulatur angespannt. Dadurch zieht sich der Muskel zusammen, drückt auf die Vene und presst das Blut Richtung Herz. Wenn wir uns bewegen und unsere Muskelpumpe arbeitet, ist der Rückfluss zum Herzen am größten. Eine gut trainierte Muskulatur beeinflusst also maßgeblich unseren Stoffwechsel.
Unser Herz ist ein Muskel
Wie jeder Muskel ist auch unser Herz auf Belastungsreize angewiesen, damit es funktioniert. Als sogenannter Hohlmuskel setzt sich das Herz aus vier verschiedenen Innenräumen zusammen. Jede Herzhälfte hat je einen muskelarmen Vorhof (Atrium), der das Blut aus der Lunge sammelt, und eine Kammer (Ventrikel), deren Wände stärker mit Herzmuskelgewebe ausgestattet sind, damit sie die nötige Kraft haben, das Blut in den Lungen- und insbesondere den Körperkreislauf zu pressen.
Die Eingänge der beiden Herzkammern führen das Blut von den kleinen Vorhöfen in die größeren Herzkammern. Die Ausgänge geben das Blut weiter in die beiden größten Schlagadern des menschlichen Körpers, die Aorta und den Lungenstamm (Truncus pulmonalis). An diesen Stellen sitzen die Herzklappen, welche die wichtige Aufgabe haben, den Blutstrom in nur eine Richtung zuzulassen.
Jeder Muskel braucht Training
Wenn unser Herzmuskel nicht ausreichend belastet wird, schrumpft er und unser Körper kann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden.
Gleichzeitig lahmt durch den fehlenden Gefäßdruck der Stoffaustausch in den Kapillaren. Es fehlt die rückwirkende Kraft des Venensystems und des rechten Herzens, um die Endprodukte des Stoffwechsels abtransportieren zu können.
http://sprechstunde.gesundheit.spiegel.de/gesund-leben/sport-und-bewegung/herz-kreislauf-system
Herz-Kreislauf-Training
Das Herz ist ein Muskel, der trainiert werden muss, um lange leistungsfähig zu bleiben. Bewegungsmangel ist ein Risikofaktor für Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Herzinfarkt oder Arteriosklerose. Ausdauersport oder körperliche Aktivität im Alltag halten das Herz-Kreislauf-System fit.
Während sich Lebensverhältnisse und Arbeitswelt des Menschen grundlegend verändert haben, sind seine Gene immer noch die eines Jägers und Sammlers aus der Steinzeit. Damals vollbrachten die Menschen täglich körperliche Höchstleistungen bei der Nahrungssuche, jagten wilden Tieren nach und bauten Unterkünfte. Heutzutage leidet der Mensch unter krankmachender körperlicher Unterforderung.
Damit das Herz-Kreislauf-System leistungsfähig bleibt, braucht es regelmäßige Belastungsreize. Ohne dieses Training kann es seine Aufgabe, den Körper mit allen lebenswichtigen Stoffen zu versorgen, nicht erfüllen.
Die Folgen von Bewegungsmangel sind vor allem Bluthochdruck,Fettleibigkeit, Zuckerkrankheit und chronische Rückenschmerzen.
Dabei müssen nicht einmal anstrengende sportliche Aktivitäten absolviert werden, um positive Auswirkungen auf den Körper spüren zu können. Bereits einfache Belastungen, wie zügiges Gehen, Treppensteigen oder Fahrradfahren, trainieren das Herz-Kreislauf-System.
