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01.07.2025
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Lästige Einkäufe erledigen zwei clevere Jura-Studenten

Jörg Wolffund Darius Zajk entdeckten eine Marktlücke

Von Carlo Rosenkranz

Fast jeder kennt die Situation: Man kommt am Abend erschöpft von der Arbeit nach Hause, blickt leeren Magens in einen ebensolchen Kühlschrank und das Toilettenpapier geht auch zur Neige. Man erschrickt beim Gedanken an den Weg zum Supermarkt, der ohnehin gleich schließt. Wäre es jetzt nicht schön, wenn es an der Tür klingelte und ein junger Mann lieferte die zuvor bestellten Waren bis in die Wohnung?

Seit einigen Wochen müssen Mainzer von solch paradiesischen Zuständen nicht länger nur träumen. Die Jura-Studenten Jörg Wolff und Darius Zajk haben im Februar unter dem Namen „J.D's Einkaufsservice" ein Dienstleistungsunternehmen gegründet. „Die Idee dazu hatte ich schon während meines Zivildienstes, als ich für alte Leute das Essen gebracht und Einkäufe erledigt habe", erklärt der 22 Jahre alte Jörg. Auch im Bekanntenkreis stieß er immer wieder auf Menschen, die neben Beruf und Familie kaum Zeit für die täglichen Besorgungen fanden.

Als der gebürtige Stuttgarter dann mit seinem Kommilitonen und Freund Darius zusammen eine Wohngemeinschaft in der Altstadt gründete, um „uninah" zu wohnen, nahm die Idee wieder konkrete Formen an. Flugs ließ man sich beim Gewerbeamt als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) eintragen und begann, den Service publik zu machen. 3000 Flugblätter verteilten die beiden: „Wir kaufen für Sie ein.“

Seither haben die Profi-„Shopper“ eine Handvoll Stammkunden. Ihre Bestellungen erreichen sie per Fax oder Telefon. Meist werden die zwei auf Großeinkäufe geschickt. „Katzenstreu und -futter, ein Kasten Cola“, zitiert Jörg aus der Bestellung einer Kundin. „Unsere Kunden sehen uns unheimlich gerne Getränkekisten die Treppen hoch schleppen“, lacht Darius. Bezahlt wird die Mühe mit 15 Prozent vom Einkaufswert oder 8 Euro, wenn der Gesamtbetrag unter 50 Euro liegt.

Die weitere Ausdehnung geht nur langsam voran. „Die Leute halten das prinzipiell für eine tolle Idee, aber das Misstrauen ist groß“, fasst Darius die Reaktionen zusammen. Neue Kunden kämen meist auf Empfehlung derer, die mit „J.D's“ bereits Erfahrung hätten. Die Wünsche der Kunden zielgenau zu befriedigen sei wichtige Grundlage für das Vertrauen.

Dass der Service nicht nur für Alte und Gebrechliche interessant sei, unterstreicht die 23-jährige Antje Tomscheit: „Unter der Woche haben mein Freund und ich neben der Arbeit kaum Zeit einzukaufen.“ Außerdem wohnt Antje Tomscheit im fünften Stock. Ohne Aufzug. Für fast 100 Euro ließ sie gleich beim ersten Mal einkaufen. Und: „Die haben genau das gebracht, was ich wollte. Nur ein Artikel war ausverkauft, so dass sie eine andere Marke genommen haben.“ Etwa 13 Euro hat das Einkaufen lassen gekostet. „Das lohnt sich“, urteilt die neue Kundin. „Sonst gehe ich in der Mittagspause zum teuren Laden um die Ecke oder mein Freund und ich holen etwas doppelt.“ Außerdem spare man Spritkosten und Zeit.

(Mainzer Allgemeine Zeitung)