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zareckaya_e_v_nemeckii_yazyk_teoreticheskaya_fo...doc
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8.7. Die Klangfarbe

Unter K l a n g f a r b e versteht man spezifische Färbung der Stimme, die durch die Obertöne verursacht wird. Modifikationen der Obertöne entstehen durch unterschiedliche Spannung der Sprechmuskeln: Sind die Muskeln stark gespannt, ist die Stimme kalt, unpersönlich. Mindert sich die Spannung, wo bekommt die Stimme eine warme, zärtliche Note.

Man muss betonen, dass die Klangfarbe nicht hundertprozentig zu den prosodischen, suprasegmentalen Eigenschaften der Rede gehört, denn ihre Wurzeln liegen in der segmentalen Ebene, in der Formantenstruktur der Laute. Die Formanten jedoch, die für die Klangfarbe zuständig sind, gehören nicht zu den Hauptbestandteilen des Lautes, sondern liegen in deren oberem Bereich, über den Lautformanten (deshalb werden sie auch Obertöne genannt). Sie ändern sich bei der Veränderung der Muskelspannung und modifizieren leicht die Laute. Da die Klangfarbe aber nicht nur die einzelnen Laute, sondern ganze Texte färbt, kann sie unter den suprasegmentalen Eigenschaften der Rede behandelt werden.

Die Klangfarbe dient in der Sprache zum:

  • Markieren von offiziellen/inoffiziellen Beziehungen,

  • Ausdruck von Gefühlen und

  • subjektiver Modalität (Nachdruck, Bitte, Distanz zum Sprecher usw.).

Sie ändert sich meist automatisch, wir merken das gar nicht und können den Prozess schlecht steuern. Nur wenige Künstler können die Stimmen der anderen Menschen kopieren, indem sie bewusst die Muskelspannung ihrer Sprechorgane und die Resonanzräume verändern.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Sprache über eine reiche Palette von suprasegmentalen Ausdrucksmitteln verfügt, die jedem von uns beim Sprechen zur Verfügung stehen und die bei ihrem richtigen Einsatz wesentlich die Wirkung unserer Rede erhöhen können.

9. Phonostilistik

9.1. Begriff der Phonostilistik

9 .2. Phonetischer Stil

9.3. Klassifikationsprinzipien der phonetischen Stile

9.4. Phonostilistische Mittel

9.4.1. Das Ausdruckspotential der Stimme

9.4.2. Spezifische Mittel der Klangstilistik

9.1. Begriff der Phonostilistik

Als P h o n o s t i l i s t i k bezeichnet man die Verwendung der lautlichen Mittel zu stilistischen Zwecken – zur Erhöhung der Ausdruckskraft der Rede (E. Riesel, E. Schendels). Den Hauptinhalt tragen in dem Text die Wörter, doch es gibt auf grammatischer und phonetischer Ebene Mittel, die die Wirkung des Wortes verstärken. Die Phonostilistik befasst sich mit dem Ausdruckspotential der phonetischen Mittel und wird deshalb auch Laut- oder Klangstilistik genannt. Ihr Gegenstand sind phonetische Mittel, die die Wirkung des Wortes ergänzen und verstärken.

9.2. Phonetischer Stil

Der Hauptbegriff der Phonostilistik ist der p h o n e t i s c h e S t i l – Gesamtheit von phonetischen Merkmalen, die mehrere Texte kennzeichnen, die unter gleichen Umständen, in ähnlichen Situationen entstehen (S.M. Gaidučik).

Aus unseren Lebenserfahrungen wissen wir, dass in verschiedenen Lebenssituationen anders gesprochen wird: Eine Grabrede klingt anders als ein Trinkspruch bei der Hochzeit. Für ein Beileid suchen wir nicht nur andere Worte, sondern auch einen anderen Ton als für einen Glückwunsch zum Geburtstag. Die Situation bestimmt die Wahl der entsprechenden Sprachmittel. Die Gesamtheit von außersprachlichen Faktoren, die die Auswahl von Sprachmitteln bestimmen, bezeichnete Ch. Bally als Sprechsituation oder Redesituation. Dazu gehören:

  • Gegenstand der Rede,

  • Zweck des Sprechens,

  • Beziehungen zwischen den Partnern (offiziell oder inoffiziell),

  • Grad der Vorbereitung des Textes,

  • psychischer Zustand des Sprechers (ist er zufrieden, verärgert, gereizt, nervös, sicher usw.),

  • Bildungsniveau des Sprechers,

  • äußere Umstände des Sprechaktes (Zahl der Hörer, Raumgröße usw.).

Alle diese Faktoren beeinflussen mehr oder weniger sowohl die Wortwahl, als auch den Klang der Stimme: Wir sprechen in jeder Situation lauter oder leiser, langsamer oder schneller, artikulieren deutlicher oder lässiger, betonen mehr oder weniger Wörter. Das alles erhöht oder mindert die Ausdruckskraft unserer Rede, gehört deshalb zu der Phonostilistik.

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