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Horst Köhler - der neue Bundespräsident

Horst Köhler wurde am 23. Mai von der Bundesversammlung neuen Bundespräsidenten gewählt. Der Kandidat von CDU/CSU und FDP setzte sich gegen die von SPD und Bündnis 90/Die Grünen nominierte Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan durch. Die Bundesversammlung ist ein Verfassungsorgan, das nur zur Wahl des Bundespräsidenten zusammentritt. Sie besteht aus den Abgeordneten des Bundestages und einer gleichen Anzahl von Mitgliedern, die von den Volksvertretungen der Länder ge­wählt werden.

Köhler wird Nachfolger von Johannes Rau als Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Der deutsche Bundespräsident hat weitgehend repräsentative Aufgaben. Er ist über die Parteigrenzen hinweg als ausgleichende neutrale Kraft dazu aufgerufen, in zentralen politischen und gesellschaftlichen Fragen persönlich Stellung zu beziehen. Die Kraft der Rede ist die schärfste und wirkungsvollste "Waffe" des Präsidenten. Horst Köhler stammt aus einfachen Verhältnissen. Er wurde am 22. Februar 1943 in Skierbieszow/Polen geboren. Noch im gleichen Jahr floh die Familie zunächst in den Osten Deutschlands, zehn Jahre später nach Westdeutschland. In Tübingen studierte Köhler Volkswirtschaft und Politik, anschliessend schlug er die Beamtenlaufbahn ein. Als Staatssekretär im Bundesfinanzministerium (1990-1993) galt er als einer wichtigster Unterhändler bei den Verhandlungen über den Maastricht-Vertrag. Nach zwei Jahren an der Spitze der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London übernahm er Mitte 2000 die Leitung des Internationalen Währungsfonds in Washington. Horst Köh­ler gilt als bescheiden und aufgrund sei­ner Auslandserfahrung als weltgewandt und globalisierungserfahren. In seiner fünfjährigen Amtszeit will er die Re­formprozesse vorantreiben. "Wir brauchen eine Aufbruchstimmung", sagt er: "Wir brauchen eine wirklich tiefgehende, breite Erneuerung Deutschlands."

Die Bundespräsidenten:

1949-1959- Theodor Heuss

1959-1969- Heinrich Lübke

1969-1974- Gustav W. Heinemann

1974-1979- Walter Scheel

1979-1984- Karl Carstens

1984-1994- Richard V. Weizsäcker

1994-1999- Roman Herzog

1999-2004- Johannes Rau

2004- Horst Köhler

die Bundesversammlung – федералдық жиналыс, федеральное собрание

sich durchsetzen – жеңу, жеңіске жету, побеждать

die Verfassung – ата заң, конституция

die Wahl – сайлау, выборы

der Abgeordnete – халық қалаулысы, депутат

die Anzahl – сан, число

der Nachfolger – ізбасар, последователь

der Staatsoberhaupt – мемлекет басшысы, глава государства

repräsentativ – беделді, абыройлы, авторитетный

der Vertrag – келісім шарт, договор

der Unterhändler – делдал, посредник (при переговорах)

die Verhandlung – келіссөз, переговоры

der Wiederaufbau – қалпына келтіру, восстановление

an der Spitze – басшылығында, во главе

die Währung – валюта

bescheiden – сыпайы, қарапайым, скромный

die Erneuerung – жаңару, обновление

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