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Методичка_Arbeit und Beruf.Umweltschutz_ 2й сем...doc
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01.07.2025
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IV. Ökologische Katastrophen

1. Lesen Sie den Text. Suchen Sie im Text Informationen über das Waldsterben, seine Ursachen, die Reaktion der Politiker! Erklären Sie den Titel des Textes (das ist ein ökologischer Terminus).

Waldsterben

Der Begriff „Ökologische Katastrophe“ ist in unserer Zeit allgemein verständlich geworden. Zu einer Katastrophe kommt es aber nicht sofort. Negative Auswirkungen der menschlicher Tätigkeit sind zuerst nicht bemerkbar, dann werden sie sichtbar, aber scheinen unwichtig zu sein. Dann ist die Natur plötzlich nicht imstande, diese Auswirkungen auszugleichen. Eine ökologische Katastrophe passiert.

Europa steht vor der größten Umweltkatastrophe seiner Geschichte: der Wald stirbt. Bäume sind durch menschliche Aktivitäten schon immer geschädigt worden. Neu in unserer Zeit ist das Ausmaß, mit dem diese Schäden auftreten, so dass allgemein vom „Waldsterben“ gesprochen wird. Mehrere hunderttausend Hektar Wald sind in der Bundesrepublik bereits krank. Jedes Jahr vermehren sich die Schäden, jedes Jahr findet man mehr Bäume, die schon völlig abgestorben sind. 24 Prozent der Waldbäume sind geschädigt, und nur ein Drittel der Bäume weist noch keine Schäden auf. In einigen Teilen des Schwarzwaldes sind nur noch 10% der Bäume gesund.

Die Deutschen haben eine besondere Beziehung zu ihrem Wald, für die es vielfältige historische und mythologische Wurzeln gibt.

Ein großer Teil des heutigen Waldsterbens Deutschlands geht auf die umfangreiche Wiederaufforschung vor etwa 200 Jahren zurück, die nach dem enormen Holzverbrauch der beginnenden Industrialisierung nötig wurde. Vor dem Beginn des Kohleabbaus war Holz der einzige Brennstoff. Bei dem Wald, wie wir ihn heute kennen, handelt es sich also nicht um urwüchsige Natur, sondern überwiegend um kultivierten Nutzwald.

In den Industrieregionen war bereits vor über zwei Jahrhunderten bekannt, dass industrielle Emissionen die Pflanzenwelt in der Umgebung einer Fabrik schädigen. Nun wurden auch Schäden in weit entfernten, nicht industriellen Gebieten beobachtet: mit der zunehmender Höhe der Schlöte waren die Abgase in immer höhere Luftschichten und damit abgelegene Gegenden gelangt.

Eine zweite Ursache für das Waldsterben sind die Autoabgase. Dieses Problem ist besonders heikel, weil die gesamte Gesellschaft und Volkswirtschaft vom Auto abhängig sind. Die Automobilindustrie ist eine der tragenden Säulen des Wirtschaftssystems Deutschlands. Nirgendwo so deutlich wie beim Auto zeigt sich die Kehrseite der Medaille vom „Wohlstand für alle“.

Die Ursachen des Waldsterbens sind vielfältig und bis heute nicht vollständig erforscht. Aber mit großer Wahrscheinlichkeit ist die Hauptursache des Waldsterbens die Verschmutzung der Luft, vor allem die Verschmutzung durch Schwefeldioxid und Stickstoffoxide aus der Verbrennung von fossilen Energieträgern und aus dem motorisierten Verkehr. Besonders die Mischung beider Stoffe scheint ein gefährliches Pflanzengift zu sein.

Schwefeldioxid und Stickstoffoxide lösen sich im Regenwasser und bilden Schwefel- und Salpetersäure, der Chloranteil chlorierter Kohlenwasserstoffe wird zur Salzsäure. Der „saure Regen“ stört die Blattfunktionen der Bäume. Er gelangt in den Boden und schädigt dort auch die Wurzeln der Bäume. Dabei werden noch giftige Metalle im Boden freigesetzt.

Die aktuelle Schadenslage ist besorgniserregend: 1987 wurden in der Bundesrepublik von insgesamt 7,4 Millionen Hektar Wald 3,86 Millionen Hektar mit geschädigten Baumbeständen registriert. Die Tanne war mit 79% immer noch die am meisten geschädigte Baumart, gefolgt von Buche (66%), Eiche (65%) und Fichte (49%). Trotz günstiger Witterungsbedingungen in vier aufeinander folgenden Jahren regenerierten sich die geschädigten Wälder nur sehr begrenzt, so dass die Gefahr besteht, dass einzelne Baumarten aussterben werden. Dieser Aspekt führte in der Bundesrepublik zur Anlage von Genbanken zur Erhaltung zumindest der Samenbestände der noch existierenden Baumarten.

Der Volkswirtschaftliche Verlust aufgrund des Walssterbens wurde für die alten Bundesländer bis zum Jahr 2060 auf über 200 Milliarden DM geschätzt. Schadenbegrenzende Maßnahmen wie z.B. Kalkungen, um der Bodenversauerung entgegenzuwirken, haben kaum Erfolg gehabt. Um gesunde Waldstrukturen wiederherzustellen, muss man die Luftschadstoffemissionen begrenzen, noch nur in Deutschland, sondern europaweit.

Die Gefahr der Luftverschmutzung ist ein internationales Problem. Saurer Regen fällt auch dort an, wo es weder Kraftwerke noch regen Straßenverkehr gibt. 50% der Schadstoffe, die in der Bundesrepublik anfallen, kommen aus den Nachbarländern Frankreich, Belgien und Tschechien, aber auch die Bundesrepublik exportiert etwa 50% ihrer Produktion an Schadstoffen.

Es hat sehr lange gedauert, bis die Politiker aktiv wurden. Jetzt ist es fast zu spät. Denn jede Maßnahme zur Verringerung der Schadstoffe in der Luft wirkt erst nach einigen Jahren.

Diese Maßnahmen sind teuer, sie sind aber dringend nötig. In erster Linie muss folgendes unternommen werden:

  1. Alle Kohlekraftwerke müssen mit Filteranlagen ausgestattet werden. In den Filteranlagen werden die Schadstoffe ausgewaschen.

  2. Fossile Energieträger müssen allmählich durch regenerative bzw. alternative ersetzt werden. Die Atomenergie wird wahrscheinlich trotz aller Risiken die wichtigste Rolle spielen.

  3. Alle Staaten Europas müssen die gleichen Maßnahmen treffen.