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Мое учебное пособие Wirtschaftsdeutsch.docx
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Text 2. Die Börse

Die Börse entwickelte sich aus früheren Messen und Märkten; erste Börsen in Deutschland entstanden zu Ende des 16. Jahrhunderts. Die Börse ist ein besonderer Markt. Hier treffen sich Anbieter und Nachfrager zusammen, um Wertpapiere, Waren oder Devisen zu handeln, die in der Börse selbst gar nicht verfügbar sind.

Bei Warenbörsen wird zwischen Produktenbörsen und Warenterminbörsen unterschieden. Produktenbörsen dienen dem Handel von Waren, insbesondere von landwirtschaftlichen Produkten, die sofort geliefert werden sollen. Bei Warenterminbörsen werden Verträge abgeschlossen, die nicht sofort, sondern zu einem späteren Termin erfüllt werden müssen.

Handelsobjekte der Devisenbörse sind Devisen, also auf fremde Währung laufende Forderungen.

Auf der Effekten- oder Wertpapierbörse werden zum Börsenhandel zugelassene Kapitalwertpapiere, insbesondere Aktien gehandelt.

Die Geschäfte an der Börse selbst werden von Maklern ausgeführt. Ein großer Teil der Aufträge wird allerdings bereits elektronisch abgewickelt.

Der Preis, der sich an der Börse für die gehandelten Waren oder Werte bildet, ergibt sich ausschließlich aus den Forderungen der Anbieter und den Vorstellungen der Nachfrager.

Der Kurs ist eine Momentaufnahme und ein Richtwert für künftige Geschäfte. Bei der Erstnotierung der Aktie an der Börse gab es einen „Ausgabekurs“. Von dem ausgehend hat jedes weitere Geschäft den Kurs verändert, sei es nach oben oder nach unten.

Die Börse wird als Veranstaltung von einem Börsenträger errichtet, der für die ordnungsgemäße Abhaltung und Durchführung sorgt. Solche Börsenträger sind z.B. Industrie- und Handelskammern oder Börsenvereine. Nur ein ganz enger Personenkreis ist jeweils berechtigt, Geschäfte an der Börse abzuwickeln. Die größte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit genießen die Wertpapierbörsen, deren Aktivität täglich in Funk und Fernsehen übertragen und in vielen Tageszeitungen dargestellt wird.

Damit es an der Börse nicht drunter und drüber geht, wird das Treiben auf dem Börsenparkett kontrolliert. Verantwortlich dafür sind die sogenannten Börsenaufsichten. In Deutschland übernehmen diese Aufgabe die Finanz- oder Wirtschaftsministerien der Länder. Die Börsenaufsicht sorgt dafür, dass sich Börse und Teilnehmer an die Vorschriften halten. Bei Verstößen von Handelsteilnehmern oder Emittenten gegen börsenrechtliche Vorschriften leitet die Börsenaufsichtsbehörde Sanktionsverfahren ein. Darüber hinaus kann sie in bestimmten Fällen selbst Bußgelder verhängen.

Es kann große Krisen – sogenannte Crashs – in der Börsenwelt geben. Ein solcher Crash betrifft meist nicht nur eine Börse bzw. ein Land, sondern gleich einen großen Teil der Börsenwelt. In so einer Phase funktioniert der Börsenmarkt dann nicht mehr. Verkäufer finden keinen Käufer mehr, der Preis für die Aktien geht rapide runter, Kurse brechen ein.

Ursachen von Börsencrashs sind oft Spekulationsblasen. Hier kaufen immer mehr Anleger das Spekulationsobjekt, z.B. die Aktie eines Unternehmens und treiben somit den Preis dieser Aktie in die Höhe. Für den raschen Verkauf und die fehlenden Käufer können Meldungen, Befürchtungen oder existierende Tatsachen der Anlass sein, die Nervosität auslösen bzw. verstärken.

In Deutschland gibt es eigentlich nicht Börse, sondern so genannte Börsenplätze, die in verschiedenen Städten oder sogar virtuell angesiedelt sind. Die größte deutsche Börse ist die Frankfurter Wertpapierbörse.