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Text 13. Mörtelbereitung

In den vorstehenden Tabellen sind die Mischungsverhältnisse der Mauer und Putzmörtel in Raumteilen angegeben. Diese Angaben sind so gewählt, daß der Bindemittelgehalt ausreicht, um alle Sandkörner zu umhüllen und fest zu verbinden. Der Sandanteil kann in den angegebenen Grenzen verändert werden. Beim Mischen von Hand ist ein geringerer Sandanteil zu wählen, bei der wirksameren Maschinenmischung kann mehr Sand zugesetzt werden.

Beim Anmachen der trockenen Mörtelbestandteile mit Wasser tritt eine Volumenverminderung ein, da die Feinteile des Bindemittels und des Zuschlags in die Hohlräume zwischen den Zuschlagkörnern geschwemmt werden. Dies muß bei Berechnung der erforderlichen Zuschlag- und Bindemittelmengen berücksichtigt werden. Die Wassermenge muß so dosiert werden, daß der Mörtel gut verarbeitbar ist.

Die Volumenverminderung ist in erster Linie vom Hohlraumgehalt des Sandes abhängig. Dieser ist bei feuchtem Sand großer als bei trockenem. Bei baufeuchtem Sand (3% Wassergehalt) kann im all­gemeinen mit einem Mörtelfaktor von 1,6 gerechnet werden, das heißt für ein bestimmtes Mörtelvolumen wird das 1,6fache Volumen an Sand und Bindemittel benötigt. Bei trockenem Sand ist die Mörtelausbeute größer, hier kann von einem Mörtelfaktor von 1,4 ausgegangen werden.

Das Zumessen der Bestandteile nach Raumteilen muß mit geeigneten Meßgefäßen erfolgen. Bei Mischmaschinen mit Aufgabekübel werden in diesem Meßmarken angebracht, die die für einen Sack Bindemittel erforderliche Sandmenge angeben. Die Zugabe des Sandes mit der Schaufel ist zu ungenau, weil die Schaufelfüllung je nach Feuchtigkeitsgrad des Sandes sehr unterschiedlich ausfällt.

Die Mörtelbestandteile müssen sorgfältig vermischt werden, da der Bindemittelbrei möglichst alle Sandkörner dicht umhüllen soll, Dies wird durch eine gleichmäßige Färbung der Mischung angezeigt. Nur bei sehr kleinen Mengen wird Mörtel von Hand gemischt. Zur portionsweisen Herstellung größerer Mörtelmengen werden Trom­melmischer, Tellermischer oder Trogmischer eingesetzt. In Trommelmischern werden die Mörtelbestandteile in einer rotierenden Trommel durcheinander geworfen und vermischt. Trogmischer und Tellermischer enthalten rotierende Schaufeln und erreichen so eine besonders intensive Vermischung. Große Mengen insbesondere von Putzmörtel werden in Stetigmischern erzeugt, in denen ein rotierendes Mischwerk die Bestandteile fortlaufend mischt.

Kalkmörtel werden heute in der Regel mit pulverförmigem gelöschtem Baukalk (Kalkhydrat) hergestellt. Bei trockenem Sand können Kalkpulver und Sand vermischt und dann erst mit Wasser versetzt werden. Bei feuchtem Sand bildet das trocken zugesetzte Bindemittel Klumpen. Hier empfiehlt sich deshalb den Kalk zuerst mit Wasser anzumachen und dann den entstandenen Kalkteig mit dem Sand zu mischen.

Kalkzementmörtel wird wie Kalkmörtel hergestellt, die pulverförmigen Bindemittel werden vorher gemischt. Bei hydraulisch erhärtenden Mörteln ist zu beachten, daß diese Mörtel rasch erstarren. Bis zu diesem Zeitpunkt nicht verarbeiteter Mörtel wird unbrauchbar. Zementmörtel werden meist trocken gemischt und dann mit Wasser versetzt. Gipsmörtel werden hergestellt, indem in das genau abgemessene Anmachwasser der Gips eingestreut und nach kurzem Ziehenlassen verrührt wird. Gips und Anhydrit dürfen nur mit Luftkalk auf keinen Fall dagegen mit hydraulischen Bindemitteln (Zement) verarbeitet werden. Dies wurde zu Treiberscheinungen und Festigkeitsverlust führen.

Frische Mörtel sind Laugen oder Sauren. Sie können Verätzungen und Hautkrankheiten verursachen. Deshalb ist Hautkontakt möglichst zu vermeiden; bei Mortelspritzarbeiten ist unbedingt eine Schutzbrille zu tragen!

Da sorgfältiges Mischen bei Baustellenmörtel vor allem bei kleineren Mengen oft unverhältmsmäßigen Aufwand erfordert, werden heute vielfach Werkmörtel verwendet. Werkmörtel werden als Trockenmörtel, Vormörtel und Fnschmörtel geliefert. Trockenmortel sind trocken vorgemischte Mörtel. Sie werden in Säcken oder lose zur Aufbewahrung in Silos angeliefert. Trotz relativ hoher Kosten sind Trockenmörtel sehr beliebt. Es gibt sie in allen Mörtelgruppen. Da nur noch Wasser zugesetzt werden muß, gibt es beim Anmachen kaum Probleme. Vormörtel sind vorgemischt, müssen aber auf der Baustelle durch Zugabe von zusätzlichem Wasser und gegebenenfalls Bindemittel verarbeitbar gemacht werden. Fertigmörtel wird in Werken besonders intensiv und gleichmäßig gemischt und verbrauchsfertig angemacht auf die Baustelle geliefert. Durch Zusatzmittel (Verzögerer) können sie bis zu 30 Stunden lang verarbeitet werden.

(Batran. Grundwissen Bau.)