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VI. Das Kernwaffentestgelände Semipalatinsk

Im Gebiet Semipalatinsk begann 1946 die Errichtung eines geheimen Militärobjekts, wo die Sowjets 1949 bis 1989 ihre nuklearen Waffen gegen den westlichen «Klassenfeind» entwickelten und testeten. lnnerhalb dieser 40 Jahre fanden auf dem «Poligon» 470 Explosionen, 124 davon in der Atmospäre statt. Am 29. August 1949 wurden hier die erste sowjetische Atombombe und am 12. August 1953 die welterste Wasserstoffbombe gezündet. In Kasachstan wurden insgesamt 18 Mio. Hektar für nukleare, biologische und chemische Tests genutzt.

Die Folgen dieser Experimente sind erhöhte Kindersterblichkeit, mentale Schäden und angeborene Missbildungen bei Kindern, Immunschwäche, Hautkrankheiten, Krebs. Nach Angaben von Experten wurden die Menschen im Umkreis bis zu 200 km um das Testgelände sowie in der Stadt Semipalatinsk mit einer Dosis von 100-200 rem verstrahlt. Diese Werte sollen die von Tschernobyl sogar übersteigen.

Das Ausmass der ökologischen Katastrophe im Gebiet Semipalatinsk wurde von sowjetischen Behörden im Zusammenhang mit den Kernwaffentests bis 1989 geheimgehalten. Erst im Februar 1989 erhob der kasachische Dichter Olshas Suleimenow im Fernsehen einen Protest gegen die Regierung, er klagte die Machthaber im Kreml an, die vier Jahrzehnte lang einen «Atomkrieg gegen das Volk» geführt hatten. Auf Suleimenows Initiative entstand in Kasachstan die erste unabhängige demokratische Bewegung «Nevada-Semipalatinsk», die das Ziel hatte, die «Zwillingstestgelände» der beiden Supermächte UdSSR und USA zu schliessen.

Im August 1991 wurde das Kernwaffentestgelände Semipalatinsk durch einen Erlass des kasachischen Präsidenten Nasarbajew endlich geschlossen.

Beantworten Sie die Fragen! Benutzen Sie dabei passende Adjektive.

l. Welche Experimente machten die Sowjets an den Menschen?

2. Welche Katastrophenzone wurde aus Semipalatinsk gemacht?

3. Welche Bewegung gründete der bekannte kasachische Dichter Olshas Suleimenow?

VII. Der «kosmische Bahnhof» Baikonur

Der «Kosmische Bahnhof» Baikonur im kasachischen Gebiet Dsheskasgan ist international bekannt. Am 4. Oktober 1957 startete hier der erste künstliche Erdsatellit «Sputnik» und am 12. April 1961 flog Juri Gagarin als erster Mensch in seinem Raumschiff «Wostok I» ins Weltall und umkreiste die Erde. Die bekannten Raumschiffe und Transportraketen verletzen seit vier Jahrzehnten die dünne Ozonschicht der Erde, so dass durch die entstandenen Ozonlöcher die gesundheitsschädliche kosmische Strahlung auf Kasachstan durchdringt.

Ein ernsthaftes Problem sind Wracks ausgedienter Raketenträgertanks. Diese fallen den Hirten in der Steppe buchstäblich auf den Kopf. Die zahlreichen Tanks enthalten längere Zeit hochgiftige Raketentreibstoffe, die bei Regen grössere Bodenflächen kontaminieren. Nicht selten sterben Steppentiere sowie Schafe und Pferde der Kasachen an Vergiftung in diesen Gegenden.

Beantworten Sie die Fragen!

1. Von welchem Bahnhof ist im Text die Rede?

2. Welche Gefahr bringen den Menschen die bekannten Raumschiffe und die Transportraketen? Beschreiben Sie sie.

3. Welche Stoffe enthalten die Wracks ausgedienter Raketenträgertanks (die auf die Steppen fallen)?

4. Seit wann ist Baikonur der «Kosmische Bahnhof»?

5. Welches Ereignis machte die Sowjetmenschen besonders stolz?

6. Welche Probleme entstehen hier, seit Baikonur zum Kosmischen Bahnhof wurde?

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